Maria-Thanner Wehr kritisiert Grundrissplanung

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Der Maria-Thanner Kommandant Fabian Schief (links) ehrt Armin Deinhart für 30 Jahre aktiven Feuerwehrdienst.
Der Maria-Thanner Kommandant Fabian Schief (links) ehrt Armin Deinhart für 30 Jahre aktiven Feuerwehrdienst. (Foto: Stübner)
Schwäbische Zeitung
Maria Luise Stübner

So ganz ausgestanden ist er immer noch nicht: der Konflikt zwischen Feuerwehr Maria-Thann und der Gemeinde Hergatz. Das war am Freitagabend bei der sehr gut besuchten Jahreshauptversammlung der Wehr im Bürgerstüble in Maria-Thann zu hören.

Kommandant Fabian Schief kritisierte, dass die Thanner Feuerwehr an der Ausarbeitung der Pläne für das neue Feuerwehrhaus nicht beteiligt worden wäre. Sie habe zwar an Treffen im kleinen Kreis mit dem Planer teilnehmen können. Vorschläge, was verbessert werden sollte, seien aber weitgehend unberücksichtigt geblieben. Beteiligung sehe anders aus. Die Pläne, die man „untergeschoben“ bekommen hätte, würden nicht den Erfordernissen der Wehr entsprechen. „Die Feuerwehr muss damit schaffen, kein Gemeinderat und kein Bürgermeister“, so der Kommandant zum Haus.

Dann müsse man auch sagen dürfen, was man brauche. Deshalb lege man jetzt eigene Entwürfe vor und stelle den Antrag an den Gemeinderat, diese zu beschließen und umzusetzen. An Grundfläche und Kubatur des Hauses ändere sich nichts, führte Schief aus. Der im Obergeschoss vorgesehene Lagerraum sollte sinnvollerweise ins Erdgeschoss. Müsse man doch ansonsten durch sieben Türen und über eine Treppe, um ins Lager zu kommen.

Wehr will Mehrkosten zahlen

Die geänderten Grundrisse sorgten für mehr Flexibilität zwischen Damen- und Herrenumkleide, und die WCs seien hier sowohl von den Umkleiden als auch vom Gang erreichbar, betonte Schief. Im Obergeschoss benötige man einen Allzweckraum für Jugend, Schulung, Feuerwehr „in ausreichender Größe“. Der aktuell geplante Aufenthaltsraum sei so klein, dass weder die aktive Wehr noch die Jugend hineinpassten.

Die Baukosten müssten nahezu gleich zu den Plänen der Gemeinde sein, so Schief. Falls die Umsetzung tatsächlich teurer werden würde, sei man bereit, die Mehrkosten selbst zu zahlen. Und falls durch die geänderte Bauweise höhere Heizkosten anfallen, werde man für die nächsten 20 Jahre die Differenz tragen.

Kreisbrandrat Friedhold Schneider wünschte sich, dass die Gemeinde aufnimmt, was die Feuerwehr vorschlägt. Auf diese und ihre Jugendarbeit könnten alle stolz sein. Einen leidenschaftlichen Appell gab es auch von Jugendwartin Tiffany Schief: Ihre Arbeit bringe nur dann etwas, wenn man für die Zukunft sicher dasteht und ein Feuerwehrhaus baut, das auch ausbaufähig ist, „vielleicht mit einem Jugendraum“.

Sondersitzung am 26. Februar

Bürgermeister Uwe Giebl hielt sich angesichts der fortgeschrittenen Zeit in seiner Antwort knapp. Die Gemeinde habe alles getan, um die Wünsche der Wehr hinsichtlich Ausrüstung und Ausbildung zu erfüllen, was ja auch Kommandant Schief hervorgehoben habe. Daran sehe man, dass Bürgermeister und Gemeinderat hinter der Feuerwehr stehen.

Was die Häuser angehe, seien Standort- und Grundrissplanung mit der Regierung von Schwaben abgestimmt und abgeschlossen, so Giebl. Inzwischen seien die Fachplaner am Werk. Anfang Februar bekämen der Gemeinderat und die Feuerwehren die Ausführungsplanungen auf den Tisch. Am 26. Februar werde in einer Sondersitzung darüber beraten. Er hoffe, dass man im März oder April den Bau- und den Förderantrag für das Thanner Feuerwehrgerätehaus einreichen kann, so Giebl.

Gegen den Vorwurf, dass der Wehr Pläne „untergeschoben“ wurden, verwahrte er sich. Der Wohmbrechtser Feuerwehrkommandant Marco Nägele sah auf Nachfrage seines Kollegen Fabian Schief keinen Anlass zur Kritik.

Zahlen und Ehrungen

Die Maria Thanner Feuerwehr zählt aktuell 33 Aktive. Der gemeinsamen Jugendfeuerwehr mit Wohmbrechts und Opfenbach gehören 27 Jugendliche an, sechs kommen aus Maria-Thann.

Was die Zahl der Einsätze angeht, war 2017 ein relativ ruhiges Jahr. Zu verzeichnen waren sieben Technische Hilfeleistungen: Gleich zweimal verloren Lastwagen auf der Bundesstraße 12 Dieselkraftstoff, einmal in Wohmbrechts, einmal an der Kreuzung zur B 32. In Lengatz lief ein Fäkalienschacht über, die Feuerwehr musste zum Umpumpen anrücken. Eine Gewässerverunreinigung gab es im Käsbach, die Wehr errichtete eine Sperre zur Leiblach. Zur Absturzsicherung gerufen wurden die Feuerwehrleute, als in Wohmbrechts eine Person zu springen drohte. Zwei weitere Hilfeleistungen bestanden im Entfernen von auf die Straße gefallenen Bäumen. An Bränden gab es einzig einen Heckenbrand, der schnell gelöscht werden konnte.

Zehnmal war die Wehr bei Sicherheitswachen und Absperrdiensten gefragt. Im Schnitt hat jeder Feuerwehrler an 20 Übungen teilgenommen. Die 18 Atemschutzträger, zu denen Yvonne Kiechle neu hinzugekommen ist, hatten drei Proben. Zählt man alles zusammen, wurden nach Rechnung der Feuerwehr über 1400 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet.

Bei der Jahreshauptversammlung zu Feuerwehranwärtern ernannt wurden Felix Seelherr, Jonathan Stuhrmann und Jonas Willi. Die Ehrung für 30 Jahre aktiven Dienst nam Armin Deinhart entgegen. Kommandant Fabian Schief hielt zudem eine Laudatio auf die im letzten Jahr für 25 Jahre Feuerwehrdienst geehrten Hans Willi und Martin Kiechle. Zwei Feuerwehrler haben im letzten Jahr die Ausbildung zum Maschinisten absolviert, sieben zum Truppführer. Das Leistungsabzeichen abgelegt haben 13 Aktive.

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