Ausgestorbene und seltene Berufe in Isny

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 Friedolin Furtwängler, der legendäre Schmied in der Hofstatt.
Friedolin Furtwängler, der legendäre Schmied in der Hofstatt. (Foto: Liane Menz Isny)
Schwäbische Zeitung

Im Erinnerungscafé der Städtischen Museen am Mittwoch, 27. November – wie gewohnt von 14.30 bis 17 Uhr in der Unteren Mühle – soll in gemütlicher Atmosphäre ein Blick zurück auf die Isnyer Arbeitswelt geworfen werden, kündigt Museumsleiterin Ute Seibold an.

Dem Themenbereich „Arbeit und Leben“ soll im neuen Stadtmuseum im Schloss ein Raum gewidmet werden – sozusagen von der Lehnsherrschaft zur „Work-Life-Balance“. In der Jubiläumsschrift „600 Jahre Freie Reichsstadt Isny“ ist zu lesen, dass es 1965 Berufe nicht mehr gibt, die 1835 noch gebraucht wurden. Wie sieht es 2019 aus? Welche Berufe sind verschwunden, die es 1965 noch gab?

Auch in der Gegenwart wandelt sich die Arbeitswelt stark: Der Dienstleistungssektor wächst, Strukturen verändern sich, die Grenzen zwischen „Job“ und Privatleben sind fließend, eine hohe Flexibilität ist selbstverständlich geworden.

Isny hat bis heute eine aktive Handwerkerzunft, die nicht nur bei der traditionellen Zunftfeier am Kinderfestmontag in Erscheinung tritt. „Wer hat einen goldenen oder sogar diamantenen Meisterbrief in einem seltenen Handwerk zu Hause?“ fragt Seibold. Sie interessiert, was ältere Isnyer berichten, welche traditionellen Ausbildungen zwischen 1935 und 1965 in Handwerk, Handel, Gewerbe und Industrie wichtig waren? Waren die Knopfmacherei, das Küfer- oder Kürschnerhandwerk 1965 noch populär? Welche Berufe gehörten zum Alltag und haben heute keine Relevanz mehr? Aufgrund welcher Rohstoffressourcen vor Ort gab es möglicherweise Berufe, die im weiteren Umfeld so nicht vorkamen? Wer kann sich noch an seine Erfahrungen aus Schmiede, Gerberei oder Wachszieherei erinnern? „Auch interessant zu wissen: Gab es in Isny reine Frauenberufe?“ – Auf Antworten freut sich Ute Seibold im Erinnerungscafé.

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