Auch Isnyer Eltern demonstrieren fürs Klima

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 Die Kundgebung vor dem Rathaus, anschließend zogen die Demonstranten durch die Wassertorstraße.
Die Kundgebung vor dem Rathaus, anschließend zogen die Demonstranten durch die Wassertorstraße. (Foto: Walter Schmid)

„Wir stehen hier als drei Mütter – mit unseren Kindern; drei Mütter, die Sorge haben um die Zukunft unserer Kinder und deren Kinder, wir sind besorgt wegen der Klimakrise“: Es sind Annika Reiß, Erika Stehling und Nadine Urbas, die diese Worte vor dem Rathaus konstatieren und die fragen: „Vielleicht geht es euch ähnlich und ihr seid deshalb auch hier?“

Vergangenen Freitag hat in Isny die nächste Demonstration im Rahmen der weltweiten „Fridays for Future“-Bewegung stattgefunden – nach den Grundschülern demonstrierten nun Eltern, die „Parents for Future“. Rund 100 Interessierte und Engagierte nahmen an der Kundgebung teil.

„Bisher dachten wir, als Einzelpersonen könnten wir nichts bewegen. Greta Thunberg ist es gelungen viele Menschen wachzurütteln“, fügen die drei Organisatorinnen hinzu. Dass die Dringlichkeit verstanden worden sei, zeigten die weltweiten Proteste der jungen Menschen ebenso wie jene 26 000 Wissenschaftler, die sich den Forderungen der Schüler angeschlossen hätten.

Man wisse, dass sich die Stadt Isny ernsthaft um eine gute Umweltpolitik bemühe, heißt es vor dem Rathaus weiter, der Druck auf die Politik müsse jedoch verstärkt werden, denn die Zeit laufe davon. Die drei Organisatoren nennen als Beispiele den steigenden Meeresspiegel, das weltweite Sterben von Tierarten und Extremwetterereignisse. Und die Wissenschaft belege, dass der Klimawandel menschengemacht sei.

Sie appellieren, jeder habe das Potenzial, nachhaltiger und umweltschonender zu leben: „Wir sind uns bewusst, dass wir alle Einschränkungen in Kauf nehmen müssen.“ Die Plakate nehmen die Dringlichkeit auf: „Fünf vor Zwölf“ – wenn nicht jetzt, wann dann?“ „Hoch mit dem Klimaschutz – runter mit der Emission“, „Klimaschutz geht uns alle an“.

Teilnehmer Wolf-Dieter Fischer betont in seinem Statement, dass man das Thema Klima nicht mehr allein der Politik überlassen dürfe, auch nicht den Schülerinnen und Schülern: „Wir alle müssen endlich aufstehen.“ Er erinnert an den jüngsten, den schon elften „Isnyer Klimagipfel“ – und wie verzweifelt bereits dort Klimaforscher Klaus Pfeilsticker gesprochen habe; auch an die eindringliche Rede von Hans-Josef Fell, der einen schnellen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen angemahnt habe.

Fischer verweist auch auf den Klimafilm von Al Gore, „Die unbequeme Wahrheit“, und auf das Büchlein „Kleine Gase – große Wirkung: Der Klimawandel“, das für fünf Euro im Isnyer Weltladen in der Bahnhofstraße und im Buchhandel zu kaufen sei. Leicht verständlich sei darin das hochkomplexe Thema des Klimawandels beschrieben – und auch, was zu tun wäre.

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