Einnahmen aus der Einkommenssteuer höher als 2018

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 Der neu zusammengesetzte Fronreuter Gemeinderat hört sich die Ausführungen von Kämmerin Daniela Kesenheimer an.
Der neu zusammengesetzte Fronreuter Gemeinderat hört sich die Ausführungen von Kämmerin Daniela Kesenheimer an. (Foto: Christoph Stehle)
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Kämmerin Daniela Kesenheimer hat dem neu zusammengesetzten Fronreuter Gemeinderates in dessen vergangener Sitzung über den Haushalt der Gemeinde informiert. Gegenüber dem im Februar verabschiedeten Haushaltsplan haben sich im ersten halben Jahr einige Veränderungen und Verschiebung ergeben, ohne aber das Gesamtbild zu verändern. Die Lage bleibt solide.

Beim Zwischenbericht standen gewissermaßen vier Neuerungen im Raum: So ging es zunächst einmal um die Information des neuen Gemeinderats, also eine Art Eröffnungsbilanz. Diese stellte Daniela Kesenheimer vor, die als Kämmerin vor gut einem halben Jahr auf den zur Stadt Ravensburg gewechselten Patrick Kassner gefolgt ist. 2019 ist auch das erste Jahr mit der doppischen, stärker an der Betriebswirtschaftslehre orientierten, Haushaltsführung, die Kesenheimer in den Jahren zuvor für Fronreute und Wolpertswende vorbereitet hat. Und nicht zuletzt ging es im Bericht vor dem Gemeinderat auch um einige neue Zahlen, denn die Wirklichkeit entwickelt bekanntlich nie ganz exakt so, wie man es in Plänen festgelegt hat.

Ergebnishaushalt

Was den Ergebnishaushalt als Teilbereich des doppischen Haushaltssystems angeht, so entspricht dieser großteils der Gewinn- und Verlustrechnung in der Buchführung, nimmt aber auch das Aufkommen und den Verbrauch von Ressourcen in den Blick. Jedenfalls muss Fronreute im Ergebnishaushalt bis Jahresende auf der Einnahmeseite mit einem um 129 000 Euro niedrigeren Anteil an der Einkommenssteuer rechnen – so die Konsequenz aus der staatlichen Steuerschätzung vom Mai. Mit rund 3,1 Millionen Euro sind die Einnahmen aus der Einkommenssteuer gleichwohl noch fast um 100 000 Euro höher als 2018. Wie geplant erhöhen sich auch die Zuflüsse aus der Gewerbesteuer und der Grundsteuer B (für bauliche und nicht-agrarische Grundstücke). Dies liegt nicht zuletzt aber auch an der Erhöhung der Hebesätze (eine Art Multiplikator zur Berechnung der Steuerschuld), die Kommunen individuell festsetzen können. Bei der Gewerbesteuer (Hebesatz nun 350 Prozent) rechnet Kesenheimer mit rund 980 000 Euro an Einnahmen und bei der Grundsteuer B (Hebesatz 390 Prozent) mit 473 000 Euro.

Ebenfalls zum Ergebnishaushalt gehören Mehreinnahmen aus Grundstückerlösen im Baugebiet Dornacher Ried. Umgekehrt fallen aber auch nicht geplante Aufwendungen an, in erster Linie für die defekte Heizung im Rathaus zu Blitzenreute.

Finanzhaushalt

Um die Herkunft und Verwendung der finanziellen Mittel von Städten und Gemeinden geht es im Finanzhaushalt. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht zuletzt die Investitionen. Dabei werden sich die eingeplanten 60 000 Euro für Baumaßnahmen wohl verdoppeln, um die Starkregenproblematik in Reute-Fronhofen zu beheben. Auf der anderen Seite entfällt ein Grunderwerb (200 000 Euro), um die Einrichtung einer Apotheke im großen Sozial-Gebäude in Blitzenreute gegenüber dem Seniorenheim zu ermöglichen. Denn in diese Räume kommt nur eine Physiotherapie-Praxis. Und eine ganze Reihe von Investitionen verschiebt sich aus unterschiedlichen Gründen ganz oder teilweise ins kommende Jahr (Grundschule Blitzenreute, Rückhaltebecken Staig, Grunderwerbe, Rathaus, Bauhof).

In der Summe – so Bürgermeister Oliver Spieß – halten sich die Veränderungen gegenüber der Planung im Rahmen. Einmal mehr betonte er auch den entscheidenden Vorteil der neuen doppischen Haushaltsführung: Die bessere Transparenz beim Ressourcenverbrauch. Die Schulden werden sich Ende 2019 wohl auf addiert 8,1 Millionen Euro belaufen, was Kernhaushalt und Sonderrechnung (Wasserversorgung) einschließt.

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