Kinder, Bürger und Kultur haben jetzt ausreichend Platz

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Bettina Musch

Die Bodnegger haben Grund zur Freude. Am 12. Januar lädt die Gemeinde zur Eröffnung des neuen Dorfgemeinschaftshauses und beider Kindergärten ein. Damit geht eine lange Planung zu Ende, deren Umsetzung nicht nur viel Geld gekostet hat, sondern auch alle Beteiligten vor große Probleme gestellt hatte.

Mehr als zehn Jahre sind vergangen, seit sich die Gemeinde Bodnegg mit Überlegungen beschäftigt hat, wie man zum einen die obere Dorfmitte neu gestalten könnte und zum anderen, was mit dem dortigen alten Haugerhaus, benannt nach seinen vorherigen Besitzern, geschehen sollte. Nicht nur im Gemeinderat, sondern auch in den Bürgerwerkstätten waren viele Ideen entwickelt worden, wie diese Gestaltung aussehen könnte.

Immer im Blick auch das Rathaus, das mit fehlender Barrierefreiheit und Brandschutzauflagen nicht mehr den aktuellen gesetzlichen Vorgaben entsprach. Ein multifunktionales Bürgerhaus mit erweitertem Dorfgemeinschaftshaus und Rathaus war in der Diskussion und wurde vom Gemeinderat favorisiert. Aber ein Bürgerentscheid im Dezember 2012 lehnte das ab. Schwierige Überlegungen und Beschlüssen standen an, ein Architektenwettbewerb wurde ausgeschrieben, letztendlich wurde aber keiner der Vorschläge umgesetzt. Für die Rathausverwaltung ergab sich dann Ende 2015 mit dem Erwerb der Raiffeisenbank eine andere Umzugsmöglichkeit und im alten Rathaus sind Sozialwohnungen entstanden. Da aber in beiden katholischen Kindergärten Probleme auftraten und damit verbunden aufwendige und sehr kostenintensive Sanierungen anstanden, beschlossen 2015 Gemeinderat und Kirchengemeinderat beide Kindergärten zusammen unter einem Dach des umgebauten und erweiterten Dorfgemeinschaftshauses unterzubringen. Im Zuge des Umbaus sollten auch der Bürgersaal und die Tiefgarage erweitert werden. Architektin Dagmar Lorentz aus Grünkraut und die Landschaftsarchitekten des Büros Freiraumwerkstatt aus Überlingen bekamen den Auftrag zur Planung.

Haugerhaus 2017 abgerissen

Im Februar 2017 begann dann der Abriss des alten Haugerhauses. Aber auch hier zeigten sich Probleme, die vorher nicht offensichtlich waren. Plötzlich war der gesteckte Kostenrahmen um 700 000 Euro gesprengt. Der Gemeinderat gab nur zähneknirschend nachträglich seine Zustimmung dazu. Das gesamte Projekt schlägt mit rund vier Millionen Euro zu Buche, wobei etwa zwei Millionen Euro an Zuschüssen aus den unterschiedlichen Fördertöpfen an die Gemeinde fließen.

Jetzt steht der Aus- und Umbau kurz vor seiner Fertigstellung. Innen wird momentan unter Hochdruck gearbeitet, denn die beiden Kindergärten sollen nach den Weihnachtsferien am Mitwoch, 9. Januar, ihre neuen Räumlichkeiten beziehen. Im Bürgersaal haben bereits die ersten kulturellen Veranstaltungen stattgefunden, die erweiterte Tiefgarage ist ebenfalls schon in Benutzung.

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