Digitalisierung: Zukunft der Medizin

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 Feierten 110 Jahre Rehaklinik Überruh (von links): Miriam Milz, Andreas Schwarz, Constanze Schaal, Joachim Kienzle, Gert Krisc
Feierten 110 Jahre Rehaklinik Überruh (von links): Miriam Milz, Andreas Schwarz, Constanze Schaal, Joachim Kienzle, Gert Krischak, Rainer Magenreuter und Thomas Bösch. (Foto: Rehazentren Baden-Württemberg)
Schwäbische Zeitung

Seit 110 Jahren gibt es die Rehaklinik Überruh – ein guter Grund zu feiern, teilen die Rehazentren Baden-Württemberg mit, zu der die Einrichtung gehört. 1908 als Heilstätte für Tuberkulose-Erkrankte gegründet, ist die Rehaklinik Überruh heute eine moderne Einrichtung für medizinische Rehabilitation und Prävention, in der 169 Mitarbeiter jährlich mehr als 3000 Patienten sowie Präventionsgäste versorgen. Die verschiedenen Stationen in der bewegten Historie der Rehaklinik ließen am 28. September zahlreiche Gäste im Rahmen einer Jubiläumsfeier Revue passieren.

In den 110 Jahren haben sich die Krankheitsbilder und damit die Anforderungen an die Rehabilitation grundlegend geändert. Heute liegt der Fokus laut Pressebericht insbesondere auf der medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation (MBOR) und der verhaltensmedizinisch orientierten Rehabilitation (VMOR). Ein weiterer Schwerpunkt der Klinik sei die medizinische Prävention mit eigenen Programmen für Arbeitnehmer sowie Unternehmen im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements.

„110 Jahre Rehaklinik Überruh stehen für eine Erfolgsgeschichte in der Rehabilitationsmedizin und sind ein schöner Anlass, mit Stolz auf das Erreichte und in eine vielversprechende Zukunft zu schauen“, sagte Constanze Schaal, Geschäftsführerin der Rehazentren Baden-Württemberg, zur Eröffnung.

Diesem Gedanken folgend, feierten mit der Geschäftsführerin und der Dualen Klinikleitung – Chefarzt Thomas Bösch und die kaufmännische Leiterin Miriam Milz – zahlreiche Festgäste und aktuelle sowie ehemalige Mitarbeiter das Jubiläum.

In ihren Grußworten ließen Andreas Schwarz, Erster Direktor der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Baden-Württemberg, Joachim Kienzle, Vorsitzender des Vorstands der DRV Baden-Württemberg und Alternierender Aufsichtsratsvorsitzender der Rehazentren Baden-Württemberg, Bürgermeister Rainer Magenreuter und Constanze Schaal nicht nur die Geschichte der Rehaklinik Revue passieren, sondern warfen auch einen Blick in die Zukunft von Prävention und Rehabilitation.

„Sich auf Veränderungen einzustellen, Neues aufzugreifen und dieses konsequent am Bedarf der Zeit orientiert weiterzuentwickeln, ist das in der Geschichte der Klinik wiederkehrende Narrativ, mit dem sie als Prävention- und Nachsorgeklinik für die Volkskrankheiten von heute erfolgreich ihren unangefochtenen Platz in der Gegenwart gefunden hat“, sagte Direktor Schwarz. Und Vorstandsvorsitzender Kienzle ergänzte: „Ein immer stärker in den Fokus rückender Aspekt in der Rehabilitation ist die Verzahnung von medizinischer und beruflicher Rehabilitation. Es ergibt Sinn, dass während der medizinischen Reha beurteilt werden muss, ob der Rehabilitand in seinem ausgeübten Beruf noch belastbar ist und welche beruflichen Hilfestellungen er benötigt – unsere Überruh hat diesbezüglich den Vorteil, dass sie seit vielen Jahren mit dem Stephanuswerk in Isny erfolgreich kooperiert und deshalb fachlich sehr gut aufgestellt ist“.

Für Bürgermeister Magenreuter sind 110 Jahre Überruh nicht nur eine Erfolgsgeschichte der Reha-Medizin, sondern auch für den Gesundheitsstandort Isny und die Region. Die Klinik verdanke ihren Erfolg den Mitarbeitern, „die die Identität der Überruh nicht nur prägen, sondern sie ausmachen“, ergänzte Schaal.

Als Gast sprach Gert Krischak, wissenschaftlicher Leiter und Vorstandsvorsitzender des Instituts für Rehabilitationsmedizinische Forschung der Universität Ulm, über „Reha früher, heute und in Zukunft“. Mit besonderer Spannung sei von den Zuhörern der Blick in die Zukunft erwartet worden, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Für Krischak werde die Zukunft der Medizin und der Rehabilitation maßgeblich von der Digitalisierung bestimmt. „Und heute, 2018, sind wir bereits mittendrin“, betonte er und nannte Beispiele: An die Stelle der klassischen Röntgenaufnahme sei das digitale Röntgen gerückt, digitale Kommunikation und digitale Klinikorganisation würden zunehmend Standard, soziale Medien und Bewertungsportale für größtmögliche Transparenz sorgen. Gesundheits-Apps würden den Markt erobern und in Zukunft eine große Rolle spielen. Gerade in der Nachsorge per Tele-Reha liege ein großes Potenzial.

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