Die „jungen Wilden“ und das Kreativteam

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 Valle Schill (Mitte) gehört zu den „jungen Wilden“, Cata Dauzenroth (links) und Flores Bütler (rechts) beide zum „Kreativteam“.
Valle Schill (Mitte) gehört zu den „jungen Wilden“, Cata Dauzenroth (links) und Flores Bütler (rechts) beide zum „Kreativteam“.
Jeanette Löschberger

Nach dem Theaterfestival ist vor dem Theaterfestival. Das ganze Jahr über arbeitet eine überschaubare und buntgemischte, ehrenamtliche Organisationsgruppe an der Vorbereitung des nächsten Festivals in Burkwang. Bei der Durchführung helfen viele Vereinsmitglieder und Freunde mit. „Wir erfinden unser Projekt ’Theaterfestival’ immer wieder neu“, erklärt Karin Konrad, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Neue Impulse von innen und außen seien dabei wichtig und willkommen.

Konrad erklärt mit Valle Schill von den „Jungen Wilden“ sowie Flores Bütler und Catarina Dauzenroth, beide im „Kreativteam“ der Organisatoren, im Interview mit SZ-Mitarbeiterin Jeanette Löschberger, wie die Weiterentwicklung des Isnyer Theaterfestivals funktioniert.

Welche neuen Impulse gibt es bei diesem Theaterfestival?

Karin Konrad: Viele unserer jungen Helfer sind über viele Jahre in das Festival hineingewachsen und übernehmen Stück für Stück immer mehr Verantwortung, bringen ihre eigenen Ideen ein und setzten diese um. Die Konzerte am Freitagabend wurden beispielsweise komplett von ihnen organisiert, aber auch abseits der Veranstaltungsarbeit gibt es viel neuen „Input“ aus der jungen Riege.

Flores Bütler: Das Kreativteam hat schon im vergangenen Jahr begonnen, aus Recyclingmaterialien neue Dekorationen zu kreieren. Jetzt sind wir schon seit November dran, uns regelmäßig zu treffen, und jeder bringt seine Ideen ein. Das Kreativteam entstand 2018, um das Festival bunter zu machen. Es war uns wichtig, gebrauchte Gegenstände zu benutzen, damit die ästhetische Gestaltung des Platzes im Einklang mit der Natur und nicht auf deren Kosten geschieht.

Cata Dauzenroth: Auf dem gesamten Gelände gibt es einiges zu entdecken: Stillleben, die bespielt werden dürfen, Plastiken aus Dosen, Milchtüten, Fahrradfelgen, Holzschilder und Dekorationen laden zum Entdecken und Nachdenken ein. Am Dienstag ging es um Nachhaltigkeit und Fairness in der Modeindustrie.

Was hatte es mit dem Kleidertausch und Mitbring-Brunch auf sich?

Flores Bütler: In Deutschland fallen jedes Jahr ungefähr eine Million Tonnen an Altkleidung an, gleichzeitig wird mehr und mehr Mode produziert und gekauft.

Cata Dauzenroth: Ich kenne das Konzept der Kleidertauschpartys aus München. Wir wollten es hier einmal ausprobieren und sind überwältigt, was es am Dienstag für einen Zuspruch gab.

Das Konzert der Berliner Band „Großstadtgeflüster“ wird eigenverantwortlich von den „Jungen Wilden“ organisiert. Wie kam es zur Auswahl dieser Band?

Valle Schill: Wie die Musiker von Großstadtgeflüster Musikalität und ihre Kunstmessage verknüpfen ist einfach großartig. Sie garantieren elektronisch rauen Sound mit Punk-Attitüde, rotzfreche Texte und ein exzessives Live-Erlebnis. Ihre positive Gesellschaftskritik passt gut zum Theaterfestival.

Hier wird Friedfertigkeit zelebriert – und hier ist genau der richtige Ort dafür. Es ist uns wichtig, dass wir mit dem Abend Generationen verknüpfen. Wir richten uns an ein breit gefächertes Publikum. Das Programm des Abends richtet sich an die ganze Familie, wir wollen Generationen verbinden.

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