Eine musikalische Weltreise

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 Blasmusiker der Musikvereine Wilhelmskrich und Bahlingen nahmen ihr Publikum mit aus eine Reise durch die Welt.
Blasmusiker der Musikvereine Wilhelmskrich und Bahlingen nahmen ihr Publikum mit aus eine Reise durch die Welt. (Foto: Yvonne Giwitsch)
Yvonne Giwitsch

Getreu dem Sprichwort „Was sich liebt, das neckt sich“ trafen sich beim diesjährigen Gemeinschaftskonzert der Musikvereine Wilhelmskirch und Bahlingen am Kaiserstuhl im badischen Teil des Ländles.

Die circa 60 Musiker des Musikvereins Bahlingen eröffneten den Konzertabend mit „Askania“ von Klaus-Peter Bruchmann und starteten so feierlich mit Fanfarenklängen, dem Leben auf einer Burg vergleichbar, in eine musikalische Reise durch Raum und Zeit. Weiter ging es gemeinsam mit den Konzertbesuchern zu den Vulkanbergen, den „Montanas del Fuego“ der Insel Lanzarote. Kontrastreich in Melodie, Rhythmus und den Klangfarben zeichneten die Musiker ein musikalisches Bild dieser faszinierenden Landschaft mit ihren beeindruckenden „Feuerbergen“. Abenteuerlich ging es mit demselben Komponisten, nämlich Markus Götz, weiter. Als fiktive Filmmusik, einer Melodie aus Abenteuerfilmen ähnelnd, erzählt das Musikstück von Helden, unberechenbaren Gefahren, Kämpfen und die belohnende Liebe einer zarten Prinzessin.

Weiter ging die Reise nach Karthago in Nordafrika am Golf von Tunis. Karthago war in der Antike in den „Drei Punischen Kriegen“ im ewigen Streit mit dem alten Rom. Mit dem sinfonischen Gedicht „Carthago“ von Anselmo Loretan verklanglichte Musikverein Bahlingen unterschiedlichste Impressionen. Doch dann ging die musikalische Reise zurück nach Deutschland, um „Berliner Luft“ musikalisch zu genießen. Nach 175 Kilometern Anreise und einer so abwechslungsreichen Tour durch die Welt der Blasmusik übergaben Dirigent Marco Lemke und sein Musikverein Bahlingen die Reiseleitung an Alexander Werner und die Musikkapelle Wilhelmskirch.

„Mit vollen Segeln“ und Komponist Klaus Strobl ging die musikalische Reise nun weiter. Kraftvoll und melodisch, mitreißend und gelegentlich auch mal gegen den Strom präsentierten sich die rund 60 oberschwäbischen Blasmusiker. Faszinierende musikalische Eindrücke einer kleinen Rast in Gondwana („At The Break of Gondwana“ von Benjamin Yeo) - wie der Superkontinent aus Südamerika, Afrika und Arabien, bevor die Kontinente auseinander drifteten, zu Zeiten der Dinosaurier genannt wurde - , füllten die Festhalle und begeisterten das Publikum.

Mit diesem Musikstück präsentierte der Musikverein Wilhelmskirch die Vielfalt der verschiedenen Registergruppen eines Blasorchesters. Manuela Kidritsch und ihr Trompetensolo in dem Evergreen „Nothing’s Gonna Change My Love For You“ von Michael Masser begeisterten sehr, denn mit jedem Ton waren die Liebe und das musikalische Können der Musikerin zu ihrem Instrument spürbar.

Wertungsspiele ermöglichten den Musikvereinen ein kompetentes Feedback. Musikkapellen stellen sich namhaften Juroren in verschiedenen Leistungsstufen. Die Blasmusiker aus Wilhelmskirch werden ihr Können mit dem Pflichtstück der Oberstufe „The Legend of Maracaibo“ von Jose Alberto Pina im Mai bei den Wertungsspielen in Hohentengen überprüfen. Schon vorab stellten sie sich einer anderen Jury, nämlich dem Konzertpublikum, das beeindruckt von Lautmalereien und etlichen Solopassagen applaudierte.

Zum Abschluss des Konzertabends tauchten Musiker und Publikum ein in die makabre Welt der Vampire und genossen es, sich mit ruhigen Balladen und rasanten Rockpassagen aus dem Musical „Tanz der Vampire“ zu gruseln

Kein Konzert ohne kleinen Brexit. Wenn es vorbei ist, so lud der Vorsitzende Frank Brielmaier ein, bleibt man dennoch ein bisschen. Und so bedankten sich die Musiker aus Wilhelmsdorf mit dem englischen Volkslied „Greensleaves“ für die Aufmerksamkeit und den Applaus, bevor der Abend kameradschaftlich in gemütlicher Runde ausklang.

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