Am Hasenberg öffnen sich Türen

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 Der junge Isnyer Skispringer Otto Maus kurz nach seinem erfolgreichsten Sprung über 61 Meter.
Der junge Isnyer Skispringer Otto Maus kurz nach seinem erfolgreichsten Sprung über 61 Meter. (Foto: Walter Schmid)
Walter Schmid

Zum zehnten Mal ist die Stadt Isny durch den Wintersportverein (WSV) Austragungsort des Deutschen Schülercup (DSC) in den Disziplinen Skisprung und Nordische Kombination gewesen. Die Landesverbände schicken dazu jedes Jahr ihren 14 bis 16-jährigen Spitzennachwuchs mit ihren Trainern drei Tage lang nach Isny. Die 82 Jungen und Mädchen kamen dieses Jahr aus den Landesverbänden Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen, Brandenburg und aus dem hessischen und westdeutschen Skiverband.

Acht Mädchen und neun Jungen kommen zum Beispiel aus Sachsen und erzählen, dass sie mit den Kleinbussen ihres Bundesstützpunktes Klingenthal im Vogtland angereist seien und ihr Quartier im Ferienzentrum in Maierhöfen bezogen haben. Zwei Mädels von ihnen seien „nur“ Springerinnen, die andern seien Kombinierer/Nordische Kombination, also Springer und Skiläufer. Sie erklären weiter, dass sie zu Hause in Klingenthal ganzjährig von der Schanze trainieren, den Langlauf im Winter auf den Skyting-Skiern, im Sommerhalbjahr auf Skirollern auf dem Asphalt.

Wettkampfbeauftragter für den Deutschen Nachwuchs in beiden Disziplinen ist der Oberstdorfer Hans Schmid. Auch in Isny ist er ganz nah dabei, um im Wettkampf die Potenziale der besten und aussichtsreichsten Wintersportler zu beobachten und gegebenenfalls herauszufiltern. Rennleiter und Hauptverantwortlicher des WSV Isny ist der Vorsitzende, Tom Maus, in Zusammenarbeit mit Conny Kremer. Maus meint rückblickend auf die vergangenen zehn Jahre: Die Leistungen bei den Wettkämpfen der jungen Wintersportler beim Deutschen Schülercup in Isny hätten schon für so manchen die Tür zu den Internationalen Wettkämpfen geöffnet.

Begonnen haben die DSC-Trainings-Wettkämpfe am Freitag auf der Hasenbergschanze K60 in Großholzleute. Gesprungen wurde nach Altersklassen. Die Mädchen bildeten eine extra Gruppe. Die Springer schafften auf der großen Schanze knapp unter 60 Meter, die Kombinierer um die 50 Meter. Springer Otto Maus, der Sohn des Vorsitzenden, war in seiner Disziplin mit 59,5 Metern im Schnitt einer der besten deutschen Nachwuchsspringer. Hannes Hofmann vom WSV Isny schaffte im Schnitt 50 Meter. Er lag beim Springen eher im Mittelfeld, holte jedoch durch seine gute Laufleistung locker auf ins vordere Drittel der Deutschen Nachwuchsspitze. Hofmann erklärte dazu: „Die Springer haben’s halt a bissle leichter, können ihre Kraft und Energie auf die Schanze bündeln. Bei uns Kombinierern verteilen sich unsere Kraftreserven auf Schanze und Lauf. Das Training bei uns ist um einiges aufwendiger und muss schließlich noch neben der Schule bewältigt werden.“

Durch die Stadt flitzen

Am Samstagnachmittag gingen zwischen Gymnasium und Festplatz die 72 „Flitzer“ auf ihren Skirollern an den Start. Zur auffallend langen Stocklänge erklärten die „Flitzer“, dass die optimale Länge vom Boden bis zum Ohrläppchen reicht. Die Rennläufer mussten in mehreren Runden auf der kurvenreichen Strecke insgesamt sechs Kilometer zurücklegen. Um für alle die gleichen Bedingungen zu garantieren, mussten vor dem Start die eigenen Roller abgegeben und die des DSC angeschnallt werden. Der Durchschnitt der Sprungweiten vom Vormittag auf der Schanze hat Einfluss auf den Startzeitpunkt jedes Kombinierers. Je weiter die Sprünge, desto früher der persönliche Startzeitpunkt. Die Leistung in beiden Disziplinen wird also miteinander verrechnet.

Am Sonntag stand eine weitere Skisprung-Trainingsrunde auf dem Programm, am Nachmittag ein Geländelauf in Sportschuhen um das Schanzengelände am Hasenberg – und die Siegerehrung.

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