Uwe Carstensen ist „Allgäu-Champion 2018“.
Uwe Carstensen ist „Allgäu-Champion 2018“. (Foto: Stefanie Böck)
Stefanie Böck

Der Reit- und Fahrverein Isny-Rohrdorf hat in Ratzenhofen vier Tage lang Springprüfungen bis zur S-Klasse ausgerichtet. Die wichtigste Prüfung, das S-Springen mit Stechen, gewann Stephanie Paul vom RFV Altusried mit Horse Gym’s Cool Running. Bestes Pferd-Reiter-Paar aus den beiden S-Springprüfungen war Uwe Carstensen mit Best of Balou vom Reitclub Riedheim. Damit sicherte er sich den Titel „Allgäu-Champion 2018“. Der Sonderehrenpreis für den besten Stil gewann mit einer Wertnote von 9,3 Lukas Hirlemann auf Rubina vom RFV Leutkirch-Diepoldshofen.

So etwas hat es noch nie gegeben: Beim Springturnier des RFV Isny-Rohrdorf fand die Siegerehrung der besten Reiter beim großen Preis in umgekehrter Reihenfolge statt. „Das gibt es eigentlich nur beim großen Preis von Aachen – dem wichtigsten Turnier Deutschlands“, sagte Turniersprecher Fabian Pagenhardt. Selbstbewusst ordnete jedoch das Organisationsteam in Isny an, das ungeschriebene Gesetz zu brechen. „Der Erste wird zum Schluss genannt. Das gibt’s ab sofort in Aachen – und in Isny“, hieß es in der Meldestelle. Das fachkundige Publikum quittierte die Idee mit tosendem Applaus. „Das war richtig toll. Das steigert die Spannung und die Stimmung“, sagte ein Zuschauerpaar aus Wangen – zwei von rund 2000 Menschen, die am Wochenende das Turnier mitverfolgten.

Volle Tribünen

Bei zwei Wettkämpfen war die 150 Meter lange Naturtribüne bis zu zehnreihig besetzt: beim „Jump and Drive“ und beim „großen Preis von Isny“ – dem S-Springen mit Stechen am Sonntagnachmittag. „Das war eine irre Stimmung, die Leute sind richtig gut mitgegangen“, freute sich Vereinschef Johannes-Georg von Olnhausen. „Die Organisation lief wie geschmiert – hier weiß jeder, was zu tun ist, packt mit an und achtet aufmerksam auf Details“, sagte der technische Leiter Alexander Prinz, der am Samstagabend per Kutschbock das „Jump and Drive“ mit seinem Team für sich entschied.

Die Auszeichnung „Allgäu-Champion“, der Sonderehrenpreis, und die rot-grüne Schärpe gingen an Uwe Carstensen vom Reitclub Riedheim. Der Springreiter sagte nach der Ehrung noch im Sattel: „Es hätte dieses Wochenende noch andere, attraktive Turniere gegeben – eines wäre sogar näher an unserem Stall gewesen. Aber hier ist der Boden einfach sagenhaft gut und die Stimmung unheimlich herzlich.“ Er käme sehr gerne nach Isny und er wisse bereits, was er am letzten Wochenende im Mai 2019 machen werde. „Den großen Preis von Isny reiten.“ Das löste nicht nur stürmischen Applaus beim Publikum aus, sondern sorgte auch für Freude beim Team des RFV Isny-Rohrdorf.

An der Spitze der letzten Ehrenrunde galoppierte dann allerdings nicht Uwe Carstensen – er gewann das S-Springen am Samstag. Stephanie Paul vom RFV Altusried siegte beim Finale am Sonntag im S-Springen mit Stechen: Mit viel Gefühl und einem sauberen Stil ritt sie schneller um die Kurven und über die Hindernisse als alle anderen – und sicherte sich damit den ersten Platz vor Carstensen und Stefanie Görlich vom RFV Isny-Rohrdorf auf Platz vier. „Das war unheimlich aufregend. Für mich lief es spitze, dieses Wochenende“, sagte Stephanie Paul. Für die Veranstalter das Wichtigste: Es wurde niemand ernsthaft verletzt. Alle Pferde seien in bester Verfassung gewesen. So war sich das Team des RFV Isny nach dem erfolgreichen Turnier einig: „Es hätte nicht besser laufen können.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen