Barbie lädt zum Gruppenfoto

Lesedauer: 3 Min
 Das Gruppenfoto von Barbies Geburtstag.
Das Gruppenfoto von Barbies Geburtstag. (Foto: Haus Tanne)
Schwäbische Zeitung

Zu ihrem 60. Geburtstags hat „Barbie“ alle Vorfahrinnen in die Remise von „Haus Tanne“ eingeladen und mit ihren Vorbildern, die alle zu ihrer jeweiligen Zeit (oder bis heute) „Million-Seller“ sind, zum Gruppenfoto aufgestellt. Anders formuliert: Die Puppenausstellung in Eisenbach ist wieder geöffnet

Eine französische Modepuppe präsentiert den letzten Schrei aus Paris: Sie bereiste mit Kolleginnen als Mannequins zwischen 1850 und 1900 die ganze Welt, um „Haute Couture“ zu zeigen, dann verschwanden sie für lange Zeit im Dunkel der Puppengeschichte, um ab Mitte der 1980er-Jahre als teure Sammelobjekte eine Renaissance zu erleben.

Eine unscheinbare Puppe im blau-karierten Kleid mit langen Zöpfen eroberte ab 1900 als „Model 390“ von Armand Marseille die Welt – damals die weltweit am meisten verkaufte Puppe. Sie trug ab Werk nur ein schlichtes Hemd und benötigte als allererstes ein Kleid, das von der Puppenoma, einer Tante oder einer Schneiderin zu Hause genäht wurde.

Inge überragt alle: Sie war, zusammen mit Hans, Christel, Bärbel und Strampelchen von „Schildkröt“, die erfolgreichste Puppe in den 1950er-Jahren. Neben Barbie und Ken auf dem Töpfchen sitzt „Baby Born“, geboren 1992 in jener Größe, um echte Baby-Kleidung zu tragen und alles zu tun, was Menschenkinder auch tun: Futtern, Windel einnässen, die gewechselt werden muss... – trägt Baby Born die Kleidung einer Zwölfjährigen, wird sie zur treuen Spielgefährtin und Vertrauten. Auch ein „Million-Seller“.

Zwei kleine, dunkel gefärbte „Schildkröt“-Puppen stammen aus der Zeit, als Deutschland noch Kolonialmacht war. Damals galt es als schick, sich mit exotischen Dingen aus den Kolonien zu schmücken, auch mit dunkelhäutigen Puppen.

Sie alle und viele andere sind in Barbies Jubiläumsausstellung in Haus Tanne zu sehen und erzählen laut Pressemitteilung die Kulturgeschichte der Puppen – auch, dass Barbie keine amerikanische Erfindung war, sondern ein deutsches Vorbild namens Lilly hatte.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen