Allgäuer Festwoche: Besucher erhebt schwere Vorwürfe gegen Sicherheitsfirma

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Schwere Vorwürfe richtet ein Besucher der Allgäuer Festwoche gegen einen Sicherheitsmann. Er soll ihn krankenhausreif geschlagen haben. (Foto: dpa/privat)

Eine vermeintliche Prügelattacke auf der Allgäuer Festwoche beschäftigt jetzt die Verantwortlichen und die Polizei. Ein Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma soll auf einen Besucher eingeprügelt haben.  Das prangert ein Freund des mutmaßlichen Opfers in dem sozialen Netzwerk an. Mittlerweile haben rund 500 User diesen Post kommentiert. Der Mann hat einen Jochbeinbruch sowie weitere schwere Verletzungen im Gesicht davongetragen, wie er der Schwäbischen Zeitung erzählte. An diesem Donnerstag soll er in München deswegen nun operiert werden. 

Den dramatischen Ausgang seines Besuchs auf der Festwoche schildert Stefano Farina so: "Ich kam vom Rauchen wieder in das Festzelt und sah meine Freundin auf einem Tisch tanzen. Zwei Männer der Securityfirma kamen sofort her und waren sehr aggressiv. Sie haben meiner Freundin mit einer Taschenlampe ins Gesicht geleuchtet. Ich habe einen der Männer an der Schulter von mir weggeschoben, um etwas Platz zu schaffen und dann hat er mir ins Gesicht geschlagen."

Fünf Schläge ins Gesicht 

Mehr als fünf Schläge habe der Besucher ins Gesicht bekommen. "Ich war zu keiner Zeit aggressiv und wurde auch nicht handgreiflich. Außerdem war ich sicher nicht betrunken, denn ich musste am nächsten Tag früh raus, um meinen Laden zu öffnen", betont der 52-Jährige.

An das, was danach geschehen war, kann sich Stefano Farina nicht mehr im Detail erinnern. "Ich kann mich aber noch erinnern, dass man mich auf dem Boden fixiert hat und mehrmals auf mich eingeschlagen hat." 

Polizei schildert Fall anders

Die Polizei schildert den Fall bisher anders. Demnach soll der Besucher selbst auf einem Biertisch gestanden haben. Als er vom Sicherheitsdienst gebtenen wurde, diesen zu verlassen, habe er nach unten geschlagen und einen der Mitarbeiter am Kopf verletzt. Anschließend sei der Mann festgehalten worden und dabei im Gesicht verletzt worden - so steht es im Polizeibericht. Außerdem sei der Besucher zur Tatzeit alkoholisiert gewesen. Telefonisch konnte die Polizei schwäbische.de bislang keine Auskunft geben.

Währenddessen wird der Facebook-Post über den möglichen Übergriff hundertfach geteilt. Außerdem berichten weitere User in ihren Kommentaren von negativen Erfahrungen mit der Sicherheitsfirma. Was wirklich passiert ist, das will die Polizei in den nächsten Tagen genau klären. Der Geschäftsführer der Sicherheitsfirma, die bei der Allgäuer Festwoche präsent ist, verwies auf Nachfrage unserer Zeitung lediglich auf die Verantwortlichen der Festwoche. Auf ihrer Facebook-Seite kommentiert die Firma die Vorwürfe von Stefano Farina so: "Das ist Ihre persönliche Wahrnehmung und die steht Ihnen selbstverständlich zu. Wir werden sehen, was die Polizei ermittelt."

Auch die Verantwortlichen der Allgäuer Festwoche verweisen auf die laufenden Ermittlungen. Martina Dufner-Wucher, Geschäftsführerin der Festwoche, erklärt, die betroffene Sicherheitsfirma sei im Vorfeld mit großer Sorgfalt ausgewählt worden und habe sich seit 2013 als guter Partner bewährt. "Wir haben in fünf Jahren Zusammenarbeit keine schlechten Erfahrungen gemacht", so Dufner-Wucher. Über die Auswahl der einzelnen Mitarbeiter der Sicherheitsfirma schreiben die Veranstalter darüberhinaus folgendes: "Die Firma erledigt den Auftrag mit Partnerunternehmern, da eine Firma alleine solche großen Aufträge in der Regel nicht stemmen kann. Das Sicherheitspersonal auf der Allgäuer Festwoche wird im Vorfeld polizeilich geprüft und ist entsprechend geschult und ausgebildet."

Festbesucher fordert Konsequenzen

Stefano Farina jedenfalls möchte jetzt Anzeige erstatten - und dafür sorgen, dass Konsequenzen gezogen werden: "Bisher habe ich noch keine Entschuldigung von der Sicherheitsfirma oder dem Mitarbeiter bekommen. Der Mann, der mir das angetan hat, gehört weggesperrt. Er soll eine Strafe dafür bekommen."Außerdem sollten auch die Verantwortlichen der Allgäuer Festwoche über mögliche Konsequenzen nachdenken.

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