30 Isnyer Sternsinger sammeln für Kriegsflüchtlinge

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 Seit Donnerstag sind in Isny und den Ortschaften die Sternsinger unterwegs, im Mittelpunkt der Hilfsaktion 2020 steht der Liban
Seit Donnerstag sind in Isny und den Ortschaften die Sternsinger unterwegs, im Mittelpunkt der Hilfsaktion 2020 steht der Libanon, ein Land, das weltweit als beispielgebend gilt bei der Aufnahme und Unterstützung von Kriegsflüchtlingen. (Foto: Walter Schmid)
Walter Schmid

Rund um den Dreikönigstag, den 6. Januar, sind wieder die Sternsinger unterwegs in ganz Deutschland. So auch in Isny und in den Ortschaften Großholzleute, Rohrdorf, Neutrauchburg und Beuren und vielen der zugehörigen Weiler. Sie bringen gute Neuigkeiten: Gott ist allen Menschen nah, sein Sohn ist geboren, Frieden und Gerechtigkeit sollen von dem Kind in der Krippe ausgehen.

Die Sternsinger erinnern mit ihren Kronen und den königlichen Gewändern an die „Heiligen drei Könige“, die von weit her zum Jesuskind im Stall von Bethlehem kamen. Um den Dreikönigstag herum kommen nun die Sternsinger, Kinder aus den Gemeinden, als Könige gekleidet an die Haustüren und bringen den Menschen den Segen mittels der drei Buchstaben C-M-B und mit der neuen Jahreszahl 2020. Soll heißen: „Christus segne dieses Haus und alle die da gehen ein und aus im Jahr 2020.“

Ein kleines Land öffnet sich für viele flüchtende Menschen

Bei der diesjährigen Sternsinger-Aktion wird vor allem der Libanon in den Blick genommen. Die Bewohner des Landes sind allein kulturell und religiös sehr unterschiedlich orientiert, trotzdem nimmt die Bevölkerung viele flüchtende Menschen aus Kriegsgebieten auf. Bis an die Grenzen seiner Kräfte und Möglichkeiten sei dieses Land bereit zu helfen, so wird im Begleitheft der diesjährigen Aktion informiert.

Es sei nichts Neues, dass viele Millionen Menschen auf der ganzen Welt aus Angst um Leib und Leben fliehen, weil sie verfolgt werden, weil Krieg und Gewalt sie vertreiben, wegen Dürren und Hunger. Sie suchen in anderen Ländern Hilfe und Schutz – auch im Libanon. Auch unzählbar viele Kinder litten auf den langen und gefährlichen Wegen oder kämen gar zu Tode.

Stern zeigt Weg zu Frieden und Gerechtigkeit

Und weiter heißt es: „Wenn ihr, liebe Sternsinger, in den Straßen unterwegs seid, weist ihr auf die Flüchtenden und Leidenden dieser Welt hin, auf die Menschen aus fremden Ländern mit verschiedener Hautfarbe, fremder Sprache und Kultur. Ihr weist aber auch auf die vielen Menschen guten Willens hin, die nach Frieden suchen in einer neuen Welt, in der niemand mehr flüchten muss vor Krieg, Terror oder vor den Folgen der Klimaveränderung. Ihr legt den Finger auf die Wunden. Und ihr zeigt auf den Stern, der uns auf neue Wege führen will zu Gott und damit zu Frieden und mehr Gerechtigkeit.“

Im Laufe des Dezembers haben sich in Isny 30 Kinder an drei Nachmittagen im Gemeindehaus St. Michael getroffen, um das kleine Land, den Libanon, ein bisschen kennenzulernen – und auch die Hilfsprojekte, die von der diesjährigen Sternsinger-Sammlung unterstützt werden. Gleich nach Weihnachten waren nun noch die Königskleider angepasst worden, und Sammelbüchsen, Kreide, Kohle, Weihrauch und Kessel wurden bereitgelegt für alle sieben Isnyer Gruppen, Sterne und Weihrauchkessel sind für dieses Jahr besonders fein herausgeputzt worden.

Kleiner Gottesdienst mit Pastoralreferent Erich Nuss

Diesen Donnerstag, 2. Januar, ging es nun nach der endgültigen Einkleidung gemeinsam mit den erwachsenen Begleitern hinüber in die Kirche St. Maria zur Aussendung, bei der mit Postoralreferent Erich Nuss ein kleiner Gottesdienst gefeiert wurde: „Stern über Bethlehem, zeig’ uns den Weg“, wurde gesungen – so, wie kurze Zeit später auch an den Haustüren gesungen wird. „Liebe Sternsinger“, eröffnete Erich Nuss die Andacht, „nicht nur als Segensbringer seid ihr unterwegs, sondern als Botschafter des Friedens“. – „Frieden im Libanon und weltweit“ sei das Motto der diesjährigen Aktion.

Mit Gebeten wurden zuerst Kreide und Weihrauch gesegnet – und dann auch die Kinder selber im Kreis um den Altar, damit sie den Segen hinaustragen können in die Häuser. „Herr unser Gott, die Weisen aus dem Morgenland haben sich auf einen weiten Weg gemacht, um das Heil der Welt in Deinem neugeborenen Sohn zu finden. Unsere Sternsinger machen sich heute auf den Weg, um den Menschen dieses Heil zu verkündigen“, waren die Worte, die die Kinder mit hinaus nahmen in Stadt.

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