Oliver Spieß will Millionen für Bildung ausgeben

Lesedauer: 7 Min

Fronreutes Bürgermeister Oliver Spieß kandidiert bei der Wahl am 22. Juli für eine weitere Amtszeit.
Fronreutes Bürgermeister Oliver Spieß kandidiert bei der Wahl am 22. Juli für eine weitere Amtszeit. (Foto: Philipp Richter)

Oliver Spieß hat auch Wahlkampftermine. Die nächsten sind: Montag, 16. Juli, um 20 Uhr im Bürgerhaus in Staig, am Mittwoch, 18. Juli, um 20 Uhr im Gasthaus Engel in Blitzenreute und am Donnerstag, 19. Juli, um 20 Uhr im Bürgersaal in Fronhofen. Eine öffentliche Kandidatenvorstellung der Gemeinde gibt es nicht.

Oliver Spieß will weiterhin Bürgermeister der Gemeinde Fronreute bleiben – und wird es mit größter Wahrscheinlichkeit auch bleiben. Am Sonntag, 22. Juli, wird gewählt und auf dem Stimmzettel steht nur eine einzige Gegenkandidatin: Die Familienhelferin Friedhild Anni „Fridi“ Miller aus Sindelfingen, die sich im ganzen Land seit Monaten in sämtlichen Städten und Gemeinden als Bürgermeisterin bewirbt. Ihr geht es aber weniger um die Gemeinde, sondern viel mehr um ihre Themen und persönlichen Interessen. Nach eigenem Bekunden ist ihr eigentliches Ziel, Bundeskanzlerin Angela Merkel abzulösen.

Für den 46-jährigen Oliver Spieß wäre es bei einem Wahlsieg die dritte Amtsperiode in Fronreute. „Ich freue mich sehr auf die nächsten Jahre“, sagt er. Zufrieden kann er auf eine Gemeinde blicken, die sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt hat. Die Gewerbesteuereinnahmen haben sich während der vergangenen Jahre um das Doppelte auf eine Million Euro entwickelt. Der Diplom-Verwaltungswirt weiß aber auch, dass die Gemeinde mehr Gewerbe braucht – vor allem, um die Ausgaben zu stemmen, die in der Gemeinde anstehen.

An erster Stelle steht für Oliver Spieß da der Themenbereich Bildung. Er rechnet, dass die Gemeinde in den nächsten Jahren zehn Millionen Euro für die Sanierung von Schulen und Kindergärten ausgeben muss. Es geht um die Schule und den Kindergarten in Blitzenreute, wo die Mensa schon lange zu klein ist. Auch die Schule in Fronhofen steht an. Die Bildungseinrichtungen sollen fit für den modernen Bildungsplan gemacht werden. „Das, was wir vorhaben, ist ein Kraftakt, der nur über Kredite abzudecken ist“, sagt Spieß. Mit vier Millionen Euro Krediten rechnet er, dazu soll noch Geld aus den Rücklagen kommen – außerdem sollten auch noch Zuschüsse vom Land kommen. Der Bürgermeister macht keinen Hehl daraus, dass es nach den Investitionen hart werden wird. „Wir müssen nur alles einmal umsetzen, danach können wir konsolidieren“, sagt er.

Bildung ist das Zukunftsthema, denn zurzeit bekommen die Fronreutener Eltern gerne viele Kinder, berichtet Spieß. Deswegen ist auch Platznot in den Einrichtungen ein Thema. Insgesamt ist die Gemeinde in den vergangenen Jahren um 300 Einwohner gewachsen (mit eingerechnet sind 70 Flüchtlinge, die in den vergangenen Jahren hinzugekommen sind). „Ich stehe für moderates Wachstum“, sagt er. Deswegen sollen auch Neubaugebiete weiterentwickelt werden. Schließlich verdient eine Kommune über Wohngebiete auch Geld, das die Gemeinde für ihre Projekte braucht. Diese Neubaugebiete will Spieß in allen drei Hauptorten der Gemeinde entwickeln. Das Baugebiet in Staig ist mittlerweile voll, in Blitzenreute stehen 35 Bauplätze zur Verfügung und in Fronhofen ist das nächste geplant.

Wie alle Gemeinden in der Region plant auch Fronreute hauptsächlich mit Einfamilienhäusern. „Die meisten wollen ihr eigenes Häuschen, und wir sehen, dass der Bedarf da ist“, sagt Oliver Spieß. Allerdings werden die Bauplätze immer kleiner. Der Wohnungsdruck in ganz Oberschwaben zwingt aber auch zum Geschosswohnungsbau. „Das löst nicht unbedingt Begeisterung aus“, weiß der Bürgermeister. Allerdings sei man bei der Gemeinde überrascht gewesen, dass selbst Familien in Wohnungen gezogen sind, die eigentlich für Singles oder junge Paare gedacht waren.

Ausbau von Nahverkehr

Mit den Menschen, die durch Zuzug in die Gemeinde kommen, wächst der Verkehr und so wolle sich Spieß auch für einen besseren Nahverkehr einsetzen. „Ich bin froh, dass er überhaupt da ist, aber er ist nicht gut.“ Im Kreistag wolle er deshalb auch zu diesem Thema in eine Klausturtagung gehen.

Ebenso Druck hat die Gemeinde in Sachen Gewerbegebiete. Das Gewerbegebiet Baienbach ist voll. Als nächstes steht eine Erweiterung in Blitzenreute in der Wolpertswender Straße an. „Das brauchen wir dringend. Im Herbst soll die Erschließung beginnen“, sagt er. Zukunftsmusik ist das Gewerbegebiet, das entlang der neuen B-32-Ortsumfahrung (mittlerweile im vordringlichen Bedarf) als interkommunales Gewerbegebiet mit Wolpertswende entstehen könnte. 15 bis 18 Hektar wären möglich.

Als wichtiges Projekt für Fronreute sieht der Bürgermeister vor allem das Thema Digitalisierung. Damit meint er zuerst den Ausbau von Breitband in der gesamten Gemeinden. Noch immer gibt es nämlich Flecken, an denen es kein Internet gibt. Um für diejenigen eine Übergangslösung zu schaffen, steht die Idee im Raum, Glasfaser an den Straßenlaternen aufzuhängen, bevor es in den Boden verlegt werden kann. Mit dem Breitbandausbau ist allerdings auch ein öffentliches WLAN geplant.

Der Mochenwangener Oliver Spieß ist katholisch und mit der Schmalegger Ortsvorsteherin Manuela Hugger verheiratet, mit der der Familienvater in einer Patchworkfamilie lebt. Er ist auch Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Ravensburger Kreistag und unter anderem Vorsitzender des Zweckverbandes Breitbandversorgung im Landkreis Ravensburg sowie des Gemeindeverwaltungsverbandes Fronreute-Wolpertswende.

Oliver Spieß hat auch Wahlkampftermine. Die nächsten sind: Montag, 16. Juli, um 20 Uhr im Bürgerhaus in Staig, am Mittwoch, 18. Juli, um 20 Uhr im Gasthaus Engel in Blitzenreute und am Donnerstag, 19. Juli, um 20 Uhr im Bürgersaal in Fronhofen. Eine öffentliche Kandidatenvorstellung der Gemeinde gibt es nicht.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen