Fronreute ist nicht allein bei Schenkenwaldbrücke

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Wenn die Kosten aus der Ausschreibung in einem selbst gesetzten Rahmen bleiben, wird Fronreute dem Neubau der Schenkenwaldbrücke zustimmen. Grund sind Hoffnungen auf Beiträge der Nachbarn und staatliche Zuschüsse.

An einem Abend beschloss Fronreute gleich zwei Investitionen. Nach dem Startsignal für das Bauprojekt Grundschule Blitzenreute im Volumen von 6,5 Millionen Euro votierte der Gemeinderat nun auch dafür, der Ausschreibung für einen Neubau der Schenkenwaldbrücke zuzustimmen. Sollte das Ergebnis dieser Ausschreibung eine bestimmte Schwelle nicht überschreiten, wird Fronreute das Projekt mit der Deutschen Bahn stemmen. Andernfalls kann sich die Gemeinde noch zurückziehen. Anders als die Schule ist die Brücke keine Pflichtaufgabe der Kommune.

2016 hatte die Bahn eine Kalkulation angestellt, wonach der Bau 725 000 Euro kosten würde. Von dieser Summe sollte Fronreute 600 000 Euro als Eigenanteil zahlen, die Bahn den Rest. Seither hat es eine spürbare Teuerung in der Baubranche gegeben. Daher ist zu erwarten, dass das Ergebnis der Ausschreibung über dem Wert von 2016 liegen wird. Vor diesem Hintergrund hat Fronreute nun festgelegt, man werde dem Neubau nur zustimmen, wenn der Eigenanteil nicht über 740 000 Euro liegen sollte. Zugleich sicherte Bürgermeister Oliver Spieß zu, dass Fronreute nur einen Teil des Eigenanteils allein zahlen muss.

Stimmen der Bürger deutlich

Die Solidarität war schon bei der Bürgerversammlung in Staig Anfang April deutlich geworden, als – so das Fazit im Rat – die Zustimmung für die Geh- und Radbrücke über die Bahnlinie offenkundig war. Hinzu kommen rund 4500 Unterschriften aus der ganzen Region für einen Neubau und bereits eingegangene Spenden hierfür über 1600 Euro.

Entscheidend für die Zustimmung im Rat ist die Solidarität der Nachbarkommunen. Im Unterschied zur vergangenen Sitzung ging Bürgermeister Spieß darauf nun differenzierter ein. So hat ihm zufolge die Gemeinde Baindt einen Beitrag von 80 000 Euro fix zugesagt. Bei anderen Nachbarn stehen Zahlen im Raum, die aber noch nicht verbindlich sind. Fronreute darf außerdem auf Zuschüsse des Staates sowie Mittel aus dem „Leader-Projekt“ der Europäischen Union hoffen, wobei auch hier noch keine Verbindlichkeit vorliegt.

Einen weiteren und finanziellen Grund für den Neubau brachte noch Gerhard Oelhaf vor. Selbst wenn Fronreute auf den Neubau verzichtet, fällt eine Beteiligung an den Abrisskosten an. Derzeit stehen hier Schätzungen von 50 000 bis 90 000 Euro im Raum. Diese Summe ist bei den Neubaukosten bereits eingeschlossen.

Diskussion über Material

Fronreute legt Wert darauf, dass die Ausschreibung noch eine Entscheidung offen lässt, ob man sich für eine favorisierte überdachte Holzbrücke oder vielleicht doch für eine weniger wartungsintensive Aluminiumbrücke entscheidet. Letztere ist Favorit einiger Ratsmitglieder. Sollte es aber Holz werden, dann langlebiges Hartholz und nicht die preisgünstigere Fichte – so der Rat des Schreiners Artur Kühny. Die im Rat trotz der Ja-Stimmen weit verbreitete Vorsicht brachte Daniel Aust mit dem Hinweis auf den Punkt, dass Fronreute mit Blick auf die Verschuldung und das Investitionsprogram vom Landratsamt die „Gelbe Karte“ erhalten habe. Der inzwischen genehmigte Haushalt 2019 sieht im mittelfristigen Investitionsprogramm zugunsten der Schenkenwaldbrücke für 2020 Ausgaben von 750 000 Euro und für 2021 Einnahmen von bis zu 500 000 Euro vor.

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