Hergatzer Räte stimmen für Bebauungsplan Itzlinger Straße

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Welche Ortsfeuerwehr hat bei den geplanten Neubauten der Feuerwehrgerätehäuser in Hergatz die Nase vorn: Maria-Thann oder Wohmbrechts? Diese Frage stellt sich, nachdem die Räte in der jüngsten Sitzung beim auf das Wohmbrechtser Haus zugeschnittenen Bebauungsplan „Itzlinger Straße“ Nägel mit Köpfen gemacht haben. Sie stimmten für die Aufstellung des Plans und billigten den Vorentwurf, der nunmehr in die öffentliche Auslegung und die Beteiligung der Behörden und Träger öffentlicher Belange geht. Beschlossen wurde weiter die entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans.

Ein von Bürgermeister Uwe Giebl vorgetragener Passus, über den mitabgestimmt wurde, machte das weitere Vorgehen der Gemeinde deutlich: „Sollte bis zur Rechtskraft des Bebauungsplanes ‚Itzlinger Straße’ keine Akzeptanz der Freiwilligen Feuerwehr Maria-Thann zur Planung des Feuerwehrgerätehauses vorliegen, wird mit dem Bau des Feuerwehrgerätehauses in Wohmbrechts begonnen.“ Der Bebauungsplan-Entwurf, den Robert Geiß vom Memminger Planungsbüro Lars Consult vorstellte, sieht eine an die Bundesstraße B 12 und die Itzlinger Straße grenzende, knapp 1500 Quadratmeter große Gemeinbedarfsfläche für das Feuerwehrhaus vor. Daran grenzt ein Mischgebiet mit rund 2500 Quadratmetern Fläche an. Aufgeteilt ist es in ein an die vorhandene Wohnbebauung anschließendes Grundstück, auf dem ein Wohngebäude errichtet werden kann. Auf dem daneben liegenden Grundstück war ursprünglich der Neubau des Hergatzer Bauhofs vorgesehen. Ob das so kommt, scheint noch nicht klar. Hergatz hat sich die Tür offengehalten, hier einen Gewerbebetrieb anzusiedeln, wie bei der Vorstellung der Pläne deutlich wurde.

Räte wollen Nachbesserungen

Die Räte sahen beim Vorentwurf Verbesserungsbedarf. Sie regten an, die Baufenster auf den beiden für Feuerwehr und Bauhof vorgesehenen Grundstücken zusammenzuziehen. So stünde einer eventuellen späteren Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses nichts im Wege. Angeglichen werden soll auch das unterschiedliche Höhenniveau der beiden Flächen. Bei den Dachformen sprach sich das Gremium dafür aus, für das Wohngebäude ein Satteldach vorzuschreiben und beim mittleren Grundstück neben Sattel- und Pultdach auch ein Flachdach zuzulassen. Abgestimmt wurde weiter über die Festsetzung, Flachdächer auf Garagen und Nebengebäuden zu begrünen: Acht Räte stimmten dafür, fünf waren dagegen. Ratsmitglied Roman Engelhart hatte sich intensiv mit dem von Geiß vorgestellten Entwurf auseinandergesetzt. Und war zu dem Schluss gekommen, dass hier formal einiges nachzuarbeiten ist. Flächenangaben stimmten nicht überein, ebenso Benennungen in Lageplan und Satzungstext. Da habe wohl noch nie jemand die Vorlage am Stück durchgelesen, konstatierte Engelhart, der auch das Thema Niederschlagswasser noch nicht gelöst sieht. Robert Geiß versprach, nachzubessern.

Mit der Grünordnung – Baumreihe entlang der Itzlinger Straße und Begrünung der hinteren Böschung – zeigten sich die Räte einverstanden. Die Ausgleichsfläche für das neue Baugebiet wird im Degermoos angelegt. Im Geltungsbereich des Bebauungsplans wird der Geh- und Radweg entlang der Itzlinger Straße weitergeführt. Mit dem Schallschutz habe man einen Gutachter beauftragt, berichtete Geiß. Dieser habe einzig den Verkehrslärm von der B 12 als relevant eingestuft. Erforderlich als passive Schallschutzmaßnahmen seien von der Bundesstraße abgewandte Anordnungen von Aufenthalts- und Wohnräumen bei den Gebäuden von Feuerwehr und Bauhof, respektive Gewerbebetrieb.

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