Ferkelmäster in Horgenzell sattelt um auf Bio-Legehennen

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 Der bestehende Ferkelstall soll künftig 3000 Legehennen beherbergen, weitere 3000 sollen in einem Neubau unterkommen.
Der bestehende Ferkelstall soll künftig 3000 Legehennen beherbergen, weitere 3000 sollen in einem Neubau unterkommen. (Foto: elo)
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Ein Ferkelmäster in der Ortsmitte von Zogenweiler will auf Bio-Legehennen umsatteln. Nach Einschätzung des Regierungspräsidiums wird der Gestank aus dem Hühnerbetrieb die Richtwerte erheblich überschreiten. Andererseits werden die 6000 Legehennen jedoch weniger stinken als der bisherige Ferkelstall. Deshalb sei das Bauvorhaben „genehmigungsfähig“, heißt es aus dem Regierungspräsidium. Das Landwirtschaftsamt sieht die Sache genauso. Im Horgenzeller Gemeinderat haben kürzlich alle Räte den Plänen des Landwirts zugestimmt.

Bereits vor einem Jahr hatte der Horgenzeller Gemeinderat über das Bauvorhaben diskutiert. Mehrere Anwohner hatten Einwendungen erhoben, aber die Räte hatten ihre Zustimmung erteilt. „Auch wenn wir emotional dagegen sind und den Anwohnern den Rücken stärken wollen, bleibt uns doch nichts anderes übrig“, hatte Hugo Gindele damals gesagt. „Wir als Gemeinderäte sind gebunden, gesetzliche Vorgaben einzuhalten.“ Der Rat sei verpflichtet, Schaden von der Gemeinde abzuwenden. Und der könne entstehen, wenn der Landwirt prozessiere und entgangenen Gewinn einklage. Der Landwirt in Zogenweiler will seinen jetzigen Ferkelstall künftig für 3000 Legehennen nutzen. Anbauten sollen Raum für weitere 3000 Hennen schaffen. Auf dem benachbarten Grundstück ist ein Auslauf für die Tiere geplant. Der neuerliche Bauantrag ist nötig, weil die erste Planung offenbar ungünstig für die Bio-Zertifizierung war. „Der Stall wird jetzt länger“, erklärte Bürgermeister Volker Restle in der jüngsten Ratssitzung.

Positiv sei, dass eine Landwirtschaft erhalten bleibe, findet Regina Trautmann. Probleme hat sie mit der künftigen Geruchsbelästigung. „Kann man die nicht weiter reduzieren? Und es für die Anwohner erträglicher machen?“, fragte die Rätin. Bürgermeister Restle erinnerte an die Einschätzung des Regierungspräsidiums: Das Vorhaben sei genehmigungsfähig. Einwendungen der Angrenzer gab es dieses Mal nicht mehr. Der Gemeinderat hat dem Bauvorhaben erneut zugestimmt, mit Enthaltung von Doris Metzger. Der Bauherr will noch in diesem Jahr mit dem Stallbau beginnen.

Wegen der geplanten Bauarbeiten des Landwirts muss die Gemeinde eine Wasserleitung verlegen, die über das Grundstück führt. Die Leitung dürfe nicht überbaut werden, erklärte Ortsbaumeister Ralf Erath. Und weil sie nicht im Grundbuch eingetragen sei, müsse die Gemeinde die Kosten für die Verlegung tragen. Für die 200 Meter Leitungstrasse zahlt die Gemeinde rund 140 000 Euro. „Die Leitung ist schon älter“, sagt Erath. „Die käme in den nächsten vier bis fünf Jahren sowieso.“ Der Gemeinderat hat sich einstimmig für die Verlegung der Wasserleitung ausgesprochen.

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