Medizinisches Zentrum im Libanon soll Geräte erhalten

Lesedauer: 3 Min

Die Gemeinde Hergatz wird im Rahmen der Initiative „Kommunales Know-how für Nahost“ das Schnellstarterpaket I beantragen. Diesen Beschluss fassten die Räte in der jüngsten Sitzung einstimmig. Christian Renn hatte zuvor das Projekt vorgestellt, das in der libanesischen Gemeinde Bawarej im Gouvernement Bekaa verwirklicht werden soll.

Die Gemeinde, in der rund 800 Flüchtlinge leben, habe einen Sportplatz angelegt und darauf ein Gebäude errichtet, erläuterte Renn. Im Obergeschoss ist ein medizinisches Zentrum vorgesehen. Hier sollen ein Allgemeinmediziner, ein Zahnarzt und ein Kinderarzt untergebracht werden. Die vorgesehene Zahnarztpraxis beispielsweise sei grade mal 18 Quadratmeter groß, so Renn. Es gehe also bei den Praxen um bescheidene Räumlichkeiten, die man im Zuge des Projekts mit Gerätschaften ausstatten wolle. Die medizinische Versorgung sei im Libanon kostenfrei. Die Gemeinden müssten für den Unterhalt der Gebäude sorgen. Um für das medizinische Zentrum eine unterbrechungsfreie Stromversorgung zu gewährleisten, sei eine PV-Freiflächenanlage in der Umgebung des Sportplatzes angedacht, so Renn. Technik aus Deutschland in den Libanon importieren wolle man nicht. „Die gibt es auch dort“, so Renn.

Im Herbst werden Projektschritte vor Ort festgelegt

Anfang Oktober werde sich das Projektteam aus Hergatz zusammen mit Experten auf die Reise in den Libanon machen. Dort sei unter anderem ein Workshop mit Vertretern aus Bawarej geplant. Dabei sollen die nächsten Projektschritte und Projektinhalte festgelegt und die Situation vor Ort planerisch erfasst werden. Mit dem Schnellstarterprojekt I, für das das Bundesentwicklungsministerium 50 000 Euro zur Verfügung stellt, sei man „ein bissel breiter aufgestellt“, sagte Renn. Es wäre gut, wenn sich noch mehr Teilnehmer fänden, die ihre beruflichen Fähigkeiten und Erfahrungen ins kommunale Know-how einbringen.

Ratsmitglied Roman Engelhart wollte wissen, wer die danach anstehenden Investitionsmaßnahmen bezahlt. Die Finanzierung erfolge über das Schnellstarterpaket II, antwortete Renn. Die geschätzten Kosten für das Projekt lägen bei 60 000 Euro. Bei ihrer Sondierungsreise in den Libanon vor einem Jahr hatten die Teilnehmer auch die Wasserversorgung und die Schule in Bawarej im Blick. Schlussendlich hatte man aber der Verbesserung der medizinischen Versorgung Priorität eingeräumt.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen