Senioren in Christazhofen fühlen sich „abgeschnitten“

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Schwäbische Zeitung

Die Buslinie 80/81 verbindet Christazhofen mit Isny. Doch nicht oft und nicht regelmäßig genug, sagt ein Bürger aus Christazhofen, der nicht namentlich genannt werden will, im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“. Die Buslinie richte sich vor allem an Schüler. Viele gerade ältere Personen müssten aber zum Arzt oder zur Apotheke nach Isny, sagt der Christazhofener: „Doch ohne Auto sind wir abgeschnitten.“

Wer nicht zu den Zeiten laut Fahrplan den Bus zwischen Christazhofen und Isny nehme könne, der sollte auf das Angebot der Ruf- und Sammelbusse zurückkommen, sagt Daniela Neidhart vom zuständigen Busunternehmen Volk aus Isny-Beuren. „Wer einen Arztbesuch hat, der soll uns anrufen. Dafür sind wir da.“ Für den Bus wird ein sogenannter Komfortzuschlag von drei Euro pro Person erhoben. Im Juni erst sei das Angebot der Rufbusse noch erweitert worden, doch niemand nehme sie wirklich war, erzählt Neidhart: „Wir bieten auch jeden Donnerstag einen Marktbus nach Isny. Doch in Argenbühl steigt leider niemand zu.“ Vielleicht liegt es an den kompliziert zu lesenden Busfahrplänen, dass niemand die Rufbusse in Anspruch nimmt, vermutet Neidhart und bietet an: „Wer den Busplan nicht lesen kann, der soll uns anrufen.“ Die Bürger sollten keine Scheu haben, den Rufbus anzufordern.

Dauerthema Mobilität

Die Verbindung Wangen-Ratzenried-Christazhofen-Isny sei ein Dauerthema, sagt Argenbühls Bürgermeister Roland Sauter. „Hier gibt es auf jeden Fall Verbesserungspotenzial.“ Die Gemeinde sei deswegen immer mal wieder in Kontakt mit dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (Bodo) sowie mit dem Zug-Bus-Regionalverkehr Alb-Bodensee (Rab). Von Eglofs und Eisenharz aus sei die Verbindung nach Wangen und nach Isny dagegen unproblematisch. Denn zwischen Wangen und Isny fährt stündlich ein Bus durch die beiden Orte. „Der öffentliche Nahverkehr in Argenbühl ist ein langjähriges Thema,“ so Sauter weiter.

Das werde auch im aktuellen Projekt „Alt werden in Argenbühl“ deutlich. Gemeinsam wollen der Gemeinderat und Bürger ein tragfähiges Zukunftskonzept für Senioren in Argenbühl entwickeln (die SZ berichtete). Der Beteiligungsprozess findet in der Form von Bürgertischen in Christazhofen, Eglofs, Eisenharz und Ratzenried statt.

Der Punkt „Mobilität“ werde bei jedem Bürgertisch angesprochen, sagt Ulrike Pertl von der Vinzenz von Paul Service GmbH. Sie moderiert und begleitet die Bürgerbeteiligung zusammen mit Peter Beck. „Egal unter welchem Motto der jeweilige Bürgertisch steht, ob es um Infrastruktur oder Begegnungsstätten geht, das Thema „Mobilität“ kommt immer auf,“ sagt Pertl. Ideen wie ein Bürgerbus oder ein sogenanntes Mitfahrbänkle würden dann diskutiert. Das Interesse an den Abenden sei groß. „Wer Ideen und Anliegen, auch zum Punkt „Mobilität“ hat, soll sich gerne an der Diskussion beteiligen“, sagt Pertl. Ab Mitte Dezember werden alle zentralen Anliegen aus Argenbühl ausgearbeitet. Die Ergebnisse der Diskussionsabende sowie einer Bürgerbefragung sollen dann zusammen das Seniorenkonzept ergeben – auch mit Ideen für das Dauerthema „Mobilität“.

Bürgertische zum Thema

Über das Thema „Mobilität“ wird an folgenden Bürgertischen jeweils ab 19.30 Uhr wieder gesprochen: Am heutigen Mittwoch, 18. Oktober, in Eglofs im Vereinsraum SV Eglofs. Am Donnerstag, 19. Oktober, in Ratzenried im Sitzungssaal im Josefshaus. Und am Montag, 20. November, in Christazhofen im Pfarrsaal. Weitere Themen an den Abenden sind in Eglofs: Orte der Begegnung, Infrstruktur und Senioren für Senioren. In Ratzenried werden auch Begegnungsstätten der Zukunft und Visionen zur Infrastruktur thematisiert. In Christazhofen geht es außerdem um das Thema Wohnen im Alter.

Den aktuellen Fahrplan und die Nummer des Rufbusses finden Sie unter schwäbische.de/buslinie

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