Der Herbst steht im Zeichen der Literatur

Schwäbische Zeitung

Erstmals finden die Isnyer Literaturtage nicht im Frühjahr, sondern im Herbst statt. Drei Wochen lang präsentieren Schriftstellerinnen und Schriftsteller sowie talentierte Frauen und Männer des Nachwuchses ihre Werke in Isny. Das Programm startet am 27. September, Tickets gibt’s im Vorverkauf ab 13. September.

Die Baden-Württembergischen Literaturtage (BWLT), die Leutkirch, Wangen und Isny vor einem Jahr gemeinsam veranstalteten, fanden pandemiebedingt ein vorzeitiges Ende. Im Frühjahr veranlasste fehlende Planungssicherheit den Arbeitskreis Literatur des Kulturforums Isny dazu, auch die Isnyer Literaturtage zu verschieben. „Umso mehr freuen wir uns, dass wir nun ein besonders umfangreiches und vielseitiges Programm bekanntgeben dürfen“, sagt Katharina Proebster von der Geschäftsstelle des Kulturforums Isny.

Mit den „Marktgeschichten: Texte2Go“ auf dem Isnyer Wochenmarkt (30. September) und dem literarischen Stadtspaziergang „Auf den Spuren Günter Herburgers“ (9. / 16. Oktober) sind zwei Formate im Programm, die vor einem Jahr viel positive Resonanz erhalten hatten. Nachgeholt werden die damals abgesagten Lesungen der Hamburger Autorin Karen Köhler. Am 15. Oktober stellt sie in der Allgäuer Genussmanufaktur in Urlau ihren Debütroman „Miroloi“, 2019 auf der Longlist des Deutschen Buchpreises, sowie bei einer Schullesung ihren Erzählband „Wir haben Raketen geangelt“ vor.

Auch die erfolgreiche Aktion „Isny liest ein Buch“ erfährt eine zweite Auflage: Zum bundesweiten Jubiläum „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ dreht sich alles um den Roman „Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse“ von Thomas Meyer. Der Züricher Autor kommt am 4. Oktober mit „Wolkenbruchs waghalsiges Stelldichein mit der Spionin“, der Fortsetzung seines Bestsellers in den Adlersaal Isny. Die Lesung gibt den Startschuss zum Begleitprogramm, das sich den Themen jüdisches Leben und jüdische (Alltags-)Kultur in Deutschland widmet. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.isny.de/isnyliesteinbuch.

Das Isnyer Publikum darf sich auf Martin Mosebach freuen, der am 29. September seinen Roman „Krass“ vorstellt, und auf Ronya Othmann, Tochter einer Deutschen und eines jesidischen Kurden, liest am 6. Oktober aus ihrem Romandebüt „Die Sommer“.

Einen Einblick in aktuelle, junge Literatur geben sechs Studierende des Deutschen Literaturinstituts Leipzig: Bei „Literatur x Allgäu“ am 2. Oktober präsentieren die jungen Frauen und Männer ihre Texte. Bereits nachmittags finden Kurzführungen in der Isnyer Predigerbibliothek statt.

Auf Einladung des Kulturgetriebes Isny kommen die Liedermacher Simon & Jan am 7. Oktober mit ihrem neuen Programm „Alles wird gut“ ins Kurhaus am Park. Am 10. Oktober lädt der Förderverein für Kunst & Kultur im Schloss Isny in den „Trödelmarkt der Träume“ von Michael Ende und Wilfried Hiller, ein. Die Schauspieler Angela Hundsdorfer und Jürgen Fischer sowie Pianistin Margarita Oganesjan entführen in die Phantasiewelt.

Die Programmkinoreihe „filmreif“ bringt am 28. September den Film „Eine Frau mit berauschenden Talenten“ auf die Leinwand des Neuen Ringtheaters Isny: Die Verwechslungskomödie des französischen Regisseurs Jean-Paul Salomé nach dem Buch „Die Alte“ von Hannelore Cayre erzählt die Geschichte der Gerichtsdolmetscherin Patience, die aus Geldnot ins Pariser Drogengeschäft einsteigt.

Zum Programm gehört auch ein Angebot für junge Lesende und Zuhörende: Das Familienzentrum St. Josef lädt zum Geschichten erfinden und Gruselerzählungen lauschen, zum Kinderbücherflohmarkt und einem literarischen Spaziergang durch das Schächele ein. Das clowneske Theater „Der Bücherschatz“ gibt’s am 11. Oktober in der Isnyer Stadtbücherei. Die Isnyer Schulen beteiligen sich mit Aktionen und Lesungen am Programm.

Zum Abschluss der Isnyer Literaturtage ist am 17. Oktober die Präsentation der Texte der Preisträgerinnen und Preisträger des offenen Schreibwettbewerbes im Kurhaus am Park geplant. Thema war in diesem Jahr das Zitat „Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden“ von Friedrich Dürrenmatt.

Ende Oktober kehrt Günter Grass’ „Blechtrommel“ nach Isny und Großholzleute zurück: Im Herbst 1958 traf sich die „Gruppe 47“ im Gasthof Adler in Isny-Großholzleute, und Günter Grass las zwei Kapitel aus einem unveröffentlichten Roman, wofür er spontan den Preis der Gruppe erhielt. Inzwischen millionenfach verkauft und in viele Sprachen übersetzt, steht „Die Blechtrommel“ am 29. und 30. Oktober im Mittelpunkt der Tagung „Wo die Blechtrommel zum ersten Mal geschlagen wurde – Günter Grass und die Gruppe 47 in Großholzleute“.

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