Die ganze Innenstadt ist Schmalzmarkt

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 Menschen allüberall: Der vierte Schmalzmarkt stieß auf riesige Besucherresonanz.
Menschen allüberall: Der vierte Schmalzmarkt stieß auf riesige Besucherresonanz. (Foto: Tobias Schumacher)

Ganz gleich, wo sie zum Ende hin nachgefragt habe, überall lautete das Resümee: „Ausverkauft.“ Das berichtet Milena Fink von der Isny Marketing GmbH über den Erfolg des vierten Isnyer Schmalzmarkts am vergangenen Samstag. Pilzsuppe, Wild-Burger, Apfelwaffeln, Kürbissuppe, „ein ganzer Gläserturm Hubertusschmalz vom Bäcker Mayer, und auch Makrelen und Lachs von den Fischräucherern aus Kißlegg, die zum ersten Mal dabei waren“ – sämtliche herbstlich-kulinarischen Angebote hätten reißenden Absatz gefunden.

Auch wenn es keine „Zählstelle“ gebe, schätzt Fink die Zahl der Besucher, die bei herrlichem Spätsommerwetter durch die Straßen der Innenstadt flanierten, auf „bestimmt 8000“. Bemerkenswert sei außerdem gewesen, dass sich die Menschen überall in der Altstadt aufhielten, nicht nur konzentriert im Bereich der Stände rund um dem Marktplatz am Schmalzbrunnen, vor dem Rathaus, der Stadtapotheke oder dem Paul-Fagius-Haus.

Auch die Bergtorstraße, bei anderen Märkten eher eine „Randzone“, war dicht bevölkert. Das zeigten die Schlangen vor dem neuen Ladenlokal der Käserei Baldauf, lag aber auch an regionalen Anbietern wie „Aurelia“, den Kräuterspezialisten aus Weiler-Simmerberg, dem Stand einer Korbflechterin oder Anbietern, die selbstgemachte Marmeladen, Herbstfruchtliköre oder Lavendelprodukte aus der Provence feilboten.

Ganztags dicht umstanden, nicht nur wegen der leckeren Suppe, war der Stand der Pilzfreunde aus Altusried, die seit Anbeginn dem Schmalzmarkt die Treue halten. 2015 zunächst nur mit einem Beratungsangebot dabei, stellen sie seit 2016 auf einem gut fünf Quadratmeter großen Tisch vielerlei Herbstpilze aus. Heuer seien sieben Sammler um Falk Boguth unterwegs gewesen, seit Dienstag vergangener Woche und vor allem in den Wäldern der Adelegg, um in Isny unterschiedlichste Pilze frisch präsentieren zu können. Wie viele verschiedene es diesmal waren, konnte keiner am Stand einschätzen – doch jeder noch so kleine Pilzhaufen war namensbestimmend gekennzeichnet und mit Hinweisen von „essbar“ bis „giftig“ versehen.

„Nicht nur die Essensstände, auch jene mit Deko-Artikeln waren gut frequentiert, es gab gute Beratung und Gespräche, das kam bei den Besuchern gut an“, fasste Milena Fink gestern gegenüber der SZ-Redaktion zusammen mit Blick auf Aussteller mit Trachtenstoffen, Keramik, modischen Accessoires oder Pflanzstäben für den Garten. Trotz großem Interesse an ihren so originell gewachsenen wie anschließend witzig-kunstvoll gestalteten Kürbissen zeigte sich einzig Cordula Sonntag aus Pfullendorf ein wenig unglücklich: Die pflanzlichen Kunstwerke der Kürbisschnitzkünstlerin waren merklich ein Blickfang und begehrtes Objekt für so manche Handykamera. „Doch ich würde mir wünschen, dass die Kürbisse auch den Weg mit den Kunden nach Hause finden würden“, sagte Sonntag am Samstagmittag.

Die Besucherverteilung quer durch die Innenstadt lag aber auch an „Isny macht Hubertus“, der Parallelveranstaltung der Jagdhornbläser im Kurhaus mit Ausstellungen und Vorträgen und im Kurpark, wo mehrere Ensembles den Tag über beim Sonnensegel aufspielten.

Nebenan hatten Kreisjägervereinigung und Hegering Isny ein „Naturmobil“ aufgebaut mit ausgestopften Waldtieren und Vögeln und anderem mehr. Kinder konnten in einer „Tastbox“ Waldfrüchte erraten und über präparierte Felle von Waldräubern wie Iltis und Marder streicheln.

„Star“ im Kurpark war unbestritten „Krümel“, der sibirische Uhu, der auf dem ledernen Handschuh am Arm von Andreas Huber hockte, interessiert den Kopf drehte, Blicke aus seinen honiggelben Kulleraugen über die Besucher streifen und sich von diesen sogar übers Gefieder streicheln ließ – während einer Adlerdame nebenan der Trubel zuviel zu werden schien, wenn ihre krächzenden Schreie so richtig gedeutet wurden. Dann doch lieber Jagdhornklänge.

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