Christoph Bergmann in der Städtischen Galerie im Schloss

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„Centauro“, Christoph Bergmann, 2015, Aluminium, 167 cm x 93 cm x 196 cm.
„Centauro“, Christoph Bergmann, 2015, Aluminium, 167 cm x 93 cm x 196 cm. (Foto: Stephan Paul Stuemer)
Schwäbische Zeitung

Die Städtische Galerie im Schloss Isny zeigt ab Sonntag, 10. November, Arbeiten des Münchener Bildhauers Christoph Bergmann. Seine Skulpturen entstehen in einem langwierigen Prozess, heißt es in der Ankündigung des Büros für Kultur. Stück für Stück füge er sie aus einzelnen, kleinen Aluminiumblechen zusammen, wobei gleichzeitig Geschwindigkeit, Dynamik, Bewegung und Fortschritt in seinem Werk eine entscheidende Rolle spielten.

Ein Großteil von Bergmanns Skulpturen vereinen antike Torsi mit Formen aus der modernen Forschung und Technik. Die historischen Vorbilder, etwa die Venus von Milo, der Kasseler Apoll oder der Achilleus Doryphoros, werden mit aerodynamischen Formen verbunden, wie sie in Schiff-, Flugzeug- und Fahrzeugbau zu finden sind.

Die modernen Mischwesen verdeutlichen laut Ankündigung „die Ambivalenz des kontinuierlichen technischen und wissenschaftlichen Fortschritts, dem gleichermaßen Gefahren und Möglichkeiten innewohnen“.

Die Schau im Isnyer Schloss führt Werke des Bildhauers mit einzelnen Antiken aus der Sammlung von Friedrich Hechelmann in einer Gegenüberstellung zusammen, die dem Betrachter eindrücklich die Rezeption der antiken Formen in Bergmanns Oeuvre und den Dialog, der zwischen den Vorbildern und der modernen Interpretation stattfindet, verdeutliche, so der Pressetext.

Die Antiken Hechelmanns, die ursprünglich in der Skulpturenhalle der heutigen Städtischen Galerie präsentiert wurden, fänden so zu ihrem „Ursprungsort“ noch einmal zurück, bevor die Städtische Galerie im Schloss im Zuge des Projekts „Schloss Isny 2020“ für Umgestaltungsarbeiten geschlossen werde (Bericht folgt).

Christoph Bergmann wurde 1959 in Breisach am Rhein geboren. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Schreiner begann er 1980 eine Ausbildung an der Breisacher Kunstschule von Helmut Lutz, die er 1982 abschloss. Mitte der 80er-Jahre absolvierte er ein Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München bei dem schottischen Pop-Art Künstler Professor Sir Eduardo Paolozzi. Im Anschluss an sein Studium arbeitete er bis 1994 bei Paolozzi wie auch bei Professor James Reineking als Assistent an der Akademie, und war anschließend dort ein Jahr als Prorektor tätig. Seit 1995 lebt und arbeitet Christoph Bergmann als freischaffender Bildhauer in München.

Einen intensiven Einblick in die Ausstellung ermöglichen die beiden Führungen mit dem Künstler: Christoph Bergmann führt am Samstag, 7. Dezember, um 15 Uhr durch die Ausstellung und wird am Sonntag, 23. Februar, in einer Dialogführung von Elisabeth Olberz, Kuratorin im Isnyer Büro für Kultur, begleitet.

Im Rahmen der Isnyer Schlossweihnacht soll es auch in diesem Jahr ein Begleitprogramm für Kinder geben. Unter dem Titel „Mischwesen und andere Kuriositäten“ haben Kinder am Samstag, 7., und Sonntag, 8. Dezember, jeweils von 13 bis 18.30 Uhr im „Himmlischen Postamt“ die Möglichkeit, passend zu Bergmanns Werken kleine Mischwesen und fantastische Kreaturen entstehen zu lassen oder kreativen Weihnachtsschmuck zu basteln. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, es wird lediglich ein Unkostenbeitrag von einem Euro erhoben.

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