Beim Neujahrsempfang lobt Fronreutes Bürgermeister Oliver Spieß das gute Miteinander

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Wolfgang Steinhübel

Viele Bürger sind am vergangenen Wochenende der Einladung zum elften Neujahrsempfang der Gemeinde Fronreute gefolgt. Mit weit mehr als 200 Personen war das Dorfgemeinschaftshaus in Blitzenreute sehr gut besucht. Bürgermeister Oliver Spieß konnte auch Politprominenz aus den benachbarten Gemeinden begrüßen, darunter die Bürgermeister Peter Smigoc (Vogt), Timo Egger (Fleischwangen), Tobias Brändle (Ebersweiler) und Manuela Hugger, der neue Bürgermeisterin von Berg und zugleich Ehefrau von Spieß.

„Wir haben eine gute Gemeinschaft.“

Gleich zu Beginn seiner Rede betonte Spieß das gute Miteinander in der Gemeinde. „Wir haben eine gute Gemeinschaft. Und das sind keine leeren Worte,“ sagte er. Dann präsentierte er einige wichtige Kennzahlen zur Gemeindeentwicklung des vergangenen Jahres. Die Einwohnerzahl ist von 4798 auf 4853 Personen gestiegen, es gab 47 Geburten. Zufrieden zeigte sich Spieß mit Einnahmen in Höhe von 1 336 002 Euro aus der Gewerbesteuer. Dennoch sei der Schuldenstand mit 4 387 706 Euro nach wie vor hoch. „Das sind 987,89 Euro je Einwohner. Schuldenmäßig sind wir nicht so toll aufgestellt. Aber wir haben auch Rücklagen“, so Oliver Spieß.

Rohbauarbeiten für Grundschule in Blitzenreute beginnen im Januar

Das aktuell größte Projekt ist der Neu-, Um- und Ausbau der Grundschule in Blitzenreute. Die Rohbauarbeiten beginnen noch im Januar, die Fertigstellung ist für Mai 2021 geplant. Die Kostenschätzung beträgt 6,7 Millionen Euro, davon erhält die Gemeinde ein Drittel Zuschüsse von Bund und Land. 75 Prozent der Aufträge sind aktuell vergeben. Die Kosten halten sich im vorgegebenen Rahmen. „Wir erhalten eine Schule, wie sie heute sein muss“, sagt der Bürgermeister.

Auch die Grundschule in Fronhofen soll auf Vordermann gebracht werden. Ein Neubau könnte an der Stelle des jetzigen Altbaus entstehen. Der Gemeinderat wird sich mit diesem Thema beschäftigen. Das Kinderhaus St. Magnus in Staig wird aufgestockt und mit neuen Brandschutzmaßnahmen versehen. Die Kosten für diese Investition betragen rund 1,5 Millionen Euro.

Zurzeit leben 82 Flüchtlinge in Fronhofen. Die Aufnahmequote beträgt 91 Personen. „Die meisten sind ganz tolle Menschen“, so der Bürgermeister „Besonders bei den Kindern klappt die Integration gut.“

Elektrifizierung der Südbahn beschäftigt Gemeinde

Der Abriss der Eisenbahnbrücke im Schenkenwald aufgrund der Elektrifizierung der Südbahn beschäftigt derzeit die Gemeinde. Am Neuaufbau wollten sich auch benachbarte Gemeinden beteiligen. Jedoch, so der Bürgermeister in seiner Neujahrsansprache, sei die von der Bahn genannten Kosten in Höhe von 1,5 Millionen Euro fast doppelt so hoch wie erwartet. Nun suche man kostengünstigere Lösungen.

Bauen ist in der Gemeinde ebenfalls ein großes Thema. Das Wohnbaugebiet „Dornacher Ried“ in Blitzenreute ist komplett verkauft. Die Gemeinde will sieben neue Baugebiete ausweisen und in den nächsten zehn bis 15 Jahren weiterentwickeln. „Das ist für uns ein wichtiges Planungsinstrument“, sagte Spieß. In einem nächsten Schritt will man mit den Eigentümern der Grundstücke reden. Gewerbegebiete sind auch geplant. Spieß dazu: „Das Schussental ist voll, die Gewerbetreibenden weichen aus. Wir stehen dem positiv gegenüber, wir wollen Zukunftsperspektiven für unsere Jugend schaffen.“

Wassergebühren sollen sinken

Sogar Gebühren will die Kommune senken. So sollen die Wassergebühren niedriger werden. Ein entsprechender Gemeinderatsbeschluss dazu wird erwartet. Die Breitbandversorgung mit Glasfaser soll in fünf bis sieben Jahren abgeschlossen sein. Eine E-Ladesäule wird noch im Januar am Rathaus in Blitzenreute installiert. Und am Sportplatz in Staig entstehen neue Antennenanlagen für die bessere Mobilfunkversorgung.

Wichtig war Bürgermeister Oliver Spieß, noch die Verbesserung im ÖPNV mitzuteilen. Neu sind Nachtfahrten an Freitagen und Samstagen. Insgesamt sollen noch mehr Busse fahren mit dem Ziel, einen Stundentakt einzurichten.

Zum Schluss dankte Spieß noch einmal allen Bürgern, auch der Freiwilligen Feuerwehr mit ihren 45 Einsätzen und mehr als 600 Einsatzstunden. Eine besondere Anerkennung erhielten die Gästeführer und zwei Persönlichkeiten für ihr großes Engagement. Der Musikverein Blitzenreute unter Leitung von Toni Reiss begleitete den Empfang musikalisch.

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