Dieses Wochenende ist Töpfermarkt

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Störche sind gern gesehene Gäste im Allgäu und Oberschwaben und gelten als Glücksbringer. Jene von Stefany Wohlfahrt sind aus g
Störche sind gern gesehene Gäste im Allgäu und Oberschwaben und gelten als Glücksbringer. Jene von Stefany Wohlfahrt sind aus gebranntem Steinzeug und überwintern in jedem Garten. (Foto: Stefany Wohlfahrt)

Der Isnyer Töpfermarkt ist geöffnet am Samstag von 10 bis 19 Uhr und am Sonntag von 10 bis 18 Uhr – bei jeder Witterung. Die Bewirtung übernimmt das Team vom Isnyer Kurhaus.

Die Isnyer Töpferei Güttinger lädt an diesem Wochenende, 4. und 5. August, zum 29. Mal ein zum Töpfermarkt mit Kunsthandwerk, der nicht nur Dank des einzigartigen, grünen Ambientes im Kurpark rund um den Bremenweiher zu den attraktivsten Märkten seiner Art in ganz Oberschwaben und dem benachbarten bayerischen Allgäu zählt.

Er ist vor allem auch deshalb ein Anziehungspunkt, weil Bettina Güttinger, die Veranstalterin und Tochter des namhaften Isnyer Keramiker-Altmeisters Karl Güttinger, die Stände der bewährten Aussteller jedes Jahr um acht bis zehn neue Aussteller zu bereichern versteht. „Sie steigern die Attraktivität des Marktes stets aufs Neue – auch dieses Jahr werden über 90 Töpfereien und Künstler aus ganz Deutschland ihre Stände aufbauen und ihre handgefertigten Waren anbieten“, verspricht Bettina Güttinger für Samstag und Sonntag.

Mit von der Partie sind Töpfer oder Künstler, die mit Holz, Stein, Metall oder selbst genähter Mode aus verschiedenen Stoffen arbeiten, dazu Schmuckdesigner, ein Besenmacher, Seifensieder oder Korbmacher. Im Rahmenprogramm wird wieder Töpfern für Kinder angeboten.

Neu dabei beim Isnyer Töpfermarkt 2018 sind zum Beispiel Gabi und Karlheinz Bauer, die Ende 2002 in Michelfeld ihre „Tönerbude“ eröffneten und heute auf Kunsthandwerker- und Töpfermärkten „zwischen Köln und Dresden und im Allgäu“ vertreten sind. „Nach Jahren des kreativen Umgehens mit Ton“, so erzählen sie, hätten sich ihre „einzigartige Kombinationen aus Keramik und Metall zum Kunsthandwerk gemausert“. Viele der in der Keramikwerkstatt getöpferten Objekte werden in der Metallwerkstatt „liebevoll umschweißt“, so entstehen fantasievolle Kreationen für den Garten.

Andreas Neubert, ebenfalls neu in Isny, schöpft seine Kreativität aus jahrelanger Werkstoffkenntnis, die er in der Industrie erworben hat: Chemielaborant, Industriemeister Chemie, bei BASF tätig in den Bereichen Feinkeramik und Oberflächenchemie Anorganik sowie Beschichtung von Keramik bei Berger Chemie, gründete er 1990 eine eigene Werkstatt, unternahm Studienreisen durch China, Ägypten, Israel und Mexiko, beteiligte sich an Ausstellungen, leitet seit 1997 Keramik-Seminare, ist seit 2001 auf Märkten präsent und selbstständig mit Keramik und Glasurentwicklung seit 2007 in den Techniken Raku und Raku-Holzbrand, Glasurentwicklung und Arbeiten mit Quarzkeramik. In Osnabrück, Landsberg am Lech, Waldburg und Türkheim gewann er seit 2002 Preise. Neubert kreiert Objekte, Kleinplastiken, figurative Arbeiten und Gefäß-Unikate in Keramik sowie in Kombination mit Metall, Glas und Holz.

„Spuren im Ton, Deformationen und Illustrationen“ – so beschreibt Keramikkünstlerin Viktoria Regina Böhler ihre Arbeiten. In einer kleinen Werkstatt im Schwarzwald schafft sie Schalen, Gebrauchsobjekte und Skulpturen, bei denen die markant-lumineszierende türkis-blaue Glasur Assoziationen hervorruft: „Wogendes Meer, Lagune oder tiefblauer Brunnen, in denen sich das Auge des Betrachters verlieren kann“, hofft Böhler.

Ulrike Gawatz fertigt in ihrer Werkstatt „Steinwerk“ in Moosbeuren seit zehn Jahren Gartenobjekte aus Steinguss in Handarbeit: Skulpturen, Pflanzgefäße, Wasserspeier und Objekte oder Elemente für Garten-und Wohnraumgestaltung, die sie in Kleinserien und auf Kundenwunsch herstellt.

Alexander Gerstmeir, der nächste Isny-Novize, ist eigentlich ausgebildeter Heilpädagoge. Zwei Jahre arbeitete er in Spanien und Portugal als Bühnen-Decorateur, dann reiste er um die Welt, tatsächlich ein Jahr auf Weltreise „und zwei mal je ein halbes Jahr“ war er in Mittellamerika und Asien. „Schmuck verkaufe ich eigentlich schon seit circa 30 Jahren professionell, auf Märkten seit zehn Jahren“, erzählt Gerstmair, seine Fertigkeiten erlernt habe er „durch viel Übung, einige Silberschmiedekurse und eine einjährige Ausbildung zum Steineschleifen“. Gerstmeir arbeitet ausschließlich mit 925-Sterlingsilber, „das ich zum Tagespreis in der Scheideanstallt als Silberblech oder Walzprofil kaufe“. Daraus designt er Anhänger, Ringe und Ohrringe, die er mit Naturmaterialien und Edel- oder Halbedelsteinen kombiniert.

Hinter dem 2010 gegründeten „MosaicDuo“, noch eine Neuverpflichtung von Bettina Güttinger, stecken Uschi und Gereon Schneider, die etwa zehn Jahre lang ihre Mosaikarbeiten „nur als Hobby für die Eigennutzung“ betrieben, aber „diverse Selbststudien unter anderem in Ravenna und Barcelona“ betrieben, wo sie ihr Idol entdeckten: Antoni Gaudi. Schwerpunkte der Schneider’schen Mosaikarbeiten sind handgemachte Unikate für Haus und Garten zum Beispiel auf Stein, dazu Seifenspender, Teller, Tabletts, Teelichter, Vasen oder Plastiken, auf Wunsch Tiergedenksteine, Lampen, Tische, Türschilder und anderes mehr. Sie geben Mosaikkurse für Erwachsene und Kinder.

Der Isnyer Töpfermarkt ist geöffnet am Samstag von 10 bis 19 Uhr und am Sonntag von 10 bis 18 Uhr – bei jeder Witterung. Die Bewirtung übernimmt das Team vom Isnyer Kurhaus.

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