Der Narrensprung in Bodnegg fällt dieses Jahr besonders groß aus

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 Die Hästräger der Narrenzunft Bodnegg freuen sich auf den großen Narrensprung am Sonntagmittag.
Die Hästräger der Narrenzunft Bodnegg freuen sich auf den großen Narrensprung am Sonntagmittag. (Foto: Sylvia Uber)
Franziska Stölzle

Nach zwei Jahren Vorbereitungszeit richtet die Narrenzunft Bodnegg zu ihrem 40-jährigen Bestehen das Freundschaftstreffen des Alemannischen Narrenrings aus. Am Samstag gibt es einen Ehrengastempfang, am Sonntagnachmittag folgt ein großer Narrensprung quer durch Bodnegg.

Zum großen Narrensprung, der am Sonntag, 12. Januar, um 13.30 Uhr beginnt, werden rund 70 Gruppen erwartet. Darunter sind 40 Zünfte, die dem Alemannischen Narrenring angehören, fünf freie Zünfte und rund 20 Musikgruppen. Die weiteste Anreise legt die Narrenzunft aus Ulm zurück. „Normalerweise sind es immer um die 60 Gruppen. Also ist der Umzug größer als sonst“, sagt die Zunftmeisterin Sylvia Uber. Es wird mit einer Dauer von rund zwei Stunden gerechnet.

100 Mitglieder

Dem Alemannischen Narrenring gehören rund 90 Zünfte aus drei Regionen an. In jeder Saison darf pro Region ein Narrenverein das Freundschaftstreffen ausrichten. Ein Freundschaftstreffen muss zudem immer in Verbindung mit einem Jubiläum stehen.

Die Narrenzunft Bodnegg wurde im Jahr 1980 von Franz Fischer gegründet. Heute hat die Zunft 100 Mitglieder, davon sind rund 40 aktiv. Seit 18 Jahren ist Sylvia Uber Zunftmeisterin der sogenannten „Burnegger“. Für sie ist das Freundschaftstreffen die Krönung ihrer Laufbahn als Zunftmeisterin. „Es ist eine große Ehre für uns, dass wir das Freundschaftstreffen ausrichten dürfen“, betont Uber.

Pilger zogen über die Felder

Zum Ehrengastempfang am Samstag sind Patenzünfte, Gründungsmitglieder, das Präsidium und der Bürgermeister eingeladen. An diesem Abend gibt es eine Brauchtumsaufführung seitens der Zunft. Außerdem werden Orden verliehen und Ehrung ausgesprochen.

Die Herkunft der Burnegger liegt weit zurück. Die Geschichte besagt, dass die Burnegger Pilger waren und über die Felder gezogen sind. Wenn sie irgendwo aufgetaucht sind, hieß es: „Brot her, die Burnegger kommen.“ „Aus dieser Geschichte ist auch unser heutiger Narrenruf: Brot her – d’ Burnegger sind do, entstanden“, erklärt Sylvia Uber.

Masken aus Brotteig

Eine Besonderheit der sogenannten Brotfresser sind ihre Masken, jede einzelne ist eine – aus Brotteig geformt und gebackene – individuelle Anfertigung. Damit sie besser halten, werden sie mit Weißleim eingestrichen. Die älteste Brotteigmaske ist 20 Jahre alt und wird immer noch getragen. Jeder Hästräger entscheidet selbst, wie seine Maske aussieht. „Jeder darf sie individuell gestalten“, erläutert Sylvia Uber.

Als Zunftmeisterin wünscht sie sich mehr aktive Mitglieder, vor allem Jugendliche. Über die vergangenen fünf Jahre gab es so gut wie keinen Zuwachs. „Es wäre schön, wenn wir mehr Mitglieder hätten und die Zunft weiter wächst“, sagt sie.

Doch zuerst einmal wünsche sich die Narrenzunft Bodnegg für das bevorstehende Wochenende gutes Wetter und zahlreiche Zuschauer. Sie wolle ihre Zunft und das Dorf gut repräsentieren, betont Sylvia Uber. Zudem möchte man ein Vorbild für andere Zünfte sein. „Wir wollen ihnen zeigen: Schaut mal, wir haben es auch geschafft. Traut euch und bewerbt euch“, betont die Zunftmeisterin.

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