„Alles ist Chemie, ohne Chemie ist alles nichts“

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 Faszinierend akrobatisch: Julia Abramova, Deutsche Meisterin in der rhythmischen Sportgymnastik aus Tübingen, mit „brennenden F
Faszinierend akrobatisch: Julia Abramova, Deutsche Meisterin in der rhythmischen Sportgymnastik aus Tübingen, mit „brennenden Füßen“. Links Gerd Bouchon, rechts Jürgen Nowarra. (Foto: Fotos: Karl-Heinz Schweigert)
Karl-Heinz Schweigert

„Alles ist Chemie, ohne Chemie ist alles nichts“: Wie wahr ist dieser Satz, der dem bekannten Naturwissenschaftler Justus von Liebig zugesprochen wird. So spielte bereits vor einer Milliarde Jahren die organische Chemie bei der Entstehung des Lebens in der „Ursuppe“ die entscheidende Rolle.

Dass diese Wissenschaft überhaupt faszinierend ist, aus der heutigen Gesellschaft nicht wegzudenken ist, und überdies gute Berufschancen bietet – dies hat Professor Gerd Bouchon gemeinsam mit Diplom-Ingenieur Jürgen Nowarra, der Schulleiter des Bereichs CTA ( Chemisch-Technischer Assistent) an der NTA in Isny seit zehn Jahren Tausenden Schülern und Lehrern in attraktiven Experimentalvorträgen eindrucksvoll vermittelt.

Baden-Württemberger und Bayern

Zu Bouchons leider wohl letztem Auftritt vor dem Ruhestand am vergangenen Mittwochnachmittag war der Große Hörsaal deshalb wieder mit rund 300 Schülern und Lehrern brechend gefüllt. Sie kamen aus Gymnasien, Real- oder Gemeinschaftsschulen oder Fach- und Berufsoberschulen aus Baden-Württemberg und Bayern (siehe Kasten).

Das eingespielte Duo Bouchon/Nowarra mit seinem bestens vorbereiteten „Weißkittel-Studententeam“ fesselte das Publikum mit einer gelungenen Mischung unterschiedlichster Versuche und deren naturwissenschaftlicher Auswertung, ohne dabei auf theatralische Effekte zu verzichten.

Gruseliges Theaterblut

So reichte die Spanne der Experimente von der verblüffend an der Tafel auftauchenden Geheimschrift „Alles ist Chemie“ zu Beginn des Vortrages über das glühende „Platin-Herz“ und Springbrunnenversuche bis hin zu gruseligem Theaterblut, brennender Unterwasserfackel, grünem „Kondom-Kaktus“ und reichlich „Elefanten-Zahnpasta“. Lehrreich und beeindruckend zum Schluss im Freien waren mit Unterstützung der Isnyer Feuerwehr auch das Abbrennen von Bengalischem Feuer und die Explosion von brennendem Fett beim Versuch, dies mit Wasser zu löschen.

All diese Experimente sind fachlich gut zu erklären und mit wenig Aufwand in Schulen durchführbar – übrigends nicht nur in den teilnehmenden. Der „Hintergedanke“ der Organisatoren ist dabei, Lehrer und Schüler für die Naturwissenschaft noch mehr zu gewinnen und zu begeistern, aber auch, bei den Schülern für die NTA als mögliche Ausbildungsstätte zu werben Das ist wieder gelungen, wie exemplarisch ausgewählte Reaktionen der Zuschauer am Mittwoch zeigten.

„Faszinierend und cool“

Fünftklässlerin Leonie aus Füssen sagte: „Mir gefällt Chemie sehr gut und ich interessiere mich stark dafür.“ Gymnasiastin Sarah aus Kirchheim schwärmte: „Ich finde es faszinierend und cool. In der Schule werden solche Experimente in diesem Ausmaß nicht gezeigt“. Zehntklässler Manuel aus Wangen fand „die Versuche sehr interessant, was leider im Unterricht seltener ist“. Fachoberschüler Tobias aus Kempten „wollte die NTA als möglichen Ausbildungs- und Studienort kennenlernen, und die Show ist beeindruckend“. Dass sie auch ohne Bouchon stattfindet, bleibt zu wünschen.

Die Gästeliste

Die insgesamt 277 Schüler unterteilten sich in 135 Gymnasiasten, 103 Realschüler und 39 Schüler der FOS/BOS, hinzu kamen 25 Lehrer aus zehn Bildungseinrichtungen sowie zwei Firmenvertreter, insgesamt Besucher aus 15 Orten.

Die größte Besuchergruppe stellte das Gymnasium Kirchheim/Teck mit zwei Lehrern und 80 Schülern. Lokal brachte ein Lehrer der

Realschule Isny 20 Schüler mit. Weitere Gäste: Zwei Lehrer vom Gymnasium Schloss Salem plus 23 Schüler, drei Realschullehrer aus Weißenhorn plus 37 Schüler, ein Lehrer vom Gymnasium Wangen mit 23 Schülern, zwei Lehrer der Fach- und Berufsoberschule (FOS+BOS) Kempten samt 39 Schülern, drei Lehrer der Realschule Füssen plus zwölf Schüler, drei Lehrer vom Gymnasium Türkheim plus mit vier Schülern, ein Realschullehrer aus Günzburg mit 34 Schülern sowie ein Lehrer vom Friedrich-List-Gymnasium Reutlingen mit zwei Schülern.

Drei Schüler reisten eigens aus Erlangen an, ohne Lehrer, aber mit Begleitung. Ohne Schüler wiederum kamen zwei Lehrer von der Maria Ward Realschule Lindau und der Anton-Fugger-Realschule Babenhausen, dazu zwei Kollegen der GMS Leutkirch sowie ein Lehrer der Schradin-Schule in Reutlingen sowie einer vom Friedrich-Liszt-Gymnasium. Ein Teilnehmer vertrat die Firma Roche Diagnostics GmbH Penzberg, die auch regelmäßig zu Gast ist bei der Berufsbörse der NTA im Isnyer Kurhaus.

Von den 25 Lehrkräften kamen neun Lehrer aus fünf Gymnasien, zwei waren FOS/BOS-Lehrer an einem Standrot, ein Lehrer kam aus einem beruflichem Schulzentrum, elf aus zwei Realschulen und zwei Lehrer von der Gemeinschaftsschule in Leutkirch.

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