Die Felderhalde soll künftig auch im Sommer genutzt werden

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 Im Plan für das „Sondergebiet Familien Lifte Isny – Felderhalde definieren drei „Sondergebietsflächen“ die Nutzung für den Lift
Im Plan für das „Sondergebiet Familien Lifte Isny – Felderhalde definieren drei „Sondergebietsflächen“ die Nutzung für den Lift (gelber Streifen rechts), die Mountainbike-Abfahrten (große gelbe Fläche links) und die Gastronomie (kleine gelbe Fläche mit schwarzer Rechtecklinie ganz oben). (Foto: Grafik: Lars Consult GmbH/Max Wild GmbH)

Mit großer Mehrheit hat der Gemeinderat das baurechtliche Verfahren für eine Freizeitnutzung der Felderhalde auch im Sommer auf den Weg gebracht. Lediglich Peter Manz (CDU) und Rainer Pscheidl (SPD) stimmten gegen die Verwaltungsvorlage aus dem Bauamt, die Hans-Peter Hummel in der Sitzung vorstellte.

Neben ihm saß Stadtplanerin Simone Knupfer vom Memminger Büro „Lars Consult“, die von den neuen Felderhalde-Gesellschaftern (SZ berichtete) mit der Bauleitplanung beauftragt worden ist.

Ziel am Ende des Verfahrens ist ein neuer Bebauungsplan „Sondergebiet Familien Lifte Felderhalde“, mit der auch eine Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Isny einhergeht. Die Investoren rechnen mit einer Verfahrensdauer von rund einem Jahr. Die jetzt in Betrieb genommene Beschneiungsanlage (siehe Bericht oben) fällt nicht darunter. Für sie war schon vor drei Jahren die nötige „wasserrechtliche Genehmigung“ erteilt worden, erinnerte Bürgermeister Rainer Magenreuter.

Knupfer plant in ihrer Vorlage mit „Sondergebietsflächen mit drei Teilflächen“ auf rund 9,42 Hektar an der Felderhalde: „SO 1“ definiert auf rund 5000 Quadratmetern den geplanten Mountainbike-Parcours. Für die Planung der drei Abfahrten konnten die Investoren Guido Tschugg gewinnen, einen der besten MTB-Profis in Deutschland.

Die Parkplätze entlang der Straße zur Ludwigshöhe und das Betriebsgebäude, in dem einer der Gesellschafter, die „Schönegger Käsealm“ eine Gastronomie plant, ist im „SO 2“ festgelegt. Im Rahmen des Planungsverfahrens muss der Isnyer Gemeinderat noch die Größe des Baukörpers beschließen. Hummel wie Knupfer betonten, dass die darin vorgesehene, 20 Quadratmeter große Verkaufsfläche für Molkereiprodukte, ein sogenannter „Annex-Handel nach einer fachgutachterlichen Bewertung dem Isnyer Einzelhandelskonzept nicht widerspreche und kein Kaufkraftabfluss aus der Innenstadt“ zu erwarten sei. Für den „Bestandsschutz der Liftanlage“ ist „SO 3“ vorgesehen, das laut Knupfer auch ein „Baufenster“ für die Erweiterung des Lifthäuschens vorsieht. Liftbetreiber Hans Rudhart war dies ein Anliegen, um ein zweites Fenster für den Kartenverkauf zu bekommen. Die jetztige Hütte ist zu klein.

Bürgermeister Magenreuter warb vor der Abstimmung noch einmal für die Pläne, die den Mountainbike-Sommerbetrieb ermöglichen sollen: „Wir sind immer auf der Suche nach Alleinstellungsmerkmalen, die Stadt investiert viel ins Marketing, für Familien, Betriebe, die Kinder in der Stadt.“ Generationen hätten an der Felderhalde das Skifahren gelernt – „in direkter Stadtnähe – wo gibt es das sonst?“ – diese Errungenschaft sei ohne zusätzliche Einnahmemöglichkeiten der Liftbetreiber im Sommer in Gefahr. „Wir können sehr dankbar sein, dass die Familie Rudhart und die Investoren ein Konzept für eine langfristige Nutzung vorgelegt haben, die Felderhalde soll weiterhin ein Ort sein, wo Kinder Skifahren lernen – und in Zukunft auch mit dem Mountainbike draußen sein können“, sagte Magenreuter.

Peter Manz begründete noch einmal seine Ablehnung: Zwar wolle er den „Initiatoren ein Kompliment“ machen, er finde es aber „sehr schade, dass ein Isnyer Kronjuwel einem solchen Vorhaben geopfert wird“.

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