Mischwassersystem auch im neuen Baugebiet „Am Obstgarten“

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Im neuen Baugebiet „Am Obstgarten“ wird das Abwasser in Mischwasserkanälen entsorgt.
Im neuen Baugebiet „Am Obstgarten“ wird das Abwasser in Mischwasserkanälen entsorgt. (Foto: Maria Luise Stübner)
Maria Luise Stübner

Zu Beginn der Sitzung hatte AOL-Geschäftsleiter Anton Volkwein die verschiedenen Begrifflichkeiten und Zuständigkeiten erläutert: Für die Abwasserbeseitigung seien die Gemeinden zuständig. Für Hergatz, Heimenkirch und Opfenbach habe der AOL diese Aufgabe übernommen. Der Begriff Abwasser sei bundeseinheitlich im Wasserhaushaltsgesetz definiert. Zum einen sei das durch häuslichen, gewerblichen und landwirtschaftlichen Gebrauch in seinen Eigenschaften verändertes Wasser, also Schmutzwasser. Zum Abwasser zähle auch das bei bebauten oder befestigten Flächen gesammelt abfließende Wasser aus Niederschlägen. Beim Mischwassersystem würden Schmutz- und Niederschlagswasser über ein Rohrleitungssystem entsorgt. Beim Trennsystem werde das Niederschlagswasser in sogenannte Regenwasserkanäle geleitet. Nicht zum Abwasser und damit zu den Aufgaben des AOL zählten Entwässerung von Wiesen, Sickerwasser und Drainagen. Straßenentwässerung werde den Gemeinden anteilig in Rechnung gestellt. (hip)

Gut zwei Stunden haben sich der Hergatzer Rat sich und die Verantwortlichen von Abwasserverband Obere Leiblach (AOL) und Planungsbüro Zimmermann & Meixner mit der Abwasserentsorgung in der Gemeinde beschäftigt. In früheren Sitzungen waren Fragen aufgetaucht, die das Gremium beantwortet wissen wollte. Dazu gehörte die Abwasserentsorgung im neuen Baugebiet „Am Obstgarten“, die für die Räte nicht nachvollziehbar übers Mischwassersystem erfolgt, statt über das vom Verband eigentlich favorisierte Trennsystem.

Anton Volkwein, Geschäftsleiter des AOL, und der technische Leiter Norbert Hillenbrand wiesen darauf hin, dass man in Wohmbrechts ein bestehendes Mischwassersystem habe. Zum Einzugsgebiet, für das die wasserrechtliche Genehmigung bis 2026 vorliege, zähle auch der Bereich „Am Obstgarten“. In das System sei viel investiert worden und es sei noch nicht abgeschrieben. „Wir haben da viel Geld verbuddelt und zahlen jetzt noch ab“, so Volkwein. Hier neue Dinge aufzumachen, also einen Regenwasserkanal zu bauen, sei nicht angebracht.

Anders sei es beim Baugebiet „Unteres Moos“ gewesen. Da habe sich ein Trennsystem angeboten. Das angelegte Regenrückhaltebecken habe dann auch für das Baugebiet „Südost“ ausgereicht. Der AOL sei bei der Abwasserentsorgung generell bestrebt, aufs Trennsystem umzustellen, merkte Bürgermeister Uwe Giebl an. Habe sich aber beim wasserrechtlich genehmigten Einzugsgebiet in Wohmbrechts für die finanziell günstigste Lösung entschieden.

Fremdwasser muss die Gemeinde in den Griff bekommen

Nicht zum Abwasser und damit zur Zuständigkeit des AOL zählten Entwässerung von Wiesen, Sickerwasser und Drainagen, machten Hillenbrand und Volkwein deutlich. Und das ist auch das eigentliche Problem der Gemeinde, die aufgefordert ist, den Fremdwasseranteil von 26 Prozent, der in die Kanäle fließt, zu reduzieren beziehungsweise nicht größer werden zu lassen.

Damit kamen die sogenannten „Bürgermeisterkanäle“ ins Spiel, alte nicht verzeichnete und teilweise vom AOL gekappte Regenwasserkanäle, die die Gemeinde, wo es Sinn macht, wieder reaktiviert haben möchte – wenn der Verband das dann auch finanziert. Denn in Regenwasserkanäle lässt sich mit entsprechender Ausnahmegenehmigung auch Drainagenwasser einleiten. Gekappte Kanäle würden, wenn notwendig, wieder aufgemacht, erklärte Volkwein. Dazu habe man sich frühzeitig geäußert und dafür 100 000 Euro vorgesehen.

Auf die Spuren der Bürgermeisterkanäle hatte sich Norbert Hillenbrand begeben, was kein einfaches Unterfangen war. Der Kanal entlang der Bundesstraße 12 habe vier Lücken aufgewiesen, erläuterte der technische Leiter. Die Vermutung, dass er einmal durchgehend geführt wurde, habe sich aber nicht bestätigt. Das Wasser sei dann über den Schlossgraben in den Eisteich geflossen und von der Straße Am Kirchberg Richtung Leiblach. Gemeindechef Giebl warf die Frage auf, ob es Sinn macht, Straßenbegleitwasser vom Schreckelberger Weg oberhalb des Baugebietes „Am Obstgarten“ abzufangen. Um welche Mengen es sich da handelt, müsse allerdings berechnet werden.

Für Roman Engelhart blieben einige technische Fragen offen, die noch geklärt werden sollten. Planer Bernd Zimmermann beantwortete die Frage nach einem „verschwundenen“ Regenrückhaltebecken, das im ersten Entwurf des Erschließungsplans noch drin war. Beim Mischwassersystem habe es das Becken nicht gebraucht, so Bernd Zimmermann.

Zu Beginn der Sitzung hatte AOL-Geschäftsleiter Anton Volkwein die verschiedenen Begrifflichkeiten und Zuständigkeiten erläutert: Für die Abwasserbeseitigung seien die Gemeinden zuständig. Für Hergatz, Heimenkirch und Opfenbach habe der AOL diese Aufgabe übernommen. Der Begriff Abwasser sei bundeseinheitlich im Wasserhaushaltsgesetz definiert. Zum einen sei das durch häuslichen, gewerblichen und landwirtschaftlichen Gebrauch in seinen Eigenschaften verändertes Wasser, also Schmutzwasser. Zum Abwasser zähle auch das bei bebauten oder befestigten Flächen gesammelt abfließende Wasser aus Niederschlägen. Beim Mischwassersystem würden Schmutz- und Niederschlagswasser über ein Rohrleitungssystem entsorgt. Beim Trennsystem werde das Niederschlagswasser in sogenannte Regenwasserkanäle geleitet. Nicht zum Abwasser und damit zu den Aufgaben des AOL zählten Entwässerung von Wiesen, Sickerwasser und Drainagen. Straßenentwässerung werde den Gemeinden anteilig in Rechnung gestellt. (hip)

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