Wenn Nonnen singen und Zwerge stampfen

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Beim Unterhaltungsabend in Eglofs gab es mit „I will follow him“ auch Gospelmusik aus dem Film „Sister Act“.
Beim Unterhaltungsabend in Eglofs gab es mit „I will follow him“ auch Gospelmusik aus dem Film „Sister Act“. (Foto: clbi)

Schon das Publikum war bunt gemischt: Vom Baby im Kinderwagen über Kinder und Jugendliche war bis hin zu Eltern und Großeltern jede Alterssparte vertreten. Ein entsprechendes Programm für viele Generationen präsentierte die Musikkapelle Eglofs am Dreikönigstag bei ihrem abwechslungsreichen Unterhaltungsabend.

Den Beginn machten vier traditionell gespielte Märsche. Diese sorgten schon nach den ersten Takten für die nötige Stimmung, es wurde sogleich geklatscht und geschunkelt. Zur Freude von Dirigent Johnny Ekkelboom, der auch in kleineren Pausen stets eine lustige Anekdote zum Besten gab. Mit einer ruhigen Ballade konnte man sich dann kurz zurücklehnen und träumen. Für das nächste Lied „Besame mucho“ kündigte Ekkelboom einen jungen 16-jährigen Solisten an. Bei genauerem Hinsehen konnte man jedoch feststellen, dass Sänger Franz Kleiner schon ein paar Jährchen darüber war, er aber die temperamentvollen Töne des spanischen Lieds mit glasklarer Stimme wiedergab.

Danach war das Publikum wieder gefordert: Es musste mit „Heidi, heidi, heidi ho“ für die Begleitung eines Kleiner-Lieds im Jazz-Stil sorgen. Anschließend wurde die „eigentliche“ Eglofser Musikkapelle angekündigt. Und auf die Bühne kamen unter tosendem Applaus fünf junge Nachwuchsmusiker. Vier Jungs und ein Mädchen spielten mit vier Trompeten und einem Horn zunächst den „Böhmischen Traum“. Es folgte „Atemlos“ von Christina Bach. Auch wenn der Name der Sängerin nicht ganz stimmte, so war die Melodie identisch mit dem Original und brachte die nötige Stimmung. Nach dem dritten Stück „Hulapalu“ gab es noch eine Zugabe.

Nach der Pause wurden die „Eglofser Zwerge“ angekündigt. Wie aus dem Nichts kam eine Gruppe von fünf Männern auf die Bühne, deren Kostüme so raffiniert gestaltet waren, dass sie tatsächlich aussahen wie winzige Gestalten. Mit klopfen und stampfen auf einen hölzernen Balken jodelten und sangen sie ein Lied in bayerischer Mundart. Zwei Solisten, die den Blues Brothern ähnelten, sangen und tanzten stimmungsvoll das Lied „Everybody needs somebody“. Und nach den schwarz-weißen Brüdern kamen die „Himmlischen Schwestern“. Mit der Gospelmusik aus dem Film „Sister Act“ wurde im Nonnenkostüm das bekannte „I will follow him“ gesungen. Es folgte die überraschende Wende, die in sprühenden Gesang überging. Wie im Film tanzten die Darstellerinnen, sangen in Solo und im Chor, und ihre Stimmen waren einfach nur himmlisch.

Dass man mit einfachen Pappkartons rhythmische Töne hervorbringen kann, bewies die nächste Gruppe der Eglofser Musikkapelle. Ganz im Stil der „Blue Man Group“ entstand ein gelungenes und unterhaltsames Intermezzo aus Trommeln und Schlägen. Wer bisher dachte, dass nur Frank Sinatra „New York, New York“ singen kann, der hat noch nie einen Live-Auftritt von „Franz Sinatra“ erlebt. In gekonnter Lässigkeit und mit sonorer Stimme wurde bei Kleiner die Stadt, die niemals schläft, lebendig.

Mit „No woman, no cry“ wurde danach der Reggae nach Eglofs gebracht. Auf ein gefühlvolles Duett mit Johanna Rädler („You raise me up“) folgte vom gesamten Ensemble die erklatschte Zugabe mit „Heal the world“ von Michael Jackson. Feierlich unterstrichen wurde das Schlussbild von einem Meer aus Kerzenschein. Insgesamt ein rundum gelungener und unterhaltsamer Abend. (clbi)

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