Bodnegger Narren trotzen Wind und Wetter

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Daniel Krüger

„Brot her - d´Burnegger sind do“, so hat es am Sonntag pünktlich um 14 Uhr durch Bodnegg geschallt. Noch wenige Minuten bevor die Musikkapelle Bodnegg den Umzug eröffnete, hatten die letzten Räumfahrzeuge für passierbare Straßen gesorgt. Temperaturen um den Nullpunkt und Schneeregen ließen schon im Vorfeld keinen Zuschauerrekord erwarten, das musste auch Zunftmeisterin Sylvia Uber eingestehen. „Ganz ehrlich, wer will bei dem Wetter schon freiwillig raus? Nur die hartgesottenen Narren sind hier und die lob´ ich ganz groß.“

Groß war auch die Erleichterung auf Seiten der Veranstalter: Nachdem sich der Zunftrat und die Gemeinde bereits am Donnerstag gegen eine Absage entschieden hatten, gerieten die letzten Tage zu einem stetigen Kampf gegen das Wetter. Vize-Zunftmeister Klaus Schreibmüller hielt ständigen Kontakt zum Bauhof, dessen Mitarbeiter die Straßen und Parkplätze mit unermüdlichem Einsatz freihielten. Um die Sicherheit im Festzelt machte sich Schreibmüller ganz persönlich verdient: „Er hat die Nacht auf Sonntag damit verbracht, das Zelt alle zwei Stunden vom nassen Schnee zu befreien“, so Sylvia Uber. Zudem sei die Zeltheizung die ganze Nacht über gelaufen.

Von den befreundeten Zünften und Musikkapellen wurde der Einsatz der Bodnegger Narrenzunft jedenfalls honoriert: Die meisten der gut 60 gemeldeten Fasnets-Gruppen ließen sich den Auftakt der diesjährigen Umzugssaison trotz erschwerter Anreise- und Parkbedingungen nicht nehmen. „Vier Zünfte und zwei Musikkapellen haben uns leider absagen müssen. Die hätten allerdings aus dem tiefsten Allgäu anreisen müssen, von daher haben wir volles Verständnis“, sagte Uber. Dank der Unterstützung der örtlichen Feuerwehr, sei im Übrigen auch das befürchtete Verkehrschaos ausgeblieben. „Die haben den Verkehr geregelt, die Busse in die Parkplätze eingewiesen und oben drauf noch die Bewirtung im Feuerwehrhaus sichergestellt – alle Achtung“, lobt Uber.

Die Narren am Straßenrand ließen sich von nassen Füßen und grauem Himmel ohnehin nicht beeindrucken, auch wenn so manche Kostümierung ganz offensichtlich Winterkittel und Regenschirm zum Opfer gefallen ist. Der Einzige, der von all dem Geschwätz um die Witterungsbedingungen nichts wissen wollte, war im Übrigen Umzugssprecher Sven Stimmler. Auch mit der pessimistischen Zuschauerprognose der Zunftmeisterin konnte er wenig anfangen, als er die Gäste an der Umzugsstrecke begrüßte: „Schön, dass ihr da seid. Aber was soll man bei dem Wetter auch sonst machen?“

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