„Revolution“ im Stillen Winkel

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Autor Karl Stiefenhofer (links) und Regisseur Günther Hannes Hauptkorn freuen sich schon jetzt auf die Premiere.
Autor Karl Stiefenhofer (links) und Regisseur Günther Hannes Hauptkorn freuen sich schon jetzt auf die Premiere. (Foto: Fotos: Nichter-Reich)
Schwäbische Zeitung

Im Eglofser Freilichttheater kommt ab dem 24. Juni das Stück „34 Kreuzer, 34 Stricke“ auf die Bühne – als rasantes Verwirr- und Versteckspiel, als Sommerkomödie mit Tiefgang, wie es in einer Mitteilung der Veranstalter heißt. Die Proben laufen, Premiere ist am 24. Juni. Am 1. Mai startet der Kartenvorverkauf.

Alle zwei Jahre spielen die Eglofser im Stillen Winkel Theater. Zum dritten Mal arbeiten dabei Karl Stiefenhofer, Vorsitzender des Geschichts- und Heimatvereins, sowie Autor der meisten Eglofser Stücke und Regisseur Günther Hannes Hauptkorn als Autoren zusammen. Die erste gemeinsame Arbeit 2013, „Schwerter am Himmel“, war laut Veranstaltern ein packendes Historienstück aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Beim zweiten Mal, 2015, wagten beide einen Blick in die Zukunft: „Schatten der Nacht“ – ein düsteres, tragisches Stück über eine entmündigte und überwachte Gesellschaft.

2017 nun gibt es wieder etwas Neues: eine Komödie. „Rasant, voller Missverständnisse, Verwirrungen und Überraschungen strapaziert das Stück die Lachmuskeln der Zuschauer“, heißt es weiter.

Zum Inhalt: Die Geschichte spielt zur Zeit der deutschen Revolution 1848/49. Es knirscht gewaltig. „Die spinnen alle, aber komplett“: Während die Eglofser lieber auf Leitern steigen, als jeden Tag an einer neuen höchst-königlich-württembergischen Verordnung zu verzweifeln, kommen zwei Fremde ins Dorf. Heftig rütteln sie an der Dorfgemeinschaft, der Kaplan mit seiner geheimnisvollen Vergangenheit und der knallbunte französische Frauenheld. Als bekannt wird, dass sich ein gesuchter Revoluzzer in Eglofs versteckt hält, macht sich der Landjäger auf die Jagd. Doch dazu muss er erstmal seiner Frau entkommen.

Die erste Fassung von „34 Kreuzer, 34 Stricke“ stammt aus der Feder Karl Stiefenhofers und wurde 2001 aufgeführt. Die Existenz des Kaplans, einer der Hauptfiguren im Stück, ist in Kirchenarchiven dokumentiert. Für die Neuinszenierung veränderte Günther Hannes Hauptkorn das Profil der Figuren, demontiert sie, setzt auf schnelle Dialoge und Überraschungsmomente, berichten die Veranstalter. „Ich spiele gern mit der Erwartungshaltung der Zuschauer“, sagt Hauptkorn demnach.

Pfarrer wird ausgetrickst

Die Revolution sei allgegenwärtig. Im Dorf ärgern sich die Menschen darüber, dass sie künftig Gasthof sagen sollen statt wie bisher Wirtshaus, torpedieren Vorschriften aus dem Hause Württemberg, tricksen den Pfarrer aus, um an ihren Traditionen festhalten zu können.

Karl Stiefenhofer gefällt der neue Ansatz Hauptkorns sehr gut: „Ich finde es grundsätzlich interessant, ein Stück weiterzuentwickeln und aus einem Thema etwas Neues zu schöpfen. Das ist Theaterkunst.“ Den Zuschauern werde es gefallen, davon ist Stiefenhofer überzeugt.

Premiere des Stücks ist am 24. Juni. Weitere Spieltermine: Mi., 28.6, So., 2.7., Mi., 5.7., Fr., 7.7., Sa., 8.7., Mi., 12.7., Sa., 5.7. Spielbeginn ist jeweils um 20.30 Uhr. Karten gibt es ab 1. Mai unter ghv@eglofs.de. Weitere Informationen: www.theater-eglofs.de

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