Bodnegg und Grünkraut arbeiten zukünftig mit gemeinsamem Bauhof

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 Der bestehende Bodnegger Bauhof in Widdum an der Durchgangsstraße in Richtung Grünkraut hat dort Erweiterungsmöglichkeiten, der
Der bestehende Bodnegger Bauhof in Widdum an der Durchgangsstraße in Richtung Grünkraut hat dort Erweiterungsmöglichkeiten, deren Grundstück bereits im Eigentum der Gemeinde ist. (Foto: Bettina Musch)
Bettina Musch

Jetzt ist es amtlich. Die beiden Bauhöfe von Grünkraut und Bodnegg werden sich zusammenschließen und einen gemeinsamen Standort haben. Nachdem der Grünkrauter Gemeinderat bereits im Mai seine Zustimmung erteilt hat, haben jetzt auch die Räte in Bodnegg dazu grünes Licht gegeben. Was noch fehlt ist ein neuer Bauhofleiter und ein geeigneter gemeinsamer Bauhofstandort.

„Beide Gemeinden haben bereits in Sachen „Pflege“ und „Standesamt“ bewiesen, dass sie gut miteinander können und gegenseitiges Vertrauen und Offenheit da ist und, dass man gemeinsam auch viel bewegen kann. Insofern freut es mich, dass sich beide Gemeinderäte mit so deutlicher Mehrheit für die interkommunale Zusammenarbeit in Form eines gemeinsamen Bauhofes entschieden haben“, so der Grünkrauter Bürgermeister Holger Lehr.

Gemeinsame Arbeitsgruppe

Es war eine große Entscheidung der beiden Kommunen, der eine vielfältige Planung und Vorbereitung vorausging (die Schwäbische Zeitung berichtete). Ende 2019 wurde es konkret. Eine Arbeitsgruppe „Gemeinsamer Bauhof“ mit beiden Bürgermeistern, Kämmerern, Hauptamts- und Bauhofleitern und prozessbegleitendem Schriftführer wurde gegründet und ging in intensiven Austausch der Vor- und Nachteile. Unterschiedliche Aufgaben, Personal und Fuhrpark wurden diskutiert und aufgelistet, genauso wie die Bauhofgebäude, die Finanzen und vieles mehr.

Dann wurden im Frühjahr die Gemeinderäte, die Mitarbeiter beider Bauhöfe und die Verwaltungen eingeladen, auf Besichtigungstour zu gehen und sich Kommunen anzuschauen, wo ein Zusammenschluss bereit erfolgt war, und wie die Erfahrungen dort waren. Besucht wurde die Verwaltungsgemeinschaft Syrgenstein mit den Gemeinden Bachhagel, Syrgenstein und Zöschingen im Landkreis Dillingen, die von Flächenausdehnung, Einwohnerzahl und Bauhofbetreuung vergleichbar mit Bodnegg und Grünkraut ist und seit zehn Jahren mit einem gemeinsamen Bauhof arbeitet. Nach anfänglicher Skepsis bei den Bauhofmitarbeitern seien dort die Erfahrungen durchweg positiv und die vielen Vorteile mündeten in allgemeiner Zufriedenheit.

Kritik an Neubau

Die Grünkrauter haben sich bereits in ihrer Maisitzung nach ausführlicher Beratung bei drei Gegenstimmen für einen gemeinsamen Bauhof entschieden. In Bodnegg folgte jetzt der Beschluss mit zehn Zustimmungen und fünf Gegenstimmen. Die Kritiker hielten beim Kostenvergleich, der vom Architektenbüro Markus Herrman aus Heimenkirch den Sitzungsunterlagen beigelegt war, die Investition für einen neuen gemeinsamen Bauhof, der mit 2 357 600 Euro veranschlagt ist, im Gegensatz zu den anderen Varianten mit Ausbau, Um- und teilweisem Neubau, für zu hoch.

Kämmerer Markus Mohr erklärte dazu, dass es sich dabei um eine grobe Kostenschätzung zum Vergleich und noch keine konkrete Planung handele. Ein weiterer Kritikpunkt war der größere Fuhrpark in Grünkraut mit vielen eigenen teuren Gerätschaften, die dort zum Einsatz kommen und mehr Arbeitsaufwand. Dagegen erklärte Bürgermeister Christof Frick, wenn man die externen Gerätschaften, die in Bodnegg zum Einsatz kommen und bezahlt werden müssen, ebenfalls berücksichtige, könne man das durchaus vergleichen. Außerdem meinte er: „Wir bezahlen nur die Leistungen, die wir auch in Anspruch genommen haben“. Kritisch wird das ganze Unterfangen auch von den beiden Bauhöfen gesehen, die unter anderem weitere Wege und mehr Zeitaufwand befürchten.

Suche nach gemeinsamen Standort

Einig ist man sich in beiden Kommunen auch noch nicht endgültig über den gemeinsamen Standort. Bodnegg besitzt für eine mögliche Erweiterung bereits ein Grundstück am bestehenden Bauhof in Widdum, der an der Durchgangsstraße in Richtung Rosenharz und damit auch in Richtung Grünkraut liegt. Aber hier wurde der Beschlussvorschlag geändert und man will zusätzlich nach einem alternativen Standort suchen. Auch in Grünkraut läuft die Suche noch.

Des Weiteren soll die Stelle des neuen Bauhofleiters ausgeschrieben werden. Er hat ein großes und vielseitiges Arbeitsfeld, muss das Ganze koordinieren und sollte auch gemeindliche Bauherrenaufgaben übernehmen. In Bodnegg gibt es zur Zeit keinen Bauhofleiter, hier ist der Stellvertreter im Dienst, auch deshalb kann jetzt nach einem Leiter mit erweitertem Aufgabengebiet gesucht werden.

„Historische Chance“

Bürgermeister Christof Frick zeigte sich wie sein Grünkrauter Kollege zufrieden: „Ich bin froh über die deutliche Entscheidung im Gemeinderat. Denn die interkommunale Zusammenarbeit im Bereich des Bauhofes ist eine historische Chance für Bodnegg und Grünkraut, zumal beide Gemeinden in ihre Einrichtungen investieren müssen. Nachdem wir bereits im Bereich Wohn-/Pflegeheim und in der Tagespflege zusammenarbeiten, schlagen wir auch hier ein neues Kapitel in der interkommunalen Zusammenarbeit auf.“

Geplant ist, dass der gemeinsame Bauhof mit allen Mitarbeitern am 1. Januar 2021 startet.

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