Du weißt, dass du aus Isny bist, wenn… – du bei Kneip(p)en nur noch ans Wassertreten denkst

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 Das Nachtleben in Isny hat nicht viel zu bieten.
Das Nachtleben in Isny hat nicht viel zu bieten. (Foto: Symbol: Angelika Warmuth/dpa)

Isny ist ein wahrhaft schönes Städtchen. Da sind wir uns alle einig. Gut, die Baustellen stören ein wenig. Vielleicht auch die Tatsache, dass die Stadtmauer langsam den Blicken entschwindet. Der bereits erwähnte Unrat am Skateplatz, dem Baggersee, an der Felderhalde, über den wir zwangsläufig stolpern… – aber hey! Eigentlich ist es schon toll hier. So rein landschaftlich betrachtet auf jeden Fall. Gefühlte zweihundert Fotos in der Woche mit tausenden von Likes belegen das äußerst anschaulich.

Wir haben ein tolles Kulturprogramm, immer noch ein Kino und viele Restaurants. Gerade erst öffnet ein neuer „Chinese“ in der Bergtorstraße, wo früher der „Goldene Adler“ war. Das Interesse, den mal auszuprobieren, ist in der Facebook-Gruppe groß.

Während die Ü 30-Generationen also auf weitläufigen Spaziergängen durch den Müll pflügen, begeistert Einkaufswägen mit Rieseneiern bestaunen, klassische Konzerte begähnen respektive genießen oder mit dem Nachwuchs den neuesten Zeichentrickfilm inhalieren können, sehen sich die U 30-Jährigen jedoch der gnadenlosen Langeweile ausgeliefert. Es fehle an Möglichkeiten zum Ausgehen. „Wir haben ja nicht mal einen Club, um es mal so richtig eskalieren zu lassen“ (Übersetzung für ältere Semester: „Eine Disco, um auf den Putz zu hauen.“; Anm. d. Red.)! Sehr traurig. Auch der Wunsch nach gemütlichen Kneipen, am besten mit Darts und/oder Billard kehrt stets wieder. Die Bedürftigkeit der (nicht nur jungen) Bevölkerung an realer Gesellschaft, vor allem in den Abendstunden, ist in den Posts greifbar: einfach hingehen, guter Sound, Leute treffen, feiern, ratschen.

Was früher ganz normal war, hat heute Seltenheitswert in Isny. Die angekündigte Schließung des „Eberz’“ löste nur um Haaresbreite keine Massenpanik aus, stürzt jedoch einige in tiefe Resignation. Selbst einen solchen Treffpunkt eröffnen will keiner. Der Bürgermeister ist ausnahmsweise auch nicht schuld. Was also wäre die Lösung?

Der Vorschlag von Christian S., stadtbekannter DJ und Musiker, einmal im Monat einen Event zu organisieren, wurde in der Isny-Gruppe mit fast schon frenetischer Begeisterung aufgenommen. Scheinbar ist es jedoch schwierig, einen passenden Raum zu finden.

Und noch einen Haken hat die Sache: Die ersten Rufe nach einem Mindestalter wurden bereits laut: Ü 25…

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