Bilder, die Musiktheater-Geschichten erzählen

Lesedauer: 6 Min

Johannes Müller, Christine Bremer-Frömmert und Hans-Christian Hauser (von links) eröffnen die Ausstellung zum 30-jährigen Jubil
Johannes Müller, Christine Bremer-Frömmert und Hans-Christian Hauser (von links) eröffnen die Ausstellung zum 30-jährigen Jubiläum der Isny Oper. (Foto: Babette Caesar)
Babette Caesar

Die Ausstellung zum 30-jährigen Bestehen der Isny Oper in der Isnyer Filiale der Kreissparkasse Ravensburg am Marktplatz läuft bis 30. Juni. Sie ist montags, dienstags und freitags von 9 bis 12.15 Uhr und 14 bis 16 Uhr, mittwochs von 9 bis 12.15 Uhr, donnerstags von 9 bis 12.15 Uhr und 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Vor 30 Jahren hat die mehr oder weniger große Erfolgsgeschichte der Isny Oper begonnen – wie die Zeit vergeht... Eine Ausstellung mit grafisch aufbereiteten Fotografien in der Isnyer Filiale der Kreissparkasse Ravensburg blickt nun auf die drei Jahrzehnte zurück, am Freitagabend wurde die Schau eröffnet.

Es war keine einfache Aufgabe, rund 20 000 Fotos zu sichten und die Auswahl grafisch so aufzubereiten, dass der Betrachter den Überblick behält. „Ach, wir machen da schnell eine Ausstellung“, habe Hans-Christian Hauser gesagt, der künstlerische Leiter des Opernfestivals, erzählte Johannes Müller bei der Vernissage. Mit Unterstützung des Isnyer Fotogeschäfts Bucher konnte er das Vorhaben „schnell“ umsetzen: Zwei Monate dauerten die Vorbereitungen.

„Das ist jetzt das Ergebnis“, zeigt sich Müller stolz. Es lässt sich sehen. Ausschnitthaft beleuchten die Reproduktionen einzelne Szenen und Bühnenbilder aus der wechselhaften Geschichte. Wechselhaft, weil regelmäßig neue Aufführungsorte gesucht und gefunden werden mussten. Weil oft die Finanzierung in der Schwebe hing, die Programme beim Publikum mal mehr und mal weniger gut ankamen.

Parallel dazu hat Müller zwei Ordner zusammengestellt – einen mit sämtlichen Programmheften und einen mit Zeitungskritiken. Zum Schmökern in der Kreissparkasse. Darüber hinaus werden demnächst im Kurhaus die entsprechenden Plakate zu sehen sein und im Park auf Tafeln groß aufgezogene Fotografien. Beim Auswählen der Fotos hat er festgestellt, dass immer Unmengen von Leuten beschäftigt gewesen seien. Statistisch habe das den Rahmen gesprengt.

Oper eröffnet 1989 Isnyer Kurhaus

Angefangen hat alles 1989 mit Mozarts Oper „Die Gärtnerin aus Liebe“ anlässlich der Einweihung des Kurhauses. Da könnte man doch eine Oper machen, erinnert sich Hauser. Waren es damals noch vorwiegend Schwarz-Weiß-Fotografien, die das Heitere und den barocken Schwung der Inszenierung festhielten, ging es bereits 1990 bei „Die Welt auf dem Monde“ farbig zu; „Exzentrisch mit verrückten Kostümen“, schwärmt Hauser angesichts der Buffo-Rolle im Kaffeewärmer-Outfit.

Regelmäßig kamen für die Kostüme und die Bühnenbilder Isnyer Künstler zum Zuge: Anne Gier 1991 in „Die Gans von Kairo“, Friedrich Hechelmann 1992 in dem slawisch geprägten Stück „Rosalka“, Gerhard Kindermann 1993 in Johann Strauss’ Operette „Die Fledermaus“. Seit „Hippolyte et Aricie“ 2010 ist Kostümbildnerin Diana Leist am Werk.

Wurde die Isny Oper die ersten vier Jahre städtisch betrieben, übernahm 1994 ein Trägerverein die Aufführungen. Nach Rossinis „La Cerentola“ gab es mit Strawinskys „Feuervogel“ 1995 die spektakulärste Show: An die 32 Musiker und ein Ballett aus München bespielten eine Insel im Grabenweiher mit japanischer Brücke. Trotz hoher Besucherresonanz war es das Jahr mit dem größten finanziellen Defizit. 1997 kommt es zu einer neuen Vereinsgründung mit Till Bastian und Christine Bremer-Frömmert als erster Vorsitzenden.

Auftrittsorte „wie auf der Flucht“

Es folgen Bühnen am Espantor für „Die Zauberflöte“, 2001 „Die Hochzeit des Figaro“ vor dem Neutrauchburger Schloss, 2004 Verdis „Falstaff“ an der Stadtmauer, 2015 „Wilhelm Tell“ vor dem Rathaus. Immer wieder habe die Oper Plätze räumen müssen, wie auf der Flucht sei er sich vorgekommen, erzählt Hauser.

Eine tragende Rolle komme dem Orchester zu – auch wenn dieses bildlich nicht dokumentiert ist: Anfangs spielten Studenten und Lehrkräfte der Jugendmusikschule Württembergisches Allgäu. Als das nicht mehr ging, brachte ein in Isny gastierendes rumänisches Orchester die Rettung – bis 2011. Danach kamen Studenten von der Münchner Musikhochschule, wo Hauser einen Lehrauftrag hat. Das sei nicht ganz laienhaft, aber auch nicht ganz professionell, zumal die Inszenierungen nur einfach besetzt sind, was ein hohes Risiko berge, betont der Dirigent.

Die Ausstellung schließt mit „Die Hugenotten“ 2017 anlässlich des Reformationsjubiläums. Was Richard Strauss’ Oper „Ariadne auf Naxos“ an Bildern für die Nachwelt mit sich bringt, wird sich am Samstag, 16. Juni, bei der Premiere erweisen. Nicht auf der Flucht – vor dem Rathaus.

Die Ausstellung zum 30-jährigen Bestehen der Isny Oper in der Isnyer Filiale der Kreissparkasse Ravensburg am Marktplatz läuft bis 30. Juni. Sie ist montags, dienstags und freitags von 9 bis 12.15 Uhr und 14 bis 16 Uhr, mittwochs von 9 bis 12.15 Uhr, donnerstags von 9 bis 12.15 Uhr und 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen