„Landesverrat“: Eugen Abler attackiert Merkel auf CDU-Parteitag in Hamburg

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Für Unverständnis und Kopfschütteln hat der Bodnegger CDU-Politiker Eugen Abler mit seiner Rede auf dem CDU-Bundesparteitag in Hamburg gesorgt. Sollte Bundeskanzlerin Angela Merkel den UN-Flüchtlingspakt unterzeichnen, sei das „Landesverrat“. Ein solcher Pakt habe verhängnisvolle Auswirkungen auf das Land, sagte Abler in Hamburg. Anwesende erinnerte dessen Worte an die der AfD.

Durch den Zuzug weiterer kulturfremder Flüchtlinge und illegale Einwanderung stehen unsere Art zu leben und das Gefühl von Heimat auf dem Spiel. Eugen Abler

Abler, der zu den Delegierten zählte, die auch über den CDU-Vorsitz entscheiden durften, war der einzige Redner unter den Delegierten aus dem Landkreis Ravensburg. Neben Abler zählten zu den Delegierten aus dem Landkreis der Kreisvorsitzende Christian Natterer, der Bundestagsabgeordnete Axel Müller, der ehemalige Bundestagsabgeordnete Waldemar Westermayer, der Landtagsabgeordnete Raimund Haser und Gabi Messarosch aus Ravensburg.

Abler bekommt keinen Applaus

Für seine Rede, die Abler gegen 13 Uhr hielt, gab es keinen Applaus. Parteimitglieder schüttelten die Köpfe nach seinem Auftritt.

„Washington Post“ zitiert ihn

Abler ist sich der Reaktion seiner Worte bewusst: „Ich habe viele Kritiker, die mich danach auch angesprochen haben. Aber ich habe bewusst eine provokante Rede gehalten, weil sonst ja alle das Gleiche sagen.“ Es hätten ihn aber auch vereinzelt Parteimitglieder zu seiner Rede beglückwünscht. Mit seinen Aussagen hatte es Abler in der Vergangenheit bereits in internationale Medien wie etwa die „Washington Post“ geschafft.

Rede gegen Abtreibung

Wichtiger Bestandteil der Rede war Ablers Dauerthema Abtreibung, die er am liebsten verbieten würde. Er bezieht sich dabei auf das Gebot „Du sollst nicht töten“. Er sagte: „Wir töten täglich potenzielle Ärzte, Facharbeiter, Pflegekräfte, Lehrer, Priester und so weiter und steuern damit in die demografische Katastrophe. Ohne die Tötung von sieben bis acht Millionen Kindern seit 1975 hätten wir keinen Fachkräftemangel und bräuchten keine Einwanderung.“ Außerdem stellte er sich gegen die „Ehe für alle“.

Bei der Wahl zum CDU-Vorsitzenden habe er seine Stimme Kandidat Friedrich Merz gegeben, sagte Abler am Freitagnachmittag. Merz war auch der Favorit des Kreisverbandes Ravensburg. In einer Online-Umfrage des Kreisverbandes hatten sich 67,5 Prozent der Mitglieder für Friedrich Merz ausgesprochen, 24,2 Prozent für die nun zur Vorsitzenden gewählte Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) und 8,3 Prozent für Jens Spahn. „Friedrich Merz hat mich überzeugt, weil er die staatsmännischste Rede gehalten hat. Annegret Kramp-Karrenbauer hat mehr die Emotionen angesprochen“, findet er.

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