Die Türe ins neue Jahr weit aufgemacht

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 Der junge Künstler Emil Berchmann wurde an seinem Vibrafon durch die Stadtkapelle begleitet.
Der junge Künstler Emil Berchmann wurde an seinem Vibrafon durch die Stadtkapelle begleitet. (Foto: Walter Schmid)
Walter Schmid

Ein anspruchsvolles Programm hat die Stadtkapelle Isny bei ihrem Silvesterkonzert gemeistert.

Martin Käser, der Präsident der Stadtkapelle, konnte dazu jede Menge gut gelaunter Freunde der Blasmusik im prall gefüllten Kurhaus begrüßen: Vertreter der Stadtverwaltung, Musiker einiger umliegender Musikkapellen, die Ehrenmitglieder Ulrike Kraft-Grath, Manfred Seifried, Karl Angele, Josef Halder, Bernhard Lipinski, Gerhard Wildemann und Hansjörg Gruber.

Martin Käser und seine Adjutantin Emma Wessely moderierten galant-locker durch das gut zweistündige, anspruchsvolle Konzert mit heiteren Einlagen. Es begann mit der Ankündigung eines furiosen Konzertauftakts mit „Appalachian Ouvertüre“, mit deren Musik man im Geiste den Gebirgszug an der Ostküste Nordamerikas durch 2000 Kilometer mitwandern konnte. Ein treffliches Thema zum Auftakt. Man spürte den Wunsch nach einer glücklichen, zuversichtlichen „Wanderung“ vom alten ins neue Jahr.

„The Green Hill“ von Bert Appermont eröffnete eine große Bandbreite von Gefühlen, die den Weg ins neue Jahr begleiten: freudig, zielstrebig, auch zögernd, manchmal melancholisch bis sehnsüchtig. Mit einem Rucksack voller Liebe im Gepäck wird alles gut. Solistin Jule Wessely gab mit ihrem Tenorhorn samtweich und gefühlvoll den Ton an – den roten Faden, der unbedingt Liebe heißen sollte.

Das „Concerto d’Amore“ sollte wohl vertiefen, auf was es letztlich ankommt. Die Realisierung von dem, was wir mit Liebe meinen, ist Aufgabe jedes einzelnen, aber zugleich auch ein geheimnisvolles Geschenk, das gepflegt sein will.

Nach der Pause ging’s um die Verlosung des Hauptpreises der Tombola: ein Wohnmobil der Firma Mc Rent für eine Woche. Glückliche Gewinnerin: Monika Herz, Ehefrau des Dirigenten Thomas Herz. Für ihn war das Silvesterkonzert gleichzeitig das 25-Jahr-Jubiläum erfolgreicher Leitung der Stadtkapelle. „Keine Frage, dass wir mit Dir, Thomas, noch einige Jahre sehr gerne weitermachen“, so Käser und übergab dem Ehepaar einen Blumenstrauß und ein Geschenk der Musikkapelle.

Der erste Höhepunkt im zweiten Teil war das Stück 1980er-Kult(tour), das einst dem verstorbenen Jazz-Vibrafonisten Lionell Hampton gewidmet war. Begleitet ohne jeden Zweifel vom Star des Abends: dem 14-jährigen Emil Berchmann, dem jüngst der erste Preis bei „Jugend musiziert“ auf Bundesebene überreicht wurde. Der Applaus für ihn wollte kein Ende nehmen. Er musste deshalb mit einem weiteren Stück aufwarten. Der Dirigent äußerte eindringlich den Wunsch, dass der junge Künstler der Stadtkapelle erhalten bleibe.

Der zweite Höhepunkt war ein kreativer: Einige Musiker mussten in die Arbeitskleidung des Malerhandwerks schlüpfen, ebenso der Dirigent. Bewaffnet mit Pinselrollen und Sandpapier-Brettchen gaben sie den Ton und Rhythmus an.

Der bekannten „Petersburger Schlittenfahrt“ im Galopp, mit Schellengeläute und Peitschenknall folgten noch „Selection from Westside Story“ aus dem weltbekannten Musical und als Zugabe der Radetzky-Marsch mit umherfliegenden Luftballons und entsprechendem Geknalle als Vorwegnahme der Silvesterböller gut drei Stunden später.

Ein heiter-genüsslicher Silvesterabend, den Thoms Herz schloss mit Dank an seine fleißigen Musiker und mit guten Wünschen an alle Zuhörer für ein gesundes und gesegnetes neues Jahr.

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