Die Menge wogt in der Wassertorstraße

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Schwäbische Zeitung
Barbara Rau

So voll ist die Wassertorstraße selten. Rund 3000 Besucher haben sich bei der Guggennacht vier Stunden im Freien von 13 Guggenmusiken unterhalten lassen. Die sechste Isnyer Guggennacht der Guggenmusik Isny erwies sich als Besuchermagnet.

Die Menschen stehen so eng, dass sie gar nicht mehr umfallen können, die Innenstadt wird zum Hexenkessel. Wo Guggen spielen, da wogt die Menge. Die zerteilt sich aber brav, wenn die Guggenkapellen zur Bühne vor dem Rathaus marschieren. Micha und Ehrengugger Hermann von der Guggenmusik Isny moderieren auf der großen Bühne, aber sie brauchen nicht viel zu sagen. Die Kapellen reißen sowieso mit. Ob Schussa-Gugga oder Froschguggler, ob Allgaier Urband aus Beuren oder Dorfbachfurzer aus Breitenbrunn – sie klingen nicht alle gleich, Begeisterung und Pfeffer in ihren Vorträgen haben alle. Vier Stunden Guggenkonzert im Freien bei Temperaturen um null Grad und nie kommt Stillstand auf. Es gibt keine Hänger und keine langweilige Minute.

Beim Monsterkonzert wird es wegen der neuen Bühne aber schwierig. Da die an drei Seiten geschlossen ist, und nicht einmal eine Guggenkapelle allein komplett darauf Platz findet, verteilen sich die 13 Guggenmusiken in der Menge und um die Bühne herum. Das gibt nicht ganz das gewaltige Klangerlebnis wie vor fünf Jahren, rut der ausgelassenen Stimmung aber keinen Abbruch. Wer auf dem Rathausbalkon steht, hat das Gefühl, selbst dieses stabile Bauwerk vibriere im Takt. Wer in die Gesichter der Guggenmusiker schaut, der merkt, wie sehr sie sich selbst hinreißen lassen, von diesem schrägen Gemeinschaftschor.

Anschließend ziehen die Kapellen durch die Stadt und beglücken in den teilnehmenden Gasthäusern die dortigen Gäste. Das bringt Schwung in die Wirtsstuben, fröhliche Gesichter bestätigen das. Den Musikern folgen jede Menge Zuhörer des Monsterkonzerts, die „von Baiz zu Baiz“ mit laufen. Auch auf den Bällen im Kurhaus und im Feuerwehrhaus fetzen die Guggenkapellen.

„Super“, ist das erste Wort das Michael Motz, Vorsitzender der Guggenmusik Isny, am nächsten Tag dazu einfällt. Er klingt enorm erleichtert, dass diese Guggennacht zum 35.Bestehen der Guggenmusik Isny so gut abgelaufen ist. Er sei noch ganz überwältigt, auch darüber, wie reibungslos es geklappt habe. Die Guggenkapellen hätten sich genau an den Ablaufplan, auch bei der Baizentour gehalten. Tolle Stimmung, sehr gute Resonanz und keine Probleme – für die Guggenmusik Isny war die Guggennacht die Nacht der Nächte.

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