Musiker zeigen beim Jahreskonzert auch ihre Geschlossenheit

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 Die Geehrten im Musikverein Blitzenreute.
Die Geehrten im Musikverein Blitzenreute. (Foto: Yvonne Giwitsch)
Yvonne Giwitsch

Die Zeit der Jahreskonzerte lockt in diesen Wochen alle Freunde der Blasmusik in die regionalen Gemeindehallen. Auch der Musikverein Blitzenreute hat am Wochenende zum Jahreskonzert eingeladen und freute sich über zahlreiche Besucher.

Den Auftakt machte die Jugendkapelle mit Dirigent Fabian Keßler. Leicht und beschwingt, im 6/8-Takt präsentierten die Jungmusiker „Washington Post“, einen Marsch von Philipp Sousa. Als Zauberlehrlinge zeigten sie sich mit „Harry Potter“ arrangiert von Ralph Ford und zeigten hier Klangfülle mit Liebe zum melodischen Detail. Mit „Pictures at an Exhibition“ malten die jungen Musiker Bilder in die Herzen ihrer Zuhörer, bevor sie, selbstverständlich nach der geforderten Zugabe, die Bühne an die Musikkapelle übergaben.

Dirigiert wurden die knapp 50 Blasmusiker von Vizedirigent Toni Reiss. Vor kurzem erst hatten sich die Wege des Vereins und ihres bisherigen Dirigenten getrennt. Doch das Konzert stand zu keiner Zeit infrage, und so haben Vizedirigent und Musikkapelle gemeinsam ein Konzert präsentiert, das nicht nur das Können der Musiker repräsentierte, sondern auch Geschlossenheit und Verbundenheit im Verein zeigte. Schade nur, dass der Vizedirigent diese Kapelle nicht dauerhaft übernehmen kann, aber Toni Reiss leitet eigentlich hauptverantwortlich die Geschicke eines anderen Musikvereins, und auch die engagiertesten Musiker haben noch einen Beruf und ein Privatleben. Und so überbrückt der Vollblutmusiker zusammen mit seinen Kameraden die vakant gewordene Dirigentenstelle mit dem Wunsch, schon bald jemanden zu finden, der mit Freude, Kompetenz und einem freundlichen Augenzwinkern die Stabführung in Blitzenreute übernehmen wird.

Kraftvoll und flott eröffnete die Musikkapelle ihren Konzertteil mit „Rock Opening“, einem Werk von Manfred Schneider, bevor es weiter ging zu einer Reise um die Welt in 80 Tagen. Ländertypische Klänge führten in die literarische Welt von Jules Verne und in die musikalische Komposition von Otto M. Schwarz. Dann aber wurde es wieder heimisch und heimelig mit den volkstümlichen Klängen des Marschs „Allgäuland“ von Kurt Gäble. Doch gleich darauf erklommen die Musiker musikalisch den Nanga Parbat, mit 8125 Meter Höhe der neunthöchste Berg der Erde. Die majestätische Ruhe und gleichzeitig die manchmal bedrohliche Kraft der Natur wurden einfühlsam in Tönen und Melodiefolgen präsentiert. Den Abschluss des Programms bildete eine sehr bekannte Melodie von Josef Strauß, nämlich die Polka „Feuerfest“. Kein Wunder, dass nach einem solchen Ohrwurm keiner die Musikkapelle von der Bühne lassen wollte, sondern gleich zwei Zugaben gefordert wurden.

Monika Schnetz, die Vorsitzende des Musikvereins Blitzenreute, freute sich sehr über den vollen Konzertsaal im Dorfgemeinschaftshaus und den anhaltenden Applaus, bedankte sich charmant und heimatverbunden im schwäbischen Dialekt und lud nach dem Konzert dazu ein, doch noch ein bisschen zu verweilen.

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