Keine Windrad-Standorte in Horgenzell

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Der Rote Milan, ein geschützter Greifvogel, brütet Wechsetsweiler. Der Standort ist für Windkraftanlagen deshalb tabu. (Foto: SZ-Archiv)
Schwäbische Zeitung
Elke Oberländer

Fünf mögliche Standorte für Windkraftanlagen hatte die Gemeinde Horgenzell noch vor einem Jahr: oberhalb von Wechsetsweiler, auf dem Höhenzug bei Danketsweiler, im Görtholz zwischen Hasenweiler und Zogenweiler, am Höchsten-Hang oberhalb von Sießen und im Winterbacher Wald. So stand es im Entwurf für den „Teil-Flächennutzungsplan Windenergie“, an dem die Gemeinden Fronreute, Horgenzell, Wilhelmsdorf und Wolpertswende sowie die Kommunen des Gemeindeverwaltungsverbandes Altshausen gemeinsam arbeiten.

Ausgewählt waren die fünf möglichen Standorte ursprünglich nach zwei Kriterien: Zum einen sollte der Wind in 150 Meter Höhe Geschwindigkeiten von mindestens 5,25 Meter pro Sekunde erreichen. Zum anderen sollten die Windrad-Standorte 760 Meter Abstand zu Wohnhäusern, 530 Meter Abstand zu Häusern mit gewerblicher oder landwirtschaftlicher Nutzung im Außenbereich sowie 300 Meter Abstand zu Gewerbeflächen halten.

Inzwischen haben die Planer auch die sogenannten „weichen Standortfaktoren“ berücksichtigt. Zu ihnen zählen die Lage im Landschaftsschutzgebiet, Wildkorridore und Biotope, Naturschutz- und Wasserschutzgebiete. Zuletzt war auf Horgenzeller Gemarkung nur noch der Standort bei Wechsetsweiler im Gespräch. Nun hat die Gemeinde auch noch das Ergebnis der Untersuchungen zum Artenschutz bekommen. Dabei hat sich herausgestellt, dass bei Wechsetsweiler ein Brutplatz des geschützten Greifvogels Rotmilan liegt. In seiner Nähe sind Windräder tabu. Also hat Horgenzell keine Windrad-Standorte mehr zu bieten.

In Wilhelmsdorf gibt es noch zwei mögliche Standorte: am Höchsten bei Latten und beim Weiler Rimmersberg. Über sie wird noch beraten, es gibt offenbar Probleme mit Landschafts- und Denkmalschutz. Ursprünglich war einmal die Zahl von 20 Windkraft-Standorten zwischen Ebersbach-Musbach und Horgenzell im Gespräch. Im Horgenzeller Gemeinderat hatten die Räte bereits darüber diskutiert, wie man benachbarte Grundstückseigentümer an den Pachteinnahmen für Windkraftanlagen beteiligen könnte. Darüber müssen sie nun nicht weiter beraten.

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