Alte Schule in Wilhelmskirch wird bald abgerissen

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Anstelle der Alten Schule soll in der Ortsmitte von Wilhelmskirch bald ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohnungen gebaut werden.
Anstelle der Alten Schule soll in der Ortsmitte von Wilhelmskirch bald ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohnungen gebaut werden. (Foto: Elke Oberländer)
Elke Oberländer

Seit 14 Jahren wird über die Zukunft der Alten Schule in Wilhelmskirch diskutiert. Nun wird sie wohl bald abgerissen. Die Gemeinde verkauft das Gebäude samt zugehörigem Grundstück an das Bauunternehmen Denzler in Ravensburg-Geratsberg. Das hat der Gemeinderat am Mittwoch einstimmig beschlossen. Nach dem Abriss soll anstelle des Alten Schulhauses ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohnungen entstehen. Nördlich davon sind außerdem zwei neue Doppelhäuser geplant.

Die Bürger von Wilhelmskirch hätten das Alte Schulhaus gern erhalten. Das hatten sie bei einer Bürgerbefragung deutlich gesagt. Aber obwohl es mehrfach Interessenten gab und für die Sanierung Zuschüsse von 100 000 Euro zugesagt waren, sind doch alle potenziellen Käufer wieder abgesprungen. Die Anforderungen seien zu hoch und der Zustand des Gebäudes zu schlecht, berichtet Bürgermeister Volker Restle. Deshalb hatten die Bürger bei einer zweiten Versammlung letztlich zugestimmt, das alte Schulhaus abzureißen. Wichtig war ihnen jedoch, dass die künftige Neubebauung sich in den dörflichen Charakter und das historisch geprägte Umfeld in Wilhelmskirch einfügt.

Das sollte ein Rahmenplan sicherstellen, den der Gemeinderat im November beschlossen hat. Auf Grundlage dieses Rahmenplans haben sich drei Investoren bei der Gemeinde beworben. Alle drei hatten ein Mehrfamilienhaus und zwei Doppelhäuser eingeplant. Die Lösung der Bewerbergemeinschaft aus der Firma Denzler und dem Ravensburger Architekturbüro Holzner hat den Gemeinderäten am besten gefallen. Wegen der Enge der Straße Richtung Geratsberg war es den Räten vor allem wichtig, dass das Parken sicher und überschaubar geregelt wird. Die Firma Denzler plant eine durchgängige Tiefgarage mit 24 Stellplätzen für alle drei Gebäude zusammen.

Als zusätzliches Bonbon für die Gemeinde hat der Investor vorgeschlagen, am Baugrundstück einen Gehweg entlang der Gemeindestraße anzulegen. Das kam bei den Räten sehr gut an. Wem der Gehweg denn dann später gehört, wollte Gemeinderat Josef Bentele wissen. Wenn er fertig sei, könne man überlegen, ob die Gemeinde ihn übernimmt, sagte Bürgermeister Restle. Die Bebauungsvorschläge der Firma werden Bestandteil des Kaufvertrags für Gebäude und Grundstück. Als Kaufpreis hat die Gemeinde 400 000 Euro festgelegt. Die neu entstehenden Wohnungen darf der Käufer nicht selbst nutzen. Er muss sie auf dem freien Markt verkaufen.

Den Grünstreifen vor der Alten Schule entlang der Bushaltestelle an der K 7975 behält die Gemeinde. So seien die Leitungen im Erdreich wie Strom- und Telefonkabel sowie die Versorgung der Straßenbeleuchtung besser geschützt, sagte Bürgermeister Restle. Mit dem erhaltenen Grünstreifen würden durchfahrende Autofahrer später kaum eine Veränderung im Ortsbild von Wilhelmskirch wahrnehmen. Noch wohnen Flüchtlinge im Alten Schulhaus. Sie sollen bald umziehen, so dass das Gebäude bis Ende des Jahres geräumt ist.

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