Neue Technik für Fronreutes Feuerwehr

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Der Gemeinderat hat die technische Aufrüstung der Fronreuter Feuerwehr beschlossen.
Der Gemeinderat hat die technische Aufrüstung der Fronreuter Feuerwehr beschlossen. (Foto: cas)
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Die Investitionen betreffen jeweils beide Fronreuter Feuerwehrabteilungen in Fronhofen und Blitzenreute. Für die beiden Wärmebildkameras fallen brutto 10 800 Euro an. Und die beiden gebrauchten Feuerwehrautos dürfen zusammen maximal 135 000 Euro kosten.

Im einen Fall geht es um eine bahnbrechende Innovation, im anderen um die Überlegung, dass eine gebrauchte Lösung Mehrwert schaffen kann. Unabhängig von diesen Überlegungen gehören die Feuerwehr und deren Ausstattung zu den kommunalen Pflichtaufgaben, die eine Gemeinde leisten muss. Grundlage für Fronreute ist der Mitte 2018 verabschiedete Brandschutzbedarfsplan.

Wärmebildkameras ermöglichen es, im Qualm bei einem Hausbrand den Brandherd finden zu können. Gleiches gilt auch für den Körper einer vermissten Person. Natürlich hat der Gemeinderat überlegt, nur eine Wärmebildkamera anzuschaffen, aber als Flächengemeinde macht dies keinen Sinn. Auch ein Kauf auf zwei Haushaltsjahre verteilt brächte keine finanziellen Vorteile. Und außerdem gehört der Einsatz der Kameras inzwischen zum Standard der Ausbildung. Nach Empfehlung der Ratsmitglieder Siegfried Bärenweiler, Artur Kühny, Felix Reichert und Renate Guthörl stimmte der Gemeinderat einstimmig für den Kauf. Im dafür zuständigen Etat „Ausrüstungsgegenstände“ (10 000 Euro) stehen noch 8000 Euro zur Verfügung, weshalb sich Fronreute noch für eine zusätzliche überplanmäßige Ausgabe von 2800 Euro entschied.

Im Fall der Feuerwehrfahrzeuge geht es um den Ersatz des jeweils mittleren Fahrzeugs. Beide Abteilungen verfügen über drei Feuerwehrautos. Flaggschiff ist jeweils ein Löschgruppenfahrzeug vom Typ LF 10 als maßgebliches Einsatzgerät zur Brandbekämpfung; diese beiden Autos sind jeweils gut zehn Jahre alt. Hinzu kommt noch je ein Mannschaftstransporter (MTW). Der aktuelle Fronhofener MTW ist erst fünf Jahre alt, und dieses Jahr im Februar, hatte noch der „alte“ Gemeinderat beschlossen, für Blizenreute nun ebenfalls einen neuen Transporter anzuschaffen.

Den mittleren Fahrzeugtyp nutzt die Feuerwehr zur Unterstützung bei größeren Einsätzen, will ihn nun aber auch für kleinere allein verwenden können. Beide Modelle haben das Baujahr 1976 und sind – da sind sich die Ratsmitglieder einig - nun „ruhestandsreif“.

Vor diesem Hintergrund empfehlen die beiden Feuerwehr-Abteilungen und der Fronreuter Gesamtkommandant Karl Eugen Rist eine auf den ersten Blick ungewöhnliche Lösung: So soll Fronreute zwei gebrauchte Fahrzeuge kaufen, dafür aber größere (Typ LF 8/6). Im Un-terschied zu den alternativen kleineren Neufahrzeugen (Typ TSF) kann ein LF 8/6 neun statt vier Feuerwehrleute transportieren, hat eigene Wassertanks (so schneller einsatzbereit) und hat bessere Vorrichtungen für den Schlauchtransport.

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind solche Feuerwehrwagen regelmäßig von Berufs-, Werks- und Flughafenfeuerwehren erhältlich. Wenn ein solches Gefährt 15 Jahre alt ist, kann man es nochmals so lange in Fronreute verwenden. Diese Überlegung unterstützt auch Bürgermeister Oliver Spieß, der dies nun dem Gemeinderat entsprechend empfohlen hat.

Rein formal ist die Anschaffung für 2020 vorgesehen. Falls ein kurzfristiger Erwerb vor Verabschiedung des Haushalts notwendig wird, hat der Gemeinderat nun einstimmig folgendes Verfahren vorgesehen: Man schafft die beiden Feuerwehrautos als Vorgriff auf den Haushalt als „außerplanmäßige Aufwendung“ an. Hierfür stehen nun maximal 135 000 Euro für beide Fahrzeuge zur Verfügung.

Was sich der Gemeinderat auch noch erhofft: Der Verkauf der beiden „alten“ Feuerwehrautos soll immerhin so viel Geld einbringen, dass damit die Wärmebildkameras großteils gegenfinanziert sind.

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