Feuerwehr Eglofs hat ein neues Zuhause

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In einem imposanten Umzug ging es nach dem Gottesdienst dem neuen Feuerwehrhaus entgegen.
In einem imposanten Umzug ging es nach dem Gottesdienst dem neuen Feuerwehrhaus entgegen. (Foto: Vera Stiller)

Mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin in Eglofs und dem Festzug zum neuen Feuerwehrhaus am Sportplatz, Festansprachen und der feierlichen Schlüsselübergabe, vor allem auch mit der Segnung des Gebäudes durch Pfarrer Rupert Willburger, haben die Feuerwehrabteilung Eglofs und ihre Gäste das lang ersehnte Ereignis gefeiert: Für die Floriansjünger wurde eine bestens ausgestattete wie zukunftsfähige Unterbringung geschaffen.

Bereits beim Gottesdienst, zu dem die Feuerwehren aus ganz Argenbühl und aus den benachbarten Gemeinden, die Fahnenabordnungen der Eglofs Vereine und allen voran die Musikkapelle Eglofs in die Kirche St. Martin eingezogen waren, wurde es durch Pfarrer Rupert Willburger deutlich gemacht: „Eine lange Wartezeit hat ihr Ende gefunden und ein gelungenes, optimal ausgestattetes Zuhause für die Leistungsbereitschaft und Kameradschaft der Feuerwehr wird eingeweiht.“

Kruzifix übergeben

In seiner Predigt hatte der Priester das Leben des Heiligen Florian, der im dritten Jahrhundert geboren wurde und im Mai 304 im heutigen Lorch in Oberösterreich starb, Revue passieren lassen. Die Legende, die sich um den Märtyrer rankt, nahm Willburger zum Anlass, von den Wundern in heutiger Zeit zu sprechen. „Wir sind zu oft rational verplant“, sagte er und hielt vor Augen: „Wir sind hier, die Sonne scheint und es gibt Anlass, zu danken und zu feiern.“

In einem weiteren Schritt stellte der Geistliche Florians Begabungen denen der Feuerwehrleute gegenüber und stellte fest: „Auch Ihr habt Begabungen, für die wir von Herzen dankbar sind. Es ist gut, dass es Euch gibt!“ Weil jeder Mensch, der mutig gegen das Böse kämpfe, einmal an eine Grenze stoße, gäbe es das Kreuz. „Es ist ein Zeichen der Barmherzigkeit, der Versöhnung und der Menschenwürde“, war Willburger tief überzeugt und kündigte an, Abteilungskommandant Wolfgang Kempter später ein Kruzifix für das neue Feuerwehrhaus zu übergeben.

Es war ein imposantes Bild, das sich den am Wegesrand stehenden Personen nach der Heiligen Messe bot: In einem feierlichen Zug ging es durch einen Teil des Dorfes hinauf zum Schul- und Sportzentrum, wo in der für den Festakt geschmückten Fahrzeughalle Bürgermeister Roland Sauter sagte: „Der heutige Tag ist für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Eglofs ein ganz besonderer. Das neue Haus ersetzt das alte Spritzenhaus in der Dorfmitte von Eglofs. 1928 wurde es als sogenannte Spritzenremise mit Arrestbau erstellt.“

Dank für Einsehen der Wehr

Wenngleich dieses Gebäude auch sehr viel Charme besäße, so Sauter weiter, habe es aber seit langem schon nicht mehr die heutigen Anforderungen der Feuerwehr erfüllt. Wie der Rathauschef an die Hürden bei der Planung des Projektes erinnerte, aber gleichzeitig feststellte, dass sie überwunden werden konnten. Ausdrücklich bedankte sich der Bürgermeister bei der Eglofser Wehr, die nach der Entscheidung für den aus ihrer Sicht nur zweitbesten Standort den Blick nach vorne gerichtet und sich für eine optimale Lösung an dem gewählten Platz eingesetzt und engagiert habe.

„Der Standort trägt zwar die Handschrift der Gemeinde, das Gebäude aber auch die der Feuerwehr“, freute sich Roland Sauter. Man habe die Eglofser eng in die Planungen eingebunden, sodass viele Anregungen und Hinweise berücksichtigt werden konnten. Darüber hinaus habe sich die Feuerwehr bei der Realisierung des neuen Hauses in großem Maße durch Eigenleistungen eingebracht.

„Überbordende“ Vorschriften

Weiter war von Sauter zu erfahren, dass rund 720 000 Euro aus der Argenbühler Kasse bezahlt wurden. Das sei zwar viel Geld, aber der Gemeinde gehe es mehr darum, „die notwendigen Bedingungen zu schaffen, damit die Feuerwehr ihre Aufgaben erfüllen kann“. Und weniger darum, „überbordende Brandschutzvorschriften umzusetzen, welche die Sicherheit, wenn überhaupt, nur noch minimal erhöhen können “.

Dankbar zeigte sich der Bürgermeister unter anderem für die gewährten Förderungen. Neben den 50 000 Euro des Landes aus dem Ausgleichsstock seien 120 000 Euro aus Mitteln der Feuerwehrfachförderung dazugekommen.

Wie von Projektleiter Thomas Utz, so kamen auch von Norbert Fesseler, dem stellvertretenden Kreisbrandmeister, Grußworte. Zusammenfassend sagte dieser: „Feuerwehr ist Mannschaft und Gerät. Man kann die Eglofser, die pflichtbewusst ihre Aufgaben erfüllen, nur beglückwünschen.“

Nach der Schlüsselübergabe und dem kirchlichen Segensgebet besichtigten die einen das Haus, die anderen strebten vorauseilend der Turnhalle entgegen, wo zum Frühschoppen die Musikkapelle Eglofs aufspielte. Die Umrahmung des Nachmittags bei Kaffee und Kuchen lag dann in den Händen der „Eglofser Heublechler“.

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