Spieß bleibt weitere acht Jahre im Amt

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Alfons Deuringer (rechts) und Oliver Spieß (links)vor der Wahlergebnistafel :Spieß wurde  mit 95,1Prozent der Stimmen wiedergewä
Alfons Deuringer (rechts) und Oliver Spieß (links)vor der Wahlergebnistafel :Spieß wurde mit 95,1Prozent der Stimmen wiedergewä
Schwäbische Zeitung

Oliver Spieß ist erwartungsgemäß als Bürgermeister der Gemeinde Fronreute wiedergewählt worden. 1006 Stimmen entfielen auf Spieß, Das sind 95,1 Prozent. Damit war Spieß zufrieden. Bei der Wahlbeteiligung hätte er sich etwas mehr erwünscht.

Von unserem Redaktionsmitglied   Thorsten Kern

Sonntagabend, wenige Minuten vor der offiziellen Verkündung des Wahlergebnisses. Oliver Spieß, schwitzend im schwarzen Anzug, ist gut gelaunt. „Ich bin nicht nervös, ich weiß ja, dass es weitergehen wird.“ Damit sollte er Recht behalten. Mit seinem Wunschergebnis hat es dagegen nicht ganz geklappt. Im Vorfeld hatte Spieß, einziger Kandidat in der Gemeinde Fronreute, gesagt: „Schön wäre es, auf 40 Prozent Wahlbeteiligung zu kommen und 90 Prozent der Stimmen zu erhalten. Bevor er gestern im Dorfgemeinschaftshaus das tatsächliche Ergebnis präsentiert bekam, musste sich Oliver Spieß ein bisschen in Geduld üben.

Köberle ist zu Gast

Alfons Deuringer, als stellvertretender Bürgermeister auch Leiter des Wahlausschusses, übergab zunächst einen Blumenstrauß an die langjährige Hauptamtsleiterin Margot Kolbeck. Es folgten Begrüßungen, da unter anderem der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Rudolf Köberle sowie einige Bürgermeister-Kollegen von Oliver Spieß, etwa Roland Haug aus Ebersbach-Musbach, unter den Gästen weilten. Erst nach einigen Minuten las Deuringer das Ergebnis vor. Bei der Wahlbeteiligung (32,7 Prozent) ging ein leichtes Raunen durch den Saal. „Da sind wir aber noch mit einem blauen Auge davon gekommen“, sagte Deuringer. Das Sommerwetter hatte einige noch schlechtere Prognosen anstellen lassen.

Auch Spieß sagte, er hätte nur knapp 30 Prozent befürchtet. Während es also bei der Wahlbeteiligung Luft nach oben gab, gab es beim Verlesen des Stimmenanteils für Spieß viel Applaus. 95,1 Prozent der Wähler machten ihr Kreuz hinter seinem Namen. „Das macht mich stolz und froh“, sagte Spieß in seiner Dankesrede. „Ich werde auch in den kommenden acht Jahren weiter mit Leib und Seele für die Gemeinde arbeiten. Und ich werde versuchen, es auch denen Recht zu machen, die mit meiner Arbeit offenbar nicht ganz zufrieden waren.“

Die große Mehrheit der Bürger ist jedoch zufrieden mit Spieß. So war auch die Schlange derer groß, die dem alten und neuen Bürgermeister die Hand schütteln und persönlich gratulieren wollten. Bei der Anzahl der Gratulanten war es gut, dass Spieß keinen all zu weiten Weg zum Fußballschauen hatte. Der Sportverein sorgte dafür, dass das Finale der WM zwischen Niederlande und Spanien im Dorfgemeinschaftshaus auf einer Großbildleinwand übertragen wurde.

Arbeit geht nur mit Teamgeist

Überhaupt der Fußball. Er spielte nicht nur im Vorfeld der Wahl eine große Rolle, als Spieß davon träumte, als Bürgermeister wiedergewählt zu werden und gleichzeitig Deutschlands WM-Titel bejubeln zu können. Auch nach der Wahl blieb Spieß in der Fußballsprache. „Das Bürgermeisteramt geht nur mit Teamgeist. Natürlich bin ich der Häuptling im Rathaus, aber ohne Indianer geht es nicht.“

14 Tage hat Oliver Spieß nun Zeit, die Wahl anzunehmen und in eine weitere Amtszeit in der Gemeinde Fronreute zu gehen. „Sie können überlegen, aber ich glaube, Sie werden ja sagen“, sagte Alfons Deuringer. Spieß‘ Antwort: „Sie alle können davon ausgehen, dass ich die Wahl annehmen werde.“ Er wird die Wahl annehmen und sich wieder mit Eifer auf die Arbeit stürzen. Und beim Teamgeist bleiben. „Es freut mich sehr, dass viele meiner Kollegen aus den umliegenden Gemeinden heute Abend da sind.“ Er werte dies als gutes Zeichen der Zusammenarbeit, die in den vergangenen Jahren gut funktioniert habe, sagte Spieß. „Und ich verspreche Ihnen, wir werden alles daran setzen, dass es auch in Zukunft funktioniert.“

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