Kinderbetreuung in Fronreute wächst

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Das jüngst aufgestockte Kinderhaus St. Magnus in Staig.
Das jüngst aufgestockte Kinderhaus St. Magnus in Staig. (Foto: Christoph Stehle)
chst und Christoph Stehle

In den Kindergärten Staig und Fronhofen stockt die Gemeinde je eine Kleingruppe zur vollen Gruppe auf. Seit der Corona-Krise gibt es nun Hoffnung auf baldige Normalität.

Bis zu den Sommerferien wird man sicher durchhalten aus dem Nebeneinander von Notbetreuung und eingeschränkter Regelbetreuung, betonte Bürgermeister Oliver Spieß vor dem Gemeinderat. Doch mit Beginn des neuen Kindergartenjahres wäre es gut, wenn man sich dann wieder der Normalität annähert. Denn sonst wird es mit der Stabilität des Systems „Frühkindliche Bildung (Kindergärten und Grundschulbetreuung vor und nach Unterricht) in der Gemeinde Fronreute“ schwierig – personell und organisatorisch. Diese klare Aussage hat Hauptamtsleiterin Margot Kolbeck auch namens der Erzieherinnen dem Gemeinderat vorgetragen.

Die nun einmütig von den Ratsmitgliedern ohne große Aussprache beschlossene Bedarfsplanung orientiert sich nun nach der Normalität, die sich allerdings in den vergangenen Jahren auch stark geändert hat. So haben der Rechtsanspruch auf frühkindliche Betreuung ab dem ersten Geburtstag, der Ausbau der Ganztagesbetreuung und ein Anstieg der Geburtenzahlen – auch dank der neuen Baugebiete – zu einem massiv gewachsenen Angebot in den drei Fronreuter Kindergärten geführt. Namens der Ratsmitglieder sprach Thomas Böse-Bloching Kolbeck für die Darstellung der Zusammenhänge im Bedarfsplan großes Lob aus.

Alle drei Kindergärten sind in der Trägerschaft der beiden katholischen Kirchengemeinden in Fronreute, die für die Inhalte von Pädagogik und Personalleitung zuständig sind, während die Gemeinde Fronreute für die materielle Seite und die Finanzierung steht. Was den Kindergarten St. Josef in Fronhofen angeht, so schafft dort die Erlaubnis der benachbarten Grundschule Erleichterung, den bisherigen Technikraum vorläufig nutzen zu können – eine Dauerlösung ist das nicht. Ab September stockt die Gemeinde eine Kleingruppe in Fronhofen zur vollen Gruppe (zeitgemischt) auf, was zu Stellenbedarf führt. Umgekehrt ermöglicht die Erhöhung der Randzeiten eine Stellenreduzierung, so dass es ab September in Fronhofen 10,8 Stellen geben wird, was nicht gleichbedeutend mit der Anzahl der Erzieherinnen ist.

Das Kinderhaus St. Magnus in Staig übernimmt nun eine Anerkennungspraktikantin fest und stockt ebenfalls eine Kleingruppe zur vollen Gruppe (altersgemischt) auf. Dort wird es ab September 12,7 und ab Januar 13,9 Stellen geben. Im Blitzenreuter Kinderhaus St. Karl sind keine Änderungen vorgesehen, die Zahl der Stellen bleibt bei 14,1.

Für das kommende Kindergartenjahr liegt der Gemeinde noch keine Empfehlung für die Elternbeiträge vor, weshalb bisher keine Beschlüsse gefasst worden sind. Für einen Krippenplatz aus einer Ein-Kind-Familie sind derzeit 365 Euro zu entrichten, für den Platz in einer Regelgruppe für ein Kind mit zwei weiteren Geschwistern 63 Euro. In der Summe erbringen die Elternbeiträge im Schnitt der vergangenen Jahre 15 bis 18 Prozent der Kosten für die Kindergärten.

2019 auf 2020 sind die Ausgaben für die Kindergärten laut Etatplanung von 2,1 auf 2,5 Millionen Euro gestiegen. Abzüglich der Landeszuweisungen und der Elternbeträge verbleibt für die Gemeinde jeweils ein Abmangel oder Verlust. 2019 lag dieser bei 1,3 Millionen, 2020 wird dieser – der aktuellen Kalkulation zufolge – bei 1,6 Millionen Euro liegen.

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