Alphornbauer Josef Wagner erhält den Heimatpreis

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Josef Wagner aus Oberstaufen wurde beim Gerichtstag in Eglofs mit dem Westallgäuer Heimatpreis ausgezeichnet.
Josef Wagner aus Oberstaufen wurde beim Gerichtstag in Eglofs mit dem Westallgäuer Heimatpreis ausgezeichnet. (Foto: Vera Stiller)
Vera Stiller

Seit 2004 wird beim Gerichtstag in Eglofs der Westallgäuer Heimatpreis vergeben. In diesem Jahr ging er an Josef Wagner aus Oberstaufen. Das Kuratorium des Heimatbundes Allgäu ehrte damit Wagners Verdienst im Bereich der Musik. Die Laudatio hielt Wolfram Benz.

Wer wäre besser geeignet, um das Wirken von Josef Wagner genauer zu würdigen als Wolfram Benz, der sich selbst um die Pflege der Volksmusik verdient gemacht hat? Und er füllte diese ihm gestellte Aufgabe in sehr persönlicher Art und Weise aus und ließ die Gäste des Eglofser Gerichtstages an interessanten Details rund um das Alphorn teilhaben.

Zunächst kam das Alphorn selbst „zu Wort“, um dann von Benz singend die Geschichte vom sehnsuchtskranken Schweizer zu hören, der beim Klang des Alphorns aus französischen Diensten schwimmend über den Rhein in seine Heimat entfliehen wollte.

Wie die Verbindung von Josef Wagner zu diesem besonderen Instrument entstand, das hielt der Laudator in sehr eindrücklichen Bildern vor Augen. In dem im November 1936 geborenen Mann sei, so Benz, schon sehr früh der Wunsch entstanden, Musik auf selbstgebauten Instrumenten zu machen. „Auf die Gitarre folgte ein Raffele, danach ein kleine tragbare Orgel mit elektrischer Luftsteuerung“, sagte Benz und fügte an: „Das Örgele wurde sogar bei verschiedenen kirchlichen Anlässen eingesetzt.“

Als Ende der 1950er-Jahre der Wunsch entstand, das Alphornblasen im Allgäu wieder zu beleben, habe man in der Schweiz drei Instrumente eingekauft und in Marktoberdorf gespielt. Josef Wagner sei davon nicht nur begeistert gewesen, sondern habe auch die Idee gehabt, selbst „so an Stamm auszuhöhla“. Gesagt, getan. Dazu Wolfram Benz: „Das war der Anfang für ihn, neben seiner Arbeit auf dem Hof mit dem Hobby anzufangen und bis heute dabei zu bleiben“.

In der Folge wurde Josef Wagner, zusammen mit seiner Frau Else und den acht Kindern, als „Stubenmusik Wagner“ bekannt, die in vielfach wechselnder Besetzung in Kirchen und bei weltlichen Konzerten musizierte. Bei Benefizveranstaltungen des Nothilfevereins wurde Geld für eine gute Sache gesammelt, seit 1988 ein Kapellenkonzert gestaltet.

Dann rief Benz den zu Ehrenden selbst auf die Bühne und ließ ihn anhand von Bauteilen das Werden eines Alphorns erklären. Die anschließende Übergabe der von Bernhard Schnetzer gestalteten Bronzeskulptur umrahmte das Alphorntrio des Trachtenvereins „D’Syrgensteiner“ mit ihrem Spiel.

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