Beim Bein eingipsen hat es gefunkt

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 Hans und Ingeborg Wagner nahmen die Glückwünschen von Bürgermeister Rainer Magenreuter (rechts) entgegen.
Hans und Ingeborg Wagner nahmen die Glückwünschen von Bürgermeister Rainer Magenreuter (rechts) entgegen. (Foto: Walter Schmid)
Walter Schmid

Im Kreis ihrer Familie, Kinder, Enkel und Verwandtschaft wird die Goldene Hochzeit erst am Wochenende in einer Gastwirtschaft richtig gefeiert. „Und weil es viele Gründe gibt auch dem lieben Gott danke zu sagen, wird es einen kleinen Gottesdienst geben mit den Klosterschwestern in der Landpastoral, denn dort haben wir vor genau 50 Jahren auch schon unsere Ehe begonnen. Die Schwestern können doch auch mit uns beten, danken und 'Großer Gott wir loben dich' mit uns singen, da braucht es nicht unbedingt einen Pfarrer oder Diakon“, sind die beiden Eheleute überzeugt und freuen sich schon drauf. Die wesentlichen Dinge würden ja sowieso nicht in der eigenen Hand liegen, das werde einem spätestens an so einem Jubiläumstag bewusst.

Weil wohl Hans Wagners unermüdliche Hilfe in der Stadt, bei Veranstaltungen und bei Festen und im Museum geradezu unverzichtbar ist, hat Bürgermeister Rainer Magenreuter das Jubelpaar persönlich besucht um ihnen für die Zukunft Gesundheit und Wohlergehen zu wünschen. Neben einem kleinen Geschenk überbrachte das Stadtoberhaupt auch die Urkunde des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann.

Er ist ein „Isnyer vom Sauweiher“

Hans Wagner ist „Isnyer vom Sauweiher“. Etwas konkreter erklärt: „Dem Sauweiher entlang standen einst die Edelrid-Werkstätten und dahinter bin ich geboren und aufgewachsen.“ Da unten hatte einst auch das Zimmergeschäft Speckle seine Werkstatt, wo er Zimmerer gelernt und dann auch 27 Jahre gearbeitet hat. Dann sei er in den Baubetriebshof gewechselt bis zum Rentenbeginn. „Und jetzt bin ich auch so ziemlich vollbeschäftigt, überall dort wo's fehlt und wohin ich gerufen werde, versuche ich behilflich zu sein“, so schildert Hans Wagner sein Arbeitsleben.

Ingeborg, geborene Kemper, ist in Haubach geboren und aufgewachsen. Nach der Schulzeit in Menelzhofen ging es mit 14 Jahren als Hilfskrankenschwester ins Isnyer Krankenhaus, ins „Wilhelmstift“. Sie hätte, obwohl noch sehr jung und nur angelernt fast alles machen dürfen. Eines Tages sei der 18-jährige Hans mit einem gebrochenem Bein in das Krankenhaus gekommen. Dem hätte sie auf Anweisung des Arztes einen Gips anlegen müssen – und da hätten sie sich halt ineinander verknallt, so erzählt sie.

Heirat mit Unterschrift der Eltern

Vier Jahre später hätten sie geheiratet, noch mit Unterschrift der Eltern und dann sei halt auch bald der erste Sohn geboren worden. Bis die zwei Buben, Johannes und Christoph groß waren, sei sie zuhause geblieben und hätte neben der Familie noch Heimarbeit für Gardinia gemacht. Als die Söhne aus dem Haus waren, hatte sie noch 20 Jahre lang eine Festanstellung in der Bäckerei. Wagners haben miteinander auch einige Wohnungswechsel verkraften müssen: Kanzleistraße, Friedrich-Silcher-Straße, Am Pfannenstiel, viele Jahre an Neutrauchburger Straße neben der Tankstelle und schließlich Am Moos in ruhiger Wohnlage und bester Nachbarschaft.

„Gut dass wir einander haben, gut, dass wir beisammen sind. Wir haben uns gegenseitig durch 50 Jahre sehr gerne ausgehalten, sind immer noch glücklich zusammen“, so resümieren die beiden Wagners rückblickend ihre gemeinsamen 50 Jahre. Manchmal müsse man halt nachgeben und Kompromisse machen – von beiden Seiten.

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