Rathausverein Eglofs kann einige Erfolge verbuchen

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Die Gründungsmitglieder des neuen Vereins Rathaus Eglofs. Derzeit hat der Verein elf Mitglieder, diese seien jedoch sehr gut auc
Die Gründungsmitglieder des neuen Vereins Rathaus Eglofs. Derzeit hat der Verein elf Mitglieder, diese seien jedoch sehr gut auch in anderen Vereinen vernetzt, sagte Nicolas Riether (vorne, 2. von rechts). (Foto: Verein)
Melanie Kräuter

Gut ein Jahr ist es her, seit sich der Verein „Rathaus Eglofs“ gegründet hat. Der Anlass dafür war die drohende Schließung der Rathaus-Außenstellen in Christazhofen, Ratzenried und Eglofs. Letztendlich wurden die Außenstellen erhalten und durch das Engagement des Rathausvereins hat sich das Angebot für Bürger und Touristen in Eglofs sogar verbessert. Nicolas Riether, Vorsitzender des Vereins, zog in der jüngsten Gemeinderatssitzung eine erste Bilanz.

„Der Zweck des Vereins ist die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements in Eglofs“, heißt es in der Satzung des am 19.Dezember 2015 gegründeten Vereins. Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch den Betrieb des Bürgerbüros im Rathaus Eglofs, das Angebot eines Bürgerservices für alle Eglofser Bürger und Gäste, die Unterstützung der Eglofser Vereine sowie die Unterstützung und Förderung der Weiterentwicklung von Eglofs.

Mitarbeiterin seit Februar 2016

Als besonderen Erfolg des Vereins bezeichnete Nicolas Riether das Bürgerbüro. Dort habe der Verein einen Arbeitsplatz für eine Mitarbeiterin eingerichtet. Martina Boneberg, die seit Februar 2016 auf 450-Euro-Basis vier Stunden pro Woche dort arbeitet, ist zu anderen Zeiten anwesend als die Mitarbeiterin der Verwaltung. „So kriegen sie zum halben Preis doppelte Öffnungszeiten“, sagte er scherzhaft. Die Arbeitsplätze von Verwaltung und Verein seien getrennt, aber auch die Vereinsmitarbeiterin erledige teils die gleichen Aufgaben wie jene von der Verwaltung. Diese beinhalten die Annahme von Fundsachen, die Annahme von Anzeigen für das Amtsblatt, der Verkauf von Müllbeuteln oder die Weiterleitung von Informationen.

Zusätzlich liefert Boneberg auch Auskünfte für Gäste, sie verkauft Schriften wie das Eglofs-Buch oder vermittelt in Zusammenarbeit mit dem Gästeverein Zimmer. Gerade was das Thema Gäste und Tourismus angehe, arbeite man eng mit der Gemeindeverwaltung zusammen. Eine große Rolle spiele auch die Unterstützung der Eglofser Vereine und die Pflege der Webseite www.eglofs.de. „Wir haben ein sehr reges Vereinsleben. Circa 50 bis 70Prozent der Eglofser Bürger sind in Vereinen organisiert“, sagte Riether. Darum wolle man Vereine vor allem bei Verwaltungsdingen helfen. Zur Vereinsunterstützung gehöre etwa das Erstellen von Serienbriefen, die Ablage von Vereinsdaten oder die Änderung von Vereinsregistereinträgen. In Vorbereitung seien derzeit das Angebot der Mitglieder- sowie der Finanzverwaltung. Man wisse aber auch, dass viele Vereine ihre Finanzdaten nicht gerne aus der Hand geben würden.

Verein schafft Bürgerterminal an

Als weiteren Erfolg sieht Riether die Anschaffung eines Bürgerterminals. Hier könnten Bürger etwa ein polizeiliches Führungszeugnis beantragen oder Auskünfte zur Rente oder aus dem Verkehrszentralregister erhalten. Derzeit laufe das Terminal im Testbetrieb.

Auch, dass es seit dem 15. Dezember 2016 freies WLAN auf dem Dorfplatz gibt, nannte Riether einen Erfolg. Es sei ein wichtiger Standortfaktor für für Einheimische und Touristen. „Wir würden uns ein WLAN für alle wünschen.“ Also, dass etwa in Gaststätten, Dorfstadel und Rathaus dieselbe WLAN-Verbindung bestehe. Der Gemeinderat hatte ebenfalls das Thema „Öffentliches WLAN in Rathaus-Außenstellen auf der Agenda“ (siehe unten).

Die Gemeinde hat den Verein seit der Gründung auch finanziell unterstützt. Einen einmaligen Zuschuss von 1423 Euro gab es am Anfang sowie einen laufenden Zuschuss von 1704 Euro (anteilig für 11 Monate). Im Haushaltsplan ist der laufende Zuschuss von 1859 Euro ebenfalls wieder enthalten. In seinem ersten Jahr hat der Verein ein Minus von 1122 Euro, sagte Riether. „Wir wollen in absehbarer Zeit die schwarze Null schaffen“, sagte Riether.

Gemeinderat Josef Jehle, selber aus Eglofs, lobte die Vereinsmitglieder. „Ich möchte danke sagen, dass Sie sich so stark engagieren.“ Und bezüglich der Finanzen merkte er an: „Man muss bei Erfolgsbilanzen ein bisschen Geduld zeigen.“

Öffentliches WLAN in Außenstellen

Der Gemeinderat Argenbühl hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, dass in den Rathaus-Außenstellen ein öffentliches WLAN eingerichtet wird. In Eglofs hat sich der Rathausverein bereits um ein öffentliches WLAN am Dorfplatz und im Rathaus gekümmert, Anbieter ist hier die Bürgerinitiative Bodensee Freifunk.

Im Rathaus Eisenharz ist der Betreiber des WLAN die Firma Airfy aus Berlin. Für Eisenharz sollen zwei weitere Router bestellt werden. Ursprünglich hatte die Verwaltung vorgeschlagen, über die Firma Airfy auch die Rathaus-Außenstellen mit WLAN zu versorgen. Nun wurde sie aber damit beauftragt auch mögliche andere Lösungen zu prüfen. Die Frage ist, ob etwa dort auch die Initiative Bodensee Freifunk infrage kommt. Das Thema wird also in den nächsten Wochen nochmal in den Rat kommen. (mek)

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