Hund Hatchiko sucht ein neues Zuhause

Lesedauer: 6 Min
Aus dem aggressiven Hatchiko ist ein ganz lieber Hund geworden.
Aus dem aggressiven Hatchiko ist ein ganz lieber Hund geworden. (Foto: Sabina Stöckler)
Schwäbische Zeitung
Antonia Hoffmann und Sabina Stöckler

Begeistert folgt Hund Hatchiko der Aufforderung, seine eigene Leine zu holen. Das und viele andere Tricks hat er in den letzten zweieinhalb Monaten bei Hundeflüsterer Peter Löser gelernt. Doch er war nicht immer ein so fröhlicher Hund.

Vor einigen Monaten wurde der Akitamischling nahe Bad Waldsee aufgegriffen und ins Tierheim gebracht. Seine ehemaligen Besitzer haben nicht nach ihm gesucht. Der Betriebsleiter des Tierheims Ravensburg-Weingarten-Berg, Dragos Margaritaru, beschrieb Hatchiko als absolut unauffällig. Doch der Rüde biss mehrmals zu. Aus Angst vor weiteren Attacken wollte sich keiner der Pfleger Hatchiko mehr nähern. Er sollte eingeschläfert werden.

Spender haben geholfen

Eine Mitarbeiterin des Tierheims war mit dieser Entscheidung jedoch nicht einverstanden und sich an den Tierschutzverband SOS Schnauzerfamilie wandte. Dieser wiederum holte Peter Löser ins Boot. Diesen bewegte die Geschichte des Hundes sehr. Allerdings sah er sich nicht in der Lage, den Hund ohne finanzielle Unterstützung bei sich aufzunehmen. Gemeinsam mit SOS Schnauzerfamilie, die seine vorläufigen Kosten übernahm, startete er eine Spendenaktion. „Ich hätte nicht gedacht, dass die Hilfsbereitschaft so groß ist,“ sagte Löser. Die Spenden deckten fast die gesamten Ausgaben.

Schnell stellten sich die Probleme Hatchikos heraus. Der vier- bis fünf- jährige Rüde ist vor allem an der Leine nur mit Gewalt erzogen worden. „Da ist es klar, dass der Hund sich in Stresssituationen gegen den wendet, von dem er Gewalt erwartet“, meinte Löser. Deshalb musste er Hatchiko erst einmal beweisen, dass er ihm vertrauen kann. Nachdem dies geschafft war, konnte das eigentliche Training beginnen. Der Hund erwies sich als äußerst lernwillig und aktiv. Nach nur zweieinhalb Monaten präsentiert Hatchiko stolz, was er alles gelernt hat. So kann er beispielsweise neben einem Fahrrad herlaufen, auf Kommando eine Rolle am Boden machen und Pfötchen geben. Er ist sogar schon so weit, dass Peter Löser ihn mit in die Stadt nimmt und ihm beibringt, im Café ruhig liegen zu bleiben.

Besonders begabt ist er im Aufheben und Bringen von Gegenständen. „Es wäre kein Problem, ihn als Begleithund für Rollstuhlfahrer auszubilden,“ so Löser. Hatchiko sei sehr talentiert und arbeitsfreudig. Neue Tricks zu lernen fordert er schon fast jeden Tag von seinem Trainer ein. „Er ist aber auch kein Workaholic, der rund um die Uhr beschäftigt sein muss“, sagt dieser. Eine halbe Stunde am Tag Arbeit fürs Köpfchen sei ausreichend, um Hatchiko glücklich zu machen. Viel draußen zu sein, mache ihm nichts aus.

Hatchiko ist sehr talentiert

Außerdem habe er ein bemerkenswertes Menschengedächtnis. Hat er einmal jemanden kennengelernt, freut er sich jedes Mal wieder, diesen Menschen zu sehen. Auch mit anderen Hunden kommt er mittlerweile gut klar. Löser und die SOS Schnauzerfamilie suchen jetzt ein neues Zuhause für Hatchiko. „Er braucht einen Menschen, der ihn liebt und Spaß am Arbeiten mit ihm hat. Aber der neue Besitzer sollte ruhig bleiben können und selbstsicher sein“, sagt Löser. Die Gefahr eines Rückfalls in alte Verhaltensweisen sieht er nicht. Schön wäre ein neues Herrchen aus der Gegend, damit die Umstellung für Hatchiko nicht zu groß ist. Der Hund habe schon so viel durchgemacht, da wär’s vielleicht gut, Löser könnte dem neuen Besitzer mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Wenn Sie Hatchiko ein neues Zuhause bieten wollen, melden Sie sich entweder bei Peter Löser (07505/956241 info@hundezentrum-loeser.de) oder beim Tierschutzverein SOS Schnauzerfamilie (0751/94070 info@sos-schnauzer-familie.de). Eine Bildergalerie zu Hatchiko finden Sie unter schwaebische.de/Hatchiko.

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen