100 Kilometer Loipe über 100 Grundstücke

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 Bürgermeister Martin Schwarz und Christina Rist vom Gästeamt Maierhöfen, rechts Isnys Bürgermeister Rainer Magenreuter.
Bürgermeister Martin Schwarz und Christina Rist vom Gästeamt Maierhöfen, rechts Isnys Bürgermeister Rainer Magenreuter. (Foto: Walter Schmid)
Walter Schmid

Jedes Jahr vor Beginn der Wintersaison werden von den Bürgermeistern Rainer Magenreuter aus Isny und Martin Schwarz aus Maierhöfen genau 100 Grundstücksbesitzer – genauer gesagt -bewirtschafter – zusammen mit ihren Ehepartnern zu einem geselligen Abend mit genüsslichem Essen eingeladen. Der Grund dazu ist, „danke“ zu sagen, dass sie ihre bewirtschafteten Flächen für insgesamt 100 Kilometer Langlaufloipen zur Verfügung stellen.

Die beiden Kommunen wechseln sich mit der Einladung jährlich ab – diesmal war das bayrische Maierhöfen dran, Organisatorin war Christina Rist vom Touristikamt im Rathaus, hatte einige Quizfragen zum Wintersport vorbereitet und zeigte einen neu produzierten Film über den Eistobel. Zur musikalischen Unterhaltung spielte die Gruppe „Alpenschweden“ mit E-Piano, Harmonika, Geige und Tuba.

Bürgermeister Schwarz sagte in seinem Grußwort, dass man das Entgegenkommen der Landwirte sehr zu schätzen wisse und dass man dafür nur von Herzen danke sagen könne für „ein unbezahlbares Geschenk“. Die Gemeinde versuche, einen sanften Tourismus zu pflegen und in kleinen Schritten auszubauen. Dazu gehöre neben dem Wander- und Radnetz eben auch ein abwechslungsreiches Loipennetz, sowohl für Tagesgäste aus der weiteren Region, aber auch für Feriengäste und alle Mitbürger. Bürgermeister Magenreuter unterstrich das gute Miteinander beider Kommunen, speziell auch beim Wintersportangebot.

Seinen Dank begründete er vor allem damit, dass die Grundstücks-Bewirtschafter, je nach Strenge des Winters, eine gewisse Vegetationsverzögerung durch Vereisung auf den Loipenstrecken in Kauf nehmen müssten. Zwei Nachbar-Landwirte auf württembergischem und bayrischem Territorium kommentieren die Worte: „Unser Schaden hält sich zwar sehr in Grenzen, trotzdem tut es gut, dass unser Entgegenkommen anerkannt wird durch Dank und diese Einladung.“

Magenreuter fuhr fort, dass der von der Stadt Isny neu bestellte Pistenbully für den erfahrenen Lenker Erhard Pferdt wohl dessen Weihnachtsgeschenk werde. Pferdt habe ihn selbst mit ausgesucht und bei der Besichtigung im Werk geurteilt: „Außer Bierbrauen kann er fast alles.“ Vor allem sei das Fahrzeug „wiesenschonend“, und schon ab 20 Zentimetern Schneehöhe sei vermutlich ein Spuren möglich.

Der Maierhöfer Stefan Spieler habe einen gebrauchten Pistenbully gekauft, war weiter zu erfahren, mit dem er unterstützend seine Dienste anbiete wenn er nebenberuflich Zeit habe. Hauptamtlich pflegt Pferdt das Isnyer und Maierhöfer Loipennetz. „Obwohl man genau genommen sagen muss, dass 80 Prozent der Strecken auf Maierhöfer Terrain liegen und nur 20 Prozent auf Isnyer, also württembergischen Grund“, verriet Pferdt.

Darunter seien ganz einfache und ebene Rundkurse für Anfänger, aber auch anspruchsvolle Strecken. Und alle seien miteinander vernetzt, sodass Läufer auf 100 Kilometern in schöner Landschaft unterwegs sein könnten, oft mit Bergsicht. Gespurt werde nach einem Prioritäten-Plan in der Reihenfolge Isnyer Langlaufstadion, Gschwendloipe, Maierhöfen, war von Pferdt zu erfahren.

Nach dem Spuren solle die Loipe, wenn möglich, acht Stunden nicht befahren werden, damit sich die Eiskristalle verfestigen können. Deshalb sei er – je nach Wetterbericht – mit dem Bully abends bis spät in die Nacht unterwegs oder beginne morgens um 3 Uhr seine Arbeit, damit gegen 10 Uhr eine gute Loipe zur Verfügung steht. Für die Qualität der Loipe sei sehr schädigend, wenn Langläufer nachts mit Stirnlampen unterwegs seien. „Dann war meine Arbeit zur Hälfte umsonst.“

Mit der Beschilderung der Strecken habe er bereits begonnen, erzählte Pferdt weiter. Zäune zu entfernen sei ihm noch nicht möglich, weil immer noch Vieh draußen sei. Loipen-Pikerl gebe es im Gästeamt im Rathaus Maierhöfen, in den Sportgeschäften in Isny und im Tourismusbüro im Isnyer Kurhaus. An vier Standorten seien dann, wenn die Saison schließlich losgeht, Loipenkassen aufgestellt.

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