Begeistert vom neuen Bully

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 Erhard Pferdt freut sich über die angeschafften Pferdestärken.
Erhard Pferdt freut sich über die angeschafften Pferdestärken. (Foto: Barbara Rau)
Barbara Rau

„Je pulvriger der Schnee, desto öfter muss ich fahren“, sagt Isnys Loipenspurer Erhard Pferdt. Und Pulverschnee sei dieser Tage reichlich vom Himmel gekommen. Das Langlauf-Stadion hat bei seiner Arbeit Priorität, dort dreht Pferdt deshalb die meisten Runden. Die insgesamt 75 Kilometer des Isnyer Loipennetzes mit den Verbindungen in Richtung Maierhöfen oder Argenbühl komplett zu pflegen – das sei derzeit nicht zu schaffen.

„Wir sind das nicht mehr gewöhnt“, meint Pferdt zu den aktuellen Schneemassen. Voriges Jahr habe er nur einen Tag richtig viel Schnee gehabt und ansonsten eher aufpassen müssen, „keinen Dreck hochzuziehen“. Der neue, starke Pistenbully, den die Stadt angeschafft hat, sei aber Gold wert bei den aktuellen Schneemengen: „Die Maschine ist toll. Mit den Pferdestärken fahr’ ich auch die Felderhalde rauf wie nix“, schwärmt er. Gummiraupen und Tempomat seien weitere Vorteile.

Bis zehn Uhr sei das viel genutzte Stadion gespurt, danach gehe es an die Felderhalde – und dann folgten gemäß der vom Gemeinderat beschlossenen Prioritätenliste die Gschwend-Loipe und die Argen-Loipe. Danach sind Schweineburg- und Rotmoos-Loipe dran – je nach Schneelage. Denn wenn viel Schnee fällt, sei die Arbeit schnell umsonst. Nachts zu fahren sei bei den momentanen Wetterverhältnissen sowieso nicht möglich, auch wenn die neue Maschine starke Leuchten hat: „Ich sehe nur noch Weiß und fahre im Kreis“, bittet Pferdt die Langläufer um Verständnis, dass nicht immer alle Loipen verfügbar sind.

Die Sportplatz-Loipe in Maierhöfen wird in diesem Winter von der Gemeinde Maierhöfen selbst gespurt. Die Wald-Loipe am Waldbad ist vorerst nicht verfügbar, die Gefahr von Schneebruch an den Bäumen sei viel zu hoch, mahnt Pferdt.

Eine Loipe für die klassische Langlauftechnik zu spuren, sei vergleichsweise einfach gegenüber einer Skating-Loipe, da drücke sich das Spurgerät in den Schnee „und fertig“. Skater-Spuren verursachten mehr Arbeit. Weil zwischen den Raupen naturgemäß Freiraum ist – auch wenn das bei dem neuen Pistenbully schon besser sei – muss Pferdt für eine gut präparierte Skaterspur mehrmals und versetzt fahren. Bei starkem Schneefall sollte alle 20 Zentimeter Neuschnee, die gefallen sind, wieder gespurt werden. Dass deshalb neben dem Stadion nicht mehr genug Zeit bleibe, alle Loipen zu präparieren, verstehe sich von selbst.

Außerdem brauche Schnee Zeit, sich zu verdichten. Wenn der Pistenbully durch ist, sollten Langläufer also etwa 20 Minuten warten, bis sie die frische Spur nutzen, weil sie diese sonst ruinieren. „Die tun sich keinen Gefallen. Dann ist meine Arbeit nur noch die Hälfte wert“, ärgert sich Pferdt. Und auch wenn das viele Langläufer das glauben würden: Eine frische Spur direkt hinter dem Pistenbully sei nicht schneller.

Dafür sei aber ziemlich gefährlich, direkt hinter dem Spurgerät zu fahren, das Fahrzeug hat keine Bremsen. Zudem sei die Maschine bergauf zwar schneller, aber bergab der Langläufer. Und der habe kaum eine Möglichkeit zu bremsen oder auszuweichen.

Im Isnyer Langlaufstadion brennt bis 20.30 Uhr das Flutlicht, doch oft seien danach noch Langläufer mit Stirnlampe unterwegs. Pferdt sagt, er verstehe, dass die Leute nach Feierabend laufen möchte, aber das mache seine Arbeit nicht einfacher. In Balderschwang würden die Loipen wegen des Präparierens sogar ab 17 Uhr gesperrt, weiß der unermüdliche Gestalter der Isnyer Loipen.

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